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Interview mit Eilsens Bürgermeisterkandidat Oliver Keller (SPD): Zeit reif für jungen Chef im Rathaus

"Ich glaube, meine Botschaft ist angekommen"

Eilsen (tw). Er will "frische Ideen und neuen Schwung" nach Eilsen bringen - dazu kämpft er bei der Kommunalwahl am 10. September um die Mehrheit der Stimmen: Oliver Keller. LZ-Redakteur Dr. Thomas Wünsche sprach mit dem SPD-Bewerber um die Nachfolge von Heinz Wischnat als Samtgemeindechef über Wahlhürden und -Ziele.

veröffentlicht am 25.08.2006 um 00:00 Uhr

"Der Edeka-Markt ist ein wichtiges Projekt, mit dem es dringend

Herr Keller, Sie sind von ihrem Wohnort her ein "Außenseiter" in Eilsen, haben früh alle Register gezogen, um sich als Krainhäger in der Samtgemeinde bekannt zu machen. Fallen Sie den Leuten nicht inzwischen auf die Nerven? Nein. Die Bürgerinnen und Bürger erwarten von mir, dass ich mich und meine Ziele vorstelle; immerhin bewerbe ich mich auf kommunaler Ebene um ein Spitzenamt. Wie Sie richtig festgestellt haben, habe ich mit meiner Vorstellung früh begonnen. Ich glaube, meine Botschaft ist bei den Wählerinnen und Wählern angekommen. In Ihrem Flyer behaupten Sie, Sie hätten als einziger Kandidat stichhaltige Ziele für die zukünftige Gestaltung der Samtgemeinde. Wie kommen Sie zu dieser Behauptung? Wenn man die Ziele nimmt, die ich in meinen Flyern und auf der Homepage des SPD-Samtgemeindeverbandes genannt habe, dazu meine mündlichen Aussagen betrachtet und das alles mit dem vergleicht, was mein Mitbewerber bislang verlautbart hat - dann werden Sie sehen, dass Sie bei mir eine Vielzahl von Aussagen zu konkreten Projekten finden. Bei meinem Mitbewerber finden sich dagegen nur allgemeine Aussagen und Selbstverständlichkeiten. Sie wollen im Falle Ihres Wahlsiegs eine kommunale Beratungsstelle für Familien und Senioren einrichten. Das kostet Geld - und ist in einem so kleinen Rathaus wie dem Eilser, wo Tür an Tür gearbeitet wird, doch gar nicht nötig ... Doch. Ein solches Familienberatungszentrum ist nötig. Es hat nicht unmittelbar etwas mit Verwaltung zu tun. Ich meine: Wenn es zum Neubau des Kindergartens kommt, kann dort auch ein Raum für dieses Beratungszentrum geschaffen werden. Weil insbesondere junge Familien Bedarf daran haben, ist der Kindergarten die richtige Adresse dafür. Die Beratungsstelle soll darüber hinaus aber auch Anlaufpunkt für Senioren sein, bei sozialen Problemen beraten oder die Menschen an andere Einrichtungen des Landkreises weiter vermitteln. Man munkelt, dass nicht wenige Eilser von der Art und Weise, wie die SPD mit dem (Ex-)Genossen und Amtsinhaber Heinz Wischnat umgesprungen ist, enttäuscht sind. Wird sich das für Sie als SPD-Kandidat negativ auswirken? Nein. Diese ganze Angelegenheit, die für die SPD eine parteiinterne Geschichte war, betrifft mich nicht mehr. Ich bin erst viel später als Kandidat aufgetreten - als klar war, dass Heinz Wischnat für die SPD nicht mehr kandidieren wird. Die Sache ist damals für beide Seiten alles andere als glücklich verlaufen. Ich würde mich freuen, wenn sich die Wogen wieder glätten und man in Zukunft wieder aufeinander zugeht. Mal ganz ehrlich: Warum sollen die Eilser Sie zum Samtgemeindebürgermeister wählen? Es ist mal wieder an der Zeit, dass Eilsen einen jungen Bürgermeister als Verwaltungschef bekommt. Der - wie ich - neue Ideen hat und sie auch umsetzt. Hinzufügen möchte ich noch: Als Heinz Wischnat damals in Eilsen angefangen hat, war er sogar noch jünger als ich es jetzt bin. Auch er hatte damals gute Ideen: Deshalb ist die Samtgemeinde heute so gut aufgestellt. Im übrigen bin ich als Volljurist und Bankkaufmann für dieses Amt besser als mein Mitbewerber qualifiziert. Welches Projekt würden Sie nach einem Wahlsieg als erstes anschieben? Da gibt es mehrere Projekte. Da ist zum einen der Kindergarten. Zum anderen muss aber auch die Sache mir dem Messingsberg dringend geklärt werden. Ich bin mit der Aussage nicht glücklich, dass der Berg komplett abgetragen werden soll. Außerdem muss die Beratungsstelle für Familien und Senioren eingerichtet werden. Nicht zu vergessen: der Edeka-Markt. Ein ganz wichtiges Projekt, mit dem es dringend vorangehen muss. Das sind die- vier - Dinge, die ich gleich nach meiner Wahl in Angriff nehmen werde. Welches davon als erstes, kann ich noch nicht sagen.

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