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Typisierungsaktion des Türkisch-Islamischen Kulturvereins bleibt hinter Erwartungen zurück

"Ich finde, das sollte eigentlich jeder machen"

Stadthagen (mw). Zum ersten Mal im Landkreis Schaumburg ist eine Typisierungsaktion von einer muslimischen Religionsgemeinschaft realisiert worden.Über 200 Menschen haben sich am Sonnabend in der Stadthäger Sonnenbrinkschule eingefunden, um sich mittels Bluttest in der Knochenmarkspenderdatei der DKMS Deutsche Knochenmarkspenderdatei gGmbH registrieren zu lassen.

veröffentlicht am 12.02.2007 um 00:00 Uhr

Die Mehrzahl der potenziellen Spender, die zur Typisierung gekom

"Ich habe ein bisschen mehr erwartet, aber ich bin ganz zufrieden", bilanzierte Ali IhsanÜnlü, Erster Vorsitzender des die Aktion ausrichtenden Türkisch-Islamischen Kulturvereins Stadthagen. Erfreut zeigte sich Ünlü darüber, dass sowohl türkische als auch deutsche Menschen teilgenommen haben. Die bisherige Integrationsarbeit verschiedenster Institutionen habe offensichtlich Wurzeln geschlagen. Zudem habe man bewiesen, dass man zusammen etwas auf die Beine stellen kann. Wichtig sei auch, das die türkischstämmige Bevölkerung für die Knochenmarkspende sensibilisiert werden konnte - zwei Drittel der potenziellen Spender gehörten dieser Bevölkerungsgruppe an. Die Typisierungsaktion sei super organisiert, lobte Peter Masong, DKMS-Aktionsleiter der hiesigen Aktion. Rund 25 Schreiber und Helfer seien eingebunden. Bei wie vielen Teilnehmern spricht die DKMS von einem Erfolg? "Man muss das immer von Aktion zu Aktion betrachten", sagte Masong. Stadthagen ist ein kleines Städtchen, wenn hier 250 Spender kommen, dann ist "das für uns ein Erfolg". Am Ende der Veranstaltung sind es laut Masong jedoch nur 206 potenzielle Spender gewesen. Die erhaltenen Bargeldspenden bezifferte er auf insgesamt 68,52 Euro. Zum Vergleich: Nach Information der DKMS fallen für jeden Bluttest Kosten in Höhe von 50 Euro an. Was bewegte die Menschen, die Initiative zu unterstützen? Auch sie könnte ja mal an Leukämie erkranken, erklärte Annerose Kramer aus Stadthagen ihren Beweggrund, Geld zu spenden. Sie würde das für jeden Kulturkreis tun. "Mensch ist Mensch." Arife Gök aus Seggebruch sagte, dass sie an der Typisierung teilnimmt, um kranken Menschen zu helfen. Er habe schon länger nach einer Typisierung gesucht, erzählte Lars Bauer aus Ahnsen. "Ich finde, das sollte eigentlich jeder machen. Das ist kein großer Aufwand und kann Leben retten." Petra Thiele aus Wendthagen hat sich typisieren lassen, "weil ich das als meine Pflicht ansehe". Außerdem: "Ichwollte das wahrnehmen, um Präsenz zu zeigen." Duran Gök aus Seggebruch, Trainer vom Verein "SV Union Stadthagen", war mit seiner Fussballmannschaft zum Bluttest gekommen. "Ich finde das gut, wir leben ja hier gemeinsam", kommentierte er die Initiative des Kulturvereins. "Ich wollte das schon länger machen, aber es war immer zu weit weg", begründete Renate Fischer aus Stadthagen ihre Teilnahme. Für die Verköstigung der Spender und Helfer mit Getränken und selbstgemachtem Gebäck sorgte die Frauenabteilung des Kulturvereins, berichtete Emine Yolac, ebenfalls Vorstandsmitglied des Kulturvereins. Auch Frauen, die zur Typisierung gekommen sind, haben etwas mitgebracht.



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