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Waldkindergarten stellt Bienen vor

„Ich bin Apis mellifera“

Coppenbrügge. Die Waldkinder nennen sie einfach Melli. Die kleine Biene stellt sich ihnen in einer Geschichte vor. „Ich lebe hier mit meinen Schwestern, ein paar Brüdern und meiner Mama im Bienenschaukasten. Meine Mama ist eine Königin und wunderschön. Nur sie kann Eier legen, aus denen dann wieder Schwestern oder Halbschwestern von mir werden. Meine Mama hat sogar eine Krone auf. Könnt ihr sie sehen? Welche Farbe hat sie? Ich habe auch ein paar Brüder. Das sind die Dicken. Die Waldkinder sagen, dass man sie gut an den Glupschaugen erkennen kann. Schau mal, ob Du sie findest. Die sind total faul. Während wir unsere kleinen Schwestern in den Waben versorgen, schon als frisch geschlüpfte Biene die Kinderzimmer (Waben) saubermachen, wenn wir älter sind, zu den Blüten fliegen und Nektar und Pollen sammeln und als ältere Bienen Wächterbienen sind, hängen unsere Brüder einfach rum, lassen sich von uns füttern und versorgen. Sie haben noch nicht mal einen Stachel, um uns zu verteidigen. Aber Mama sagt, ohne unsere Brüder, die man Drohnen nennt, gäbe es keine Babybienen. Na gut, dann füttern wir sie eben.“

veröffentlicht am 11.06.2015 um 06:00 Uhr
aktualisiert am 14.11.2016 um 16:46 Uhr

Seit dem Frühjahr läuft im Waldkindergarten am Ith ein Bienenprojekt, das auf sehr vielfältige Weise den Kindern die große Bedeutung der Bienen für uns Menschen erfahrbar macht. Die Kinder lernen in vielen Aktionen etwas über das faszinierende Leben der Bienen.

Deshalb steht nun am Bauwagen des Waldkindergartens in Coppenbrügge, direkt am Parkplatz der Revierförsterei ein Bienenschaukasten, der gerne auch von Besuchern, Familien und Wanderern besichtigt werden kann. Die eingangs erwähnte „Geschichte“ mit Erklärungen ist am Schaukasten zu finden.

Seit einigen Wochen hat der Waldkindergarten am Ith Besuch von einer Königin, die mit ihrem Hofstaat direkt neben der Revierförsterei in Coppenbrügge eingezogen ist. Fast täglich machen die Waldkinder ihr ihre Aufwartung. Am bunten Bienenschaukasten, mit Bienenwachsfarben bemalt, lässt sich wunderbar durch eine Glasscheibe die Königin mit ihren Arbeiterinnen und den pummeligen Drohnen (männliche Bienen) bei der Arbeit beobachten. „Die Drohnen können wir an den großen Glupschaugen erkennen“, erklärt Celine. Jason beobachtet, wie eine Biene mit ihren gelben Pollenhöschen ins Flugloch fliegt und beobachtet gespannt, wie sie auf der Wabe nach einer Zelle sucht, wo sie die Pollen ablegen kann. „Das ist Futter für die Bienenkinder“, sagt Joost.

Ganz schön mutig: Die Waldkinder lernen von Erzieherin Anne Gerhardt-Rodewald den fachgerechten Umgang mit den Bienen, ihre Erzieherin betreibt zu Hause eine Imkerei. pr

Begleitet werden die täglichen Beobachtungen durch viele verschiedene Aktionen rund um die Biene. „Wir möchten den Kindern mit Spiel, Theater und vielen anschaulichen Beobachtungen das Leben der Bienen näherbringen und ihnen die wichtige Bedeutung dieser emsigen Völker für uns und die Natur anschaulich und erlebbar machen“, sagt die Erzieherin Kim Rennemann. Besonders spannend war der Besuch in der heimischen Imkerei der Erzieherin Anne Gerhardt-Rodewald. „Die Kinder haben mir geholfen, Mittelwände einzulöten und die Honigräume zuzu machen. Da waren sie mindestens so fleißig wie die Bienen selber“, berichtet die Erzieherin. „Morgen werden wir gemeinsam mit den Kindern schleudern. Das wird ein Fest.“

Der bunte Bienenschaukasten des Waldkindergartens an der Revierförsterei in Coppenbrügge ist öffentlich zugänglich und kann gern von Familien, Wanderern, Kindergärten und Schulen besucht werden. Eine kleine Erklärung hängt in der Tür des Schaukastens.



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