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Renaturierungsarbeiten im Hochmoor

Hubschrauber fliegt für den Naturschutz

Silberborn (spe). Rund 1000 Kilo Holz transportiert der gelbe Hubschrauber der Fluggesellschaft Helix aus dem baden-württembergischen Neuenstein pro Flug aus dem Naturschutzgebiet Mecklenbruch. Zwischen dem Anhängen der Baumstämme auf der Moorrandfläche und dem Ausklinken am Abfuhrweg ein paar 100 Meter weiter liegen jeweils nur fünf Minuten. Zwei, maximal drei Tage benötigt das Unternehmen, um auf diese Weise 3000 Bäume aus dem Hochmoor zu befördern.

veröffentlicht am 14.10.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 02:41 Uhr

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An den Holzsteg geht es im nächsten Jahr

Dem Wanderer im Mecklenbruch bietet sich ein ungewohntes Bild. Wo einst Fichten und Moorbirken standen, blickt das Auge nun kilometerweit. Forstwirte des Forstamtes Neuhaus haben in den zurückliegenden zwei Wochen in der Hauptsache besagte Fichten und auch Moorbirken im Naturschutzgebiet Mecklenbruch geschlagen. Die Fällarbeiten sind Teil der Renaturierung der Hochmoorfläche, denn für die geplante Flutung müssen die Gehölze in den Randbereichen und auf bereits abgebauten Flächen des Moores entfernt werden.

„Das Hochmoor Mecklenbruch bei Silberborn ist das am besten erhaltene Moor im niedersächsischen Bergland“, so der Waldökologe des Forstamtes Neuhaus, Ulrich Schlette. „Bereits 2004 und 1984 wurden hier umfangreiche Renaturierungsarbeiten durchgeführt.“ In einem Workshop mit Moor-Experten hatte das Forstamt im April unter Schlettes Leitung einen Maßnahmenplan aufgestellt. Durch die in diesem Rahmen vereinbarte Fällaktion soll der Wasserentzug und die -verdunstung durch die Bäume reduziert und das Moorwachstum begünstigt werden. Den Abtransport der Stämme übernimmt die Firma Helix, die seit Anfang September und voraussichtlich noch bis Mitte November per Hubschrauber die Sollingwälder kalkt. „Das ist zwar sehr kostspielig, aber es ist das einzige Verfahren, das Beeinträchtigungen am Moorkörper ausschließt. Ein Befahren mit dem Holzrückeschlepper ist hier unmöglich“, erläutert Frank-Rüdiger Hengst, der diesen besonderen Holztransport in seinem Revier organisiert.

Die ausgeflogenen Bäume werden direkt am Abfuhrweg zwischen Wanderparkplatz und Moorholzsteg zu Hackschnitzeln für Heizzwecke verarbeitet. „Mit über 20 000 Besuchern im Jahr ist das Hochmoor Mecklenbruch das am meisten besuchte Naturobjekt im Naturpark Solling-Vogler“, erklärt Kurt Hapke, Geschäftsführer des Naturparks Solling-Vogler. Naturfreunde und Wanderer können diesen einzigartigen Lebensraum mit seiner faszinierenden Tier- und Pflanzenwelt über einen Holzsteg und Aussichtsturm entdecken. Der Holzsteg und damit der Rundweg Mecklenbruch soll spätestens zum Wochenende wieder freigegeben sein.

Weitergehen sollen die Renaturierungsarbeiten bereits im November. Ein spezieller Moorbagger wird dann die Schlitzgräben und die Kammerung der ehemaligen Moorabbaugräben mit Torf-Dämmen verschließen.

Der Hubschrauber transportiert die Bäume aus dem Hochmoor.

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