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100 000 Euro Verlust im ersten Jahr / Brandschutz kostet viel Zeit / Aufnahme des Pflegebetriebs für November geplant

Hotel Hannover: Betreiber trennen sich von Battermann

Bad Nenndorf (fox). Nach einem Jahr Zusammenarbeit trennt sich die Betreibergesellschaft vom Hauptgeschäftsführer des Hotels "Hannover", Wilfried Battermann. "Sein Arbeitsplatz wird zugunsten anderer geopfert", hat der Vorstandsvorsitzende der Meppener "Bürgerhilfe" und Miteigentümer des Hotels, Georg Kotmann, gestern am Rande eines Informationsbesuchs des Landtagsabgeordneten Joachim Runkel erklärt. Der lang geplante Pflegebetrieb soll spätestens im November aufgenommen werden.

veröffentlicht am 11.10.2007 um 00:00 Uhr

Der befristete Arbeitsvertrag des einstigen Stadtdirektors Battermann, der den Hauptgeschäftsführer-Posten vor einem Jahr wegen seiner Erfahrungen als Geschäftsführer des Bad Nenndorfer DLRG-Tagungshotels "Delphin" bekommen hatte, werde nicht verlängert, sagte Kotmann gestern. Der Rieher scheide demnach zum Jahresende aus. Derzeit stehe die fünfköpfige Betreibergesellschaft in Verhandlungen mit Battermann. Dabei geht es dem Vernehmen nach auch um die Anteile, die er an der Gesellschaft hält. "Wir wollen uns einigen", sagte der Meppener. Am heutigen Donnerstag will sich Kotmann mit dem scheidenden Hauptgeschäftsführer treffen, um einen Abschlussvetrag zu unterzeichnen. Weiter ins Detail wollte der Vorstandsvorsitzende der "Bürgerhilfe" nicht gehen. Battermann hatte vor wenigen Monaten das Hotelrestaurant "Buchenfürst" an der Buchenallee erworben und verpachtet dieses nun. Wie Kotmann erklärte, hat Battermann eine Wettbewerbsklausel im Vertrag unterzeichnet, die ihm konkurrierendes Verhalten untersagt. Der "Buchenfürst"-Kauf habe mit der Beendigung des Beschäftigungsverhältnisses jedoch nichts zu tun. Battermann selbst wollte sich gestern auf Anfrage nicht zu der Thematik und seinen Zukunfstplänen äußern. "Ich habe nicht vor, über meine weiteren Tätigkeiten zu sprechen." Derzeit befindet sich der Rieher im Urlaub. Der Arbeitsplatz des Hauptgeschäftsführers werde "zugunsten anderer geopfert", hatte Kotmann erklärt. Nachrücken soll Marc Pinkenburg (27) aus Kolenfeld, der bislang als Hoteldirektor im Hotel "Hannover" tätig ist. Die "rechte und linke Hand" Pinkenburgs soll laut Kotmann die 29-jährige Nicole Schuster werden. Diese ist seit 1995 in dem Hotelbetrieb und zählt bereits heute zur Assistenz der Geschäftsführung. Die Bilanz nach einem Jahr Hotelbetrieb fällt für Kotmann, Pinkenburg und Schuster "positiv" aus - trotz hoher Verluste. "Wir haben im ersten Jahr rund 100 000 Euro Minus gemacht", berichtete Kotmann. Dennoch sei die Stimmung gut. "Unsere Auslastung liegt bei 28 bis 30 Prozent", sagte Schuster. Es gelinge dem Betrieb allmählich, ehemalige Geschäftskunden wieder zu aktivieren, die das 111-Betten-Haus nutzten. Miteigentümer und Bauingenieur Richard Schultz sagte dazu: "Wir müssen erst einmal die Vergangenheit bewältigen und die Gäste wieder von uns überzeugen." Kostenintensiv seien Investitionen in die Bausubstanz - aber auch die Gehälter der rund 50 Beschäftigten. Der Hotelbetrieb werde in jedem Fall weitergeführt. In 2008 soll eine Auslastung von rund 50 Prozent erzielt werden, so die vorsichtige Prognose. Auch das "Betreute Wohnen" erhalte Zuspruch. Sechs von acht Plätzen seien bereits belegt. Ein großer Schritt steht der Betreibergesellschaft derzeit bevor. Die lange geplante Aufnahme des Pflegebetriebs soll spätestens im November erfolgen. Für die kommende Woche sei die Bauabnahme geplant. Die Zimmereinrichtungen der 32 Pflegeplätze würden in diesen Tagen geliefert, erklärten Kotmann und Schultz. Derzeit verrichteten Handwerker die letzten Bauarbeiten. Die Betreiber müssen eine entscheidende Hürde nehmen. Der Landkreis Schaumburg hatte dem Betrieb Brandschutzauflagen erteilt, deren Umsetzung viel Zeit erfordert habe, so Schultz. "Wir haben 95 Prozent der Auflagen erfüllt, drei fehlende Brandschutztüren sind in der Auslieferung", sagte Kotmann. Wie Landkreis-Sprecher Klaus Heimann mitteilte, ist die Betriebsgenehmigung Ende vergangener Woche erteilt worden - vorbehaltlich der positiven Abnahme. In die Kritik der Eigentümer fielen insbesondere die Umstände, aus denen die neuen Brandschutzauflagen entstanden sind. Wie Schultz erläuterte, sei der hintere Anbau des Hotels an der Buchenallee bereits von 1966 bis 1995 als Pflegeheim genutzt worden. Ein Vorbesitzer der Immobilie habe den Trakt jedoch - offentichtlich ohne einen Umnutzungsantrag beim Landkreis zu stellen - bis zur Insolvenz als Hotel genutzt. Schultz habe jedenfalls keine Unterlagen über eine Umnutzung erhalten. Als er im Mai dieses Jahres den erforderlichen Bauantrag für den Pflegebetrieb gestellt habe, seien den Betreibern viele Brandschutzauflagen erteilt worden. Für den Sicherheitsaspekt hat Kotmann nach eigenen Worten in jedem Fall Verständnis. Jedoch müssten die Relationen gewahrt bleiben. Etliche Punkte aus den Auflagen seien für zehntausende Euro umgesetzt worden - darunter zwei Außentreppen. Über einige Details sei er mit einem Brandschutzbeauftragten des Landkreises jedoch derart uneins gewesen, dass er einen externen Gutachter mit der Prüfung beauftragt und letztlich dadurch erst eine Einigung erzielt hat (siehe unten).

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