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Familien wollen verlässliche Aussagen der Samtgemeinden

Horteltern im Teufelskreis

Haste (tes). Im August ist Schulanfang. Manche Eltern sehen diesem Termin mit Panik entgegen. Sie haben bisher keine Zusage für einen Hortplatz für ihr Kind bekommen. Kritisiert wird die starre Vergabepraxis, die Eltern bis zum Schluss im Ungewissen lässt, ob sie doch noch eine teure private Betreuung organisieren oder sogar ihren Arbeitsplatz aufgeben müssen.

veröffentlicht am 05.07.2008 um 00:00 Uhr

"Wir kämpfen gemeinsam für eine zweite pädagogische Fachkraft, um allen einen Hortplatz zu sichern", erklärt Brigitte Krebs, Sprecherin der Elternintitiative des Haster Hortes. "Nötig ist mehr Flexibilität bei den Mindestteilnehmerzahlen, um das Angebot den Anforderungen am Arbeitsmarkt anzupassen und Planungssicherheit für Eltern zu schaffen." Die Aufnahmekapazität des Hortes in der Grundschule Haste ist im Moment auf zehn Kinder beschränkt. Für August stehen bereits fünf Kinder auf der Warteliste. Da zwei der aktuell zehn Kinder im September aus dem Hort ausscheiden, können nur diese beiden Plätze neu besetzt werden. Das heißt: Mindestens drei Kinder gehen leer aus. Eigentlich sind es noch mehr. Im Laufe des Jahres habe es vier vergebliche Anmeldungen gegeben, erklärt Eltern-Sprecherin Brigitte Krebs. Für die Eltern ist der Bedarf klar: Es muss eine zweite Erzieherin her. Das Dilemma: Um die Vorgabe für die Beschäftigung einer zweiten Erzieherin zu erfüllen, müssten 15 Kinder gleichzeitig angemeldet sein. Hinzu kommt das Problem zu langer Wartezeiten: Eltern, denen nicht situationsgerecht ein Hortplatz angeboten wird, sind gezwungen ihre Anmeldung zurückzuziehen. "Mit der Folge, dass die Mindestteilnehmerzahl nicht erreicht wird", erklärt Krebs den so entstehenden Teufelskreis. Um dieses starre Verfahren aufzubrechen, appelliert die Elterninitiative an die Samtgemeinde für ein gewisses Kontingent (aktuell zwei Plätze) in Vorleistung zu gehen. Auf Nachfrage der Eltern habe Samtgemeindebürgermeister Bernd Reese darauf verwiesen, dass es sich bei Hortplätzen um eine freiwillige Leistung handelt. Auch Ordnungsamtsleiter Kurt Junor betonte, einen gesetzlichen Anspruch auf einen Hortplatz gebe es nicht. Dennoch habe Reese zugesagt, das Thema im Samtgemeindeausschuss im August zu beraten. Zu spät für die betroffenen Familien. "Wir brauchen bis Mitte Juli Gewissheit", verweist Krebs auf ein nötiges Zeitpolster für die Suche nach Alternativen. Die Realität sieht anders aus: "Wir wissen erst ein paar Tage vorher, ob es losgehen kann", verdeutlicht Barbara Stiller. Das wecke kein Vertrauen bei potenziellen Arbeitgebern. Die Eltern können selbst bei frühzeitiger Anmeldung nicht verlässlich planen. "Ich habe mein Kind am 8. März angemeldet", berichtet Stiller, "letzte Woche kam der Anruf mit der Aussage: Alles ist noch in der Schwebe."

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