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Begeisterndes Gospelkonzert mit liebenswerten Gästen aus Uganda

Ich hebe meine Augen zu den Bergen: Wie Glaube unüberhörbar wird

von Ulrich Reineking

veröffentlicht am 24.05.2007 um 00:00 Uhr

Singend, trommelnd und predigend - da blieb kein Zuschauer unber

Rinteln. Nein. Ein Konzert war das wirklich nicht, was das Ensemble "Living Sound" aus Uganda vor hoffnungsvollüberfülltem Saal in der Christuskirche am Blumenwall 150 pausenlose Minuten singend und tanzend, trommelnd, schreien und predigend über die Bühne brachte. Nein - das war schon sehr viel mehr als nur ein Konzert: Ein spektakuläres Ereignis für Körper, Geist und Seele, ein Missionszug des schwarzen Afrika tief hinein in die spirituelle Armut Europas. Und das dann auch noch mit einer "Botschaft für Deutschland", einem "Geschenkpaket", das in einer künstlerisch hochwertigen und emotionalisierten Darbietung bestand, die auch reserviertere Christenmenschen schnell in ihren Bann schlug und in den Verheißungen des vielfältig interpretierten 121. Psalms gipfelte. Die uralten Worte "Ich hebe meine Augen zu den Bergen" wurden dabei so lebendig, als ob sie eben erst geprägt worden seien. Und keiner im Auditorium, der nicht ein innerliches Beben spürte, als der schwarze Prediger die Stürme der Zeit beschwor, die über die Menschen hinwegggehen und die sich für seine Familie ganz persönlich als Sturm der Aids-Krankheit darstellen, von der Mutter, Ehefrau, Kinder gleichermaßen betroffen waren. Die durchweg wunderschönen Sängerinnen alle von einem Strahlen beseelt, mit dem eine jede von ihnen bei jedem Supermodel-Wettbewerb jede Konkurrenz vor Neid erblassen lassen könnte. Die trommelnden, singenden, predigenden Männer, allesamt von einer inneren Stärke bestimmt, die alles überwinden könnte - im Bündnis mit Gott, wie sie sicherlich hinzufügen würden. Dazwischen diese wohltuenden und wohlklingenden Lieder. Mal sentimental, dann wieder ekstatisch und in jedem Fall hingebungsvoll und hinreißend gesungen. Wohl kein professioneller Gospelchor, der dies je enthusiastischer interpretiert hätte. Dazwischen kleine Geschichten von den Familien in Afrika, den vier, fünf oder auch mal sechs Kindern, die daheim auf die Rückkehr von Mutter oder Vater warten von dieser besonderen Reise. Geschichten, die wesentlich mehr für die Zukunft der Familie aussagen, als dies durch moralisierende Scharfrichter und amtskirchliche Wort-Führer in all ihrer religiösen Hüfsteifigkeit geschehen könnte. Ergreifend, wie die Missionierten von einst den Spieß umkehren und nun die Entsendeländer der einstigen Missionare mit der Stärke ihres Glaubens konfrontieren, der offenbar selbst den Missbrauch der Evangelisation durch die Kolonisation überstanden hat. Wie in einer baptistischen Versammlung wohl kaum anders zu erwarten war, kommen die für Außenstehende immer wieder irritierenden Appelle zum Bekenntnis - zum Handaufheben und zum Gebet nicht zu kurz. Eher zögerlich wird dem Folge geleistet, aber schließlich hat der Prediger doch seinen Fang als Menschenfischer eingebracht in einem Publikum aus lauter Entrückten, Verrückten, vor allem aber wohl Beglückten. Pastor Detlev Brand findet jedenfalls frenetische Zustimmung des Publikums, das längst zur Gemeinde geworden ist, als er zum Schluss ankündigt, "Living Sound" auch bei der nächsten Europatournee nach Rinteln einzuladen - "und dann planen wir von Anfang an für einen sehr viel größeren Saal." Ein Optimismus, den man nach diesem eindrucksvollen Abend nicht nur mit Gottvertrauen erklären muss...



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