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SPD-Fraktion reagiert auf Kritik von Bettina Winkelhake / Auch Listen-Neulinge sind für Edeka

"Ideen reichen nicht, wir brauchen Investoren"

Bad Eilsen (tw). "Wir brauchen nicht nur Ideen, wir brauchen Investoren. Der geplante Edeka-Markt ist ein erster Schritt, um die Südseite Bad Eilsens neu zu beleben", sagt Christel Bergmann. Damit reagiert die Chefin der SPD-Fraktion Bad Eilsen auf den jüngsten Vorwurf ihrer parteilosen Fraktionskollegin Bettina Winkelhake. Wie berichtet, hatte Winkelhake erklärt, für die Kommunalwahl am 10. September nicht mehr kandidieren zu wollen. Denn der SPD, so die Kritikerin, fehle ein langfristiges Konzept für die Zukunft des Kurortes; darüber hinaus habe sie das Umschwenken der Genossen in der Edeka-Frage enttäuscht. Enttäuscht ist nach den Worten Bergmanns aber auch die Fraktion - und zwar von ihrer (Noch-)Kollegin.

veröffentlicht am 26.04.2006 um 00:00 Uhr

Bergmann: "Wenn Frau Winkelhake nach nur einer Wahlperiode meint, nicht mehr bei uns mitmachen zu können, ist das ihre Entscheidung." Sie selbst habe der Fraktion gesagt, dass sie "ihre Kraft in anderen Ehrenämtern besser einsetzen kann", beteuert Bergmann nochmals. Die Fraktion respektiere ihren Rückzug. Allerdings habe Winkelhake gemerkt, dass sie mit ihrer Meinung in der Edeka-Frage "allein stand". Denn der große "Rest" der Bad Eilser SPD-Fraktion habe sich geschlossen für einen Edeka-Markt auf dem Areal der früheren Schaumburg-Klinik ausgesprochen. Das gelte im übrigen auch für die fünf neuen Gesichter auf der SPD-Liste: Marina Gromzik (48, Listenplatz 3), Uwe Zander (37, Listenplatz 4), Rolf Everding (54, Listenplatz 7), Björn Müller (32, Listenplatz 8) und Manfred Kühn (60, Listenplatz 9). Dass es damit am Ende eine Ratsmehrheit für den Bau des Marktes geben werde, davon ist die Fraktionschefin überzeugt: Denn neben den Genossen respektive den Parteilosen in ihren eigenen Reihen seien auch - wenigstens - vier Mitglieder der CDU-Fraktion für ein Ändern des B-Plans im Sinne des Mindener Lebensmittel-Konzerns. Bergmann mit Blick auf die Kritik Winkelhakes, dass der SPD ein langfristiges Konzept für die Zukunft Bad Eilsens fehle: "Wie schwierig längerfristige Planungen für unseren Ort sind, sieht man an den vielen leerstehenden Gebäuden des Kurortes ... Die Schaumburg-Klinik steht schon seit acht Jahren leer. Es wird Zeit, dass der Schandfleck an der Arensburger Straße so schnell wie möglich verschwindet - lange genug hat es jetzt gedauert." Darüber hinaus hätten die Edeka und Architekt Heinz-Dieter Söfker (hds) der Fraktion mehrfach versichert, dass die Politiker an der Gestaltung des Baukörpers mitwirken können - im Rahmen der Möglichkeiten, welche die Edeka Minden-Hannover Holding GmbH hat. Ihre Wahlaussagen für die Zukunft des Kurortes will die SPD-Fraktion (wie übrigens auch die CDU) am Donnerstag, 4. Mai, formulieren. Dabei geht es den Genossen laut Bergmann dann auch um "längerfristige" Ziele; Wunschvorstellungen für die kommenden Jahrzehnte festzuschreiben, wie von Winkelhake gefordert, hält die Fraktionschefin indes nicht für möglich.

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