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Dreijähriger Dobermann erleidet Hitzeschock

Hund im Auto: Kollaps

Bad Nenndorf (fox). Einen mittleren Großeinsatz hat ein im Auto zurückgelassener Hund ausgelöst. Der Fahrer hatte den Wagen an der Kurhausstraße in der prallen Sonne stehen lassen.

veröffentlicht am 04.06.2008 um 00:00 Uhr

Es ist 10.45 Uhr, als Passanten den jungen Dobermann auf der ledernen Rückbank des Autos liegen sehen. Das Tier bewegt sich kaum noch, hechelt in der Hitze. Die Polizei aus Bad Nenndorf rückt an, kann jedoch die Autotüren nicht öffnen. Inzwischen ist nicht nur Tierschutzvereinsvorsitzende Jutta Schneider an der Kurhausstraße eingetroffen, auch der Lauenauer Tierarzt Lothar Abele. Der Dobermann mobilisiert verängstigt seine letzten Kraftreserven, springt im Auto hin und her und knurrt zähnefletschend Beamte und Tierschützer an. Damit sich der Hund nicht noch weiter an die Kollaps-Grenze bellt, greift Abele zum letzten Mittel: der Spezial-Betäubungsspritze. "Die ist 75 Zentimeter lang", erklärt der Tierarzt. Durch einen Fensterspalt spritzt er dem jungen Hund gezielt ein Betäubungsmittel. "So kann er mich nicht beißen." Wenig später schläft der Dobermann ein. Da die Beamten die Autotür nicht öffnen können, schlagen sie kurzerhand die Seitenscheibe ein. Abele untersucht den dreijährigen Hund. Vom Besitzer, der nicht Halter des Wagens ist und daher über eine Kennzeichenfeststellung nicht sofort ermittelt werden kann, fehlt noch immer jede Spur. Deshalb nimmt Jutta Schneider den betäubten Hund nach erster tierärztlicherUntersuchung mit ins Tierheim. Die rund dreistündige Aktion kommt den Hundebesitzer aus Magdeburg teuer zu stehen. Mindestens 100 Euro kostet das Abschleppen des Autos, 150 Euro dürften nach Ansicht Schneiders Tierarztkosten und Auslagen des Tierschutzvereins ausmachen. Zwar bestehe grundsätzlich kein Problem darin, Hunde im Auto zurückzulassen, sagt Tierarzt Lothar Abele. Jedoch empfiehlt er angesichts der derzeit hohen Temperaturen dringend, in diesen Fällen unbedingt im Schatten zu parken, zudem die Seitenfenster einen Spalt breit offen zu lassen und das Befinden des Hundes inregelmäßigen Abständen zu kontrollieren. Eine Schale Wasser könnte dem Hund auch gereicht werden. "Steigt die Körpertemperatur auf mehr als 43 Grad Celsius an, setzt eine Zerstörung der Blutzellen ein", mahnt Abele. Der Hitzetod kann daher relativ schnell eintreten.



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