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Corinna Zschau will mit ihren Bildern schöne Momente schenken: Heute Vernissage

"Ich möchte malen, wie ein Vogel singt!"

Rinteln. Ihre Bilder sehen so aus, dass man in sie hineingehen möchte, Landschaften, wie man sie wahrnimmt auf gelassenen "Und nichts zu suchen, das war mein Sinn"-Spaziergängen. "Ich schenke den Menschen schöne Momente", sagt Corinna Zschau (47), die Malerin. Einen Sonnenaufgang über der Weser zum Beispiel, die Nachmittagsstimmung am "geheimen Weiher" odereinfachen einen weiten Blick vom Hügel hinab ins Weserbergland.

veröffentlicht am 20.03.2007 um 00:00 Uhr

Malerin Corinna Zschau

Autor:

Cornelia Kurth

Seit ihren Berliner Kindertagen malt sie mit großer Hingabe und fand dabei in einem Onkel, der Kunstmaler war, ihren Lehrer. Ihr Abitur machte sie mit Kunst als Prüfungsfach (ihr Leistungskurs war Musik) und entschied sich dann mit Überlegung gegen den Besuch der Kunsthochschule für den Beruf einer Ergotherapeutin, um ihre künstlerische Neigung mit einem realistischen Broterwerb zu verknüpfen, der Maltherapie für Menschen, die Aufmerksamkeitsprobleme haben oder wieder lernen müssen, Wahrnehmung und Handlungsfähigkeit zu verbinden. "Jeder kann malen", sagt sie. "Man muss ihm nur helfen, diese Fähigkeit zu entdecken." Das ist ein schönes Credo, und vor allem passt es gut zu ihrer jetzigen Tätigkeit als privater Mallehrerin. Vor 15 Jahren nämlich zwang sie eine Krankheit, mit der Ergotherapie aufzuhören, und was zuerst ein Schock war, wendete sie ins Positive, indem sie verstärkt Malunterricht nahm, neue Techniken lernte und dabei zugleich auch aufmerksam darauf achtete, wie man eigentlich das Malen lernt. So entstanden viele, viele Bilder, von Menschen, Tieren, Pflanzen und immer wieder diesen Landschaften, die bei aller genauen Wiedergabe immer auch ein romantisches Element enthalten. "Meine Bilder schreien nicht, sie klagen nicht an", sagt sie. "Natürlich soll es auch Kunst geben, die aufrüttelt. Aber ich versuche eher das Gegenteil: Schau her, in dieser Welt lebst du - und es ist gut, hier zu leben." Mit diesem Ansatz erreicht sie Erwachsene und Kinder, die bei ihr Malkurse besuchen und oft zum ersten Mal erfahren, was für ein Glück es sein kann, sich in der Betrachtung einer Landschaft zu verlieren. "Ich selbst möchte am liebsten so malen, wie ein Vogel singt", sagt sie. "Und genau das will ich auch meinen Schülern weitergeben." Oft ist es so, dass Malschüler ein bisschen Angst davor haben, unbefangen die Leinwand zu nutzen. Gerade was den Umgang mit Ölfarben betrifft, so fürchten sie, mit einer gewagten Entscheidung das ganze Bild zu verderben. "Aber wozu haben wir unser kleines Kratzmesser", sagt die Künstlerin. "Es ist viel leichter, ein Ölbild zu korrigieren als ein Aquarell." Nach dem Ausbruch ihrer Krankheit hätte Corinna Zschau die Möglichkeit gehabt, in einer Förderschule den Kunstunterricht zu geben, das aber wollte sie ganz und gar nicht. "Im schulischen Kunstunterricht kann man nicht auf das Individuum eingehen", meint sie. "Und genau das ist es ja, was ich immer wieder versuche: Dem einzelnen Menschen zeigen, wie er seine Persönlichkeit durch das Malen neu erfinden kann." Heute Abend um 18.30 Uhr wird ihre Ausstellung in Rinteln in der Sparkasse Schaumburg mit einer Vernissage eröffnet. Am 22. und 28. März dann kann man der Malerin zwischen 9 und 11 Uhr bei der Arbeit zusehen.



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