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Wahlsieger Hellmann nennt Prioritätenliste: Wirtschaftsförderer schon 2007, mehr Geld für Horte

"Ich werde die Zukunft der Stadt gestalten"

Stadthagen (ssr). Die Verankerung der Stelle eines Wirtschaftsförderers bereits im städtischen Etat 2007, das rasche Freischaufeln von Haushaltsmitteln für Kindergärten und Horte, den Aufbau eines Familienzentrums zunächst an einer Kindertagesstätte sowie die schnelle Erarbeitung von Anträgen an EU-Förderprogramme - das sind Vorhaben, die der neu gewählte Stadthäger Bürgermeister Bernd Hellmann (SPD) ganz oben auf seiner Prioritätenliste stehen hat.

veröffentlicht am 26.09.2006 um 00:00 Uhr

Bernd Hellmann (l.) nimmt am Abend der Stichwahl die Glückwünsch

Bis 1 Uhr in der Wahlnacht hatte Hellmann "mit vielen Helfern und Weggefährten" im "La Piazzetta" gefeiert. "Die Siegesfeier sollte vor allem auch ein Dankeschön an alle sein, die mir geholfen haben", sagte der Bürgermeister in spe gestern im Gespräch mit unserer Zeitung. Der Montagmorgen war durch ein ausgiebiges Frühstück mit Ehefrau Vera gekennzeichnet - ein gemeinsamer Start in die neue Lebenssituation. Hauptamtlich wird Hellmann noch bis zum 31. Oktober als Verwaltungs-Vize im westfälischen Oerlinghausen seinen Dienst versehen. "Das bedeutet für meinen Amtsantritt am 1. November also einen nahtlosen Übergang", schilderte der Enzer, der im Oktober allerdings auch ein paar Tage Urlaub zwischenschalten will. Außer etlichen Vorgesprächen im hiesigen Rathaus und mit führenden Ratspolitikern hat Hellmann schon vor dem 1. November auch ein konkretes Anliegen: "Ich möchte in Absprache mit den Beteiligten nach einem Verfahren suchen, wie ich die schon fortgeschrittene Planung des Etatentwurfs für 2007 noch mitgestalten kann." Auf Nachfrage betonte Hellmann, er sei im Rat "an stabilen Mehrheitsverhältnissen interessiert". Der SPD-Politiker wörtlich: "Ich hielte es für eine wichtige Botschaft, wenn wir nicht jeden Tag und zu jeder Sache eine neue Mehrheit suchen, sondern stabile Verhältnisse bilden." An dieser Stelle nannte Hellmann als Beispiel das Thema Familienzentren, "bei dem es zwischen SPD und den beiden künftigen FDP-Ratsmitgliedern viele Gemeinsamkeiten gibt", um dann hinzuzufügen: "Die SPD hat in den vergangenen Jahren mit der FDP immer gut zusammengearbeitet." Hellmann unterstrich aber, dass Gruppenbildungen Sache der SPD-Fraktion seien. Auch sehe er kein Problem, bei zentral wichtigen Fragen "die CDU - auch durch Kompromisse - mitzunehmen, um einen Konsens zu ermöglichen". Grundsätzlich wolle er als Verwaltungschef ohnehin "stets den Dialog mit allen Gruppen im Rat pflegen". Zu seinen obersten Prioritäten nach Amtsantritt befragt, nannte Hellmann folgende Punkte: Schaffung der Stelle eines hauptamtlichen Wirtschaftsförderers bereits im Etat 2007. Schrittweise Einrichtung eines Familienzentrums, zunächst zumindest an einer der Kindertagesstätten. Umschichtung von Etatmitteln zugunsten von Horten und Kindergärten. "Da gehört alles auf den Prüfstand, das ist Kärrnerarbeit." Rasche Erarbeitung von EU-Förderanträgen, etwa im Bereich Tourismus. Start der "sorgfältigen Entwicklung" eines Konzepts zur verbesserten Verkehrsführung. Bei alledem seien für ihn vor allem zwei Grundsätze wichtig, fügte Hellmann an: Zum einen die frühzeitige und regelmäßige Einbindung der Beteiligten, und zweitens die Fortführung der soliden Finanzpolitik, aber: "Ich werde kein Sparkommissar sein, sondern die Zukunft der Stadt gestalten."

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