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Ralf Wilde arbeitet bereits für die Stadtverwaltung Hameln

"Ich weiß, wie Politik tickt"

Hameln. Es ist eine kleine, gemütliche Voradventsrunde, die sich im etwas beengten Besprechungszimmer der Geschäftsstelle der Hamelner SPD zusammengefunden hat. Willy Brandt grüßt rauchend und Gitarre spielend von der Wand, die altehrwürdige Parteifahne der Genossen prangt im stolzen Rot hinter dem Parteichef und seinem Kandidaten für die Hamelner Oberbürgermeisterwahl: Ralf Wilde geht als SPD-Kandidat bei der Wahl im Mai 2014 ins Rennen.

veröffentlicht am 02.12.2013 um 10:00 Uhr
aktualisiert am 02.12.2013 um 11:06 Uhr

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Dass die Vollversammlung der Hamelner Sozialdemokraten bei der noch notwendigen offiziellen Nominierung am 17. Dezember ihrer eigenen Ortsvereinsführung samt Findungskommission einen Strich durch die Rechnung machen könnte, damit rechnet bei der SPD nun wirklich niemand. Zu überzeugt sind alle, dass Wilde genau der richtige Mann mit der nötigen Erfahrung für das Amt des Hamelner Oberbürgermeisters ist. SPD-Chef Herbert Meistering formuliert bei der Vorstellung des erfahrenen Verwaltungsmannes: „Wir haben mit Ralf Wilde einen überzeugenden Kandidaten gefunden, der für alle Hamelner wählbar ist. Er genießt Vertrauen über Parteigrenzen hinweg.“

Wilde ist 55 Jahre alt, wurde in Rheine bei Osnabrück geboren, lebt mit seiner Familie in Extertal, ist Diplom-Ingenieur und kennt die Hamelner Verwaltung seit vielen Jahren: Aktuell ist Wilde „Fachbereichsleiter Umwelt und Technische Dienste“ bei der Stadt Hameln. Eine Findungskommission der Sozialdemokraten hatte in den letzten Wochen über ein gutes Dutzend möglicher Kandidatennamen nachgedacht, dann vier davon in die engere Auswahl genommen und sich schließlich einstimmig für Wilde entschieden. In der sechsköpfigen Findungskommission saß auch die Bundestagsabgeordnete Gabriele Lösekrug-Möller, ohne die bei der Hamelner SPD vieles nicht geht.

Wilde, der von sich selbst sagt, dass er „sehr beharrlich sein kann“, wenn er sich ein Ziel gesetzt habe, ist seit 1979 Mitglied der SPD, arbeitete seit 1984 unter anderem im Straßenbauamt Hameln sowie in der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr und ist seit 2008 in der Stadtverwaltung Hameln tätig. Zudem sitzt er seit 1995 für die SPD im Gemeinderat Extertal, wo er auch seinen aktuellen Wohnsitz hat. Da er „ohnehin mit der Frage gerechnet“ hat, sagt Wilde gleich dazu, „dass im Falle des Wahlsieges mein Erstwohnsitz in Hameln sein wird“.

Zu seiner Kandidatur sagt der kernige Mann mit der dunklen Brille: „Ich kenne Verwaltung, Rathaus und Ministerien und ich weiß, wie Politik tickt. Ich kenne also beide Seiten und denke, dass ich die notwendige Moderationsrolle eines Oberbürgermeisters gut ausfüllen kann.“ Für den Fall seiner Wahl will Wilde „ein ganz großes Augenmerk darauf legen, die politisch Agierenden stärker zusammenzubringen“. Eine Politik, die sich gegenseitig blockiere, weil die eine politische Seite dieses und die andere Seite eben jenes Projekt durchsetzen wolle, könne für eine Stadt wie Hameln nicht gut sein. Deshalb sieht Wilde die Rolle des Oberbürgermeisters vor allem darin, zwischen den politischen Seiten zu moderieren und anschließend Prioritäten im Sinne der Stadt Hameln zu setzen. Dieses sei überaus notwendig, da es in Hameln eine ganze Reihe von Aufgaben gebe, die bei der aktuellen Verschuldung der Stadt und der zu erwartenden hohen Kosten nicht in kurzer Zeit realisiert werden könnten. Wilde: „Ich kann nicht erkennen, wie wir das alles gleichzeitig schaffen können.“ Auf die Frage, welche Projekte sich bei einer solchen Prioritätsliste weit hinten wiederfinden könnten, antwortet Wilde schon ganz in Wahlkampf-Manier: „Das kann man heute noch nicht sagen.“ Dafür weiß der verheiratete Vater dreier Töchter jedoch, was ihm ganz wichtig ist: Er sieht die Themen Bildung und Familie als die wichtigsten für Hameln an: „Wir können unsere Zukunft nur dann gut gestalten, wenn wir uns als Kommune attraktiv für Familien machen und wenn wir eine ordentliche Schullandschaft und gute Betreuungsmöglichkeiten anbieten. Die Ganztagsbetreuung ist für mich ein ganz persönliches Anliegen.“

Die SPD Hameln hat ein 14-köpfiges Wahlkampfteam gebildet, das nun den Wahlkampf organisieren soll, der im Frühjahr anlaufen wird. Gewählt wird am 25. Mai 2014 – gleichzeitig mit der Europawahl.

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