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Implantate ermöglichen schmerzfreie Bewegungen / Professor Miehlke referiert in der Bückeberg-Klinik

Hüft- und Kniegelenke halten nicht lebenslang

Bad Eilsen (sig). Früher hieß das Schicksal der Menschen, die ein unheilbares Hüftleiden hatten: Rollstuhl oder sogar Bettlägerigkeit. Auch der bei älteren Menschen besonders gefährliche Bruch des Oberschenkelhalses bedeutete einst ein langes Krankenlager und die Gefahr einer tödlichen Lungenentzündung. Welcheenormen Fortschritte die medizinische Forschung auf diesen Gebieten in den letzten Jahrzehnten gemacht hat, zeigte ein Vortrag von Professor Dr. Rolf K. Miehlke in der Bückeberg-Klinik.

veröffentlicht am 24.10.2006 um 00:00 Uhr

Professor Dr. Rolf Miehlke.

Zum Kreis der Zuhörer gehörten vornehmlich Fachärzte aus den heimischen Krankenhäusern und privat praktizierende Orthopäden. Sie nutzten diese Fortbildungs, zu der die Bückeberg-Klinik und der Ärzteverein Schaumburg eingeladen hatten. Ralf Schönwald, der Geschäftsführer der Bückeberg-Klinik, wies bei der Begrüßung der Teilnehmer auf das qualifizierte Reha-Team seines Hauses hin, das auf gute Erfolge bei den Anschlussbehandlungen von Gelenkoperationen verweisen kann. Auf diesem Feld besteht eine vertraglich vereinbarte Zusammenarbeit mit mehreren Krankenhäusern. Der neue Chefarzt der Bückeberg-Klinik, Dr. Uwe Link, nahm die Chance wahr, sich den Kollegen vorzustellen. Ein Grußwort sprach auch Dr. Jochen Steuber (Rinteln), der Chef des Schaumburger Ärztevereins. Er übergab die Leitung der Veranstaltung dann an Professor Dr. Miehlke, dem Ärztlichen Direktor des Orthopädischen Zentrums und Nordwestdeutschen Rheumazentrums im St. Josef-Stift Sendenhorst. Das von ihm gewählte Thema lautete: "Endoprothetik am Hüft- und Kniegelenk". Der Referent ist Mitglied in vielen medizinischen Fachorganisationen und unter anderem Präsident der Assoziation für Orthopädische Rheumatologie. Er war beteiligt an der Entwicklung moderner prothetischer Lösungen für die Hüft- und die Kniegelenke und ist ein absoluter Experte auf einem Feld, das wegen des zunehmenden Lebensalters immer wichtiger wird. Als Chefarzt und Operateur kennt er sich bestens aus mit allen Entwicklungen in der Endoprothesen-Versorgung. Anhand einer Fülle von Lichtbildern erläuterte Professor Dr. Miehlke die gebräuchlichsten Implantate, die es heute auf dem Markt gibt, und was bei ihrer Anwendung zu beachten ist. Die dazu gehörende Literatur sei inzwischen unübersehbar, erklärte der Referent. Zu Beginn gab er eine zusammengefasste Übersicht über die Historie der Operationstechnik - mit und ohne Knochenzement. Er zeigte auch Bilder von den Chirurgen, die beim Einsetzen von Gelenkersatz zu internationaler Geltung gekommen sind. Die ersten Versuche, durch Arthrose oder rheumatische Erkrankungen betroffene Knie- und Hüftgelenke operativ zu entfernen, gab es bereits in den 20-er und 30-er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. 1938 wurde in den USA eine körperverträgliche Metall-Legierung entwickelt. Später fand auch der PE-Kunststoff Verwendung. Ab 1972 gab es keramische Prothesenköpfe und etwas später auchsolche Gelenkpfannen. 1980 wurde bei der zementfreien Implantation erstmalig Titan eingesetzt. Den Kunststoff bezeichnete der Vortragende wegen des möglichen Abriebs als das schwächste Glied. Funktionierende Kniesysteme haben noch nicht eine so lange Bewährungsphase hinter sich. Auch auf diesem Feld hat Professor Dr. Miehlke zusammen mit zwei anderen Spezialisten Entwicklungsarbeit geleistet. In diesem Zusammenhang machte der Vortragende vor den Fachärzten deutlich, dass es bei der jeweiligen Operation letztlich nicht darauf ankomme, einen möglichst kurzen Schnitt anzusetzen, sondern das künstliche Gelenk müsse absolut präzise eingesetzt werden. Die Einführung des Navigationverfahrens sei ein großer Fortschritt, auch für den erfahrenen Chirurgen. Aber dazu gehöre eine sehr gründliche Vorplanung. Letztlich gehe es in allen Fällen darum, die individuellen Unterschiede jedes Patienten nicht außer Acht zu lassen und ihnen mit Hilfe des Implantates und der sich an die OP anschließenden Reha-Behandlung schmerzfreie Bewegungsabläufe zu ermöglichen.

"Wo Knochen bleibt, geht Leben weiter" lautet die Devise des Hüf
  • "Wo Knochen bleibt, geht Leben weiter" lautet die Devise des Hüftprothesenherstellers Braun aus Tuttlingen, der bei der Fortbildungsveranstaltung in der Bückeberg-Klinik einen Infostand hat. Fotos: sig
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