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IG Bad Nenndorf: Aufmärsche schaden dem Ort

Bad Nenndorf (tes). Für Unruhe hat der Antrag von Jürgen Übel zum Kulturfest "Bad Nenndorf ist bunt" bei der Versammlung der Interessengemeinschaft Bad Nenndorf (IGBN) gesorgt. Die IGBN solle den Aufruf zu der Veranstaltung unterstützen, unterzeichnen und ihren Mitgliedern empfehlen, die Flyer und Plakate auszuhängen. "Wir haben Bauchschmerzen, darüber abzustimmen", bat Vorsitzender Henning Jürgens, den Antrag wieder zurück zu nehmen. Dieses lehnte Übel ab: "Es ist unsere Pflicht, uns gegen Nazis zu stellen." Es folgte eine Unterbrechung der Sitzung, in der kontroverse Diskussionen geführt wurden.

veröffentlicht am 17.07.2006 um 00:00 Uhr

Reinhard Schreeck (Volksbank in Schaumburg) befürchtete: "Wir bieten Extremisten ein Forum und werden so weitere anziehen. Zudem schädigen wir den Ort zusätzlich, wenn wir das Thema dauernd in der Zeitung haben." Einigkeit bestand darin, dass alle Mitglieder gegen Extremismus von rechts und links sind. Grundsätzlich sei die IGBN politisch neutral, betonte der Vorsitzende. Zudem gab es Bedenken, einen bindenden Beschluss zu fassen. "Jeder sollte für sich selber entscheiden, ob er mitmacht", war sich der Vorstand einig. Der Antrag wurde mit Ausnahme von zwei Stimmen abgelehnt. Bürgermeisterin Gudrun Olk hielt es für "problematisch, ein Kulturfest zwischen einer Demo von Links und einer Demo von Rechts zu veranstalten". Sie wünsche sich nicht, "dass das in Bad Nenndorf zum Dauerprogramm wird". Die Eröffnung des Kulturfestes könne sie aus organisatorischen Gründen nicht, wie angekündigt, übernehmen, teilte Olk mit. Zum Glück habe sich nicht bestätigt, dass sich die Rechtsextremen wöchentlich am Winklerbad positionieren. Sie wünschte dem Kulturfest viel Erfolg und "dass der 29. Juli der letzte Tag ist, an dem wir so was erleben".

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