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Der heißeste April seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen sorgt für Freud' und Leid

Horror für Landwirte - super für Badenixen

Auf diesem Acker im Auetal herrscht nur noch Dürre, der Boden ist hart wie Beton. Foto: rnk Landkreis (clb). Blauer Himmel, strahlender Sonnenschein, jeden Tag Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad und kein einziger Tropfen Regen - der April 2007 bricht alle Rekorde. Es ist der heißeste April seit Beginn der regelmäßigen Wetteraufzeichnungen im Jahr 1901. Das Traumwetter für Urlauber - der reinste Horror für Förster und Landwirte: Die Getreideblätter sind wesentlich dünner, geringere Erträge sind programmiert. Und für den gesamten Landkreis Schaumburg besteht hohe Waldbrandgefahr.

veröffentlicht am 28.04.2007 um 00:00 Uhr

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Das Forstamt in Hessisch Oldendorf warnt vor dem langen 1.Mai-Wochenende alle Ausflügler vor Unachtsamkeit in Waldgebieten: "Die vierte Risikostufe (von fünf) ist angekündigt worden, daher ist äußerste Vorsicht angesagt", informiert Dr. Michael Behrndt, stellvertretender Forstamtsleiter und Kreiswaldbrandbeauftragter des Landkreises. Grillen im Waldbereich sei ohnehin untersagt, Besucher sollten zudem darauf achten, keine Zigaretten oder Flaschen, die Brennglaseffekte hervorrufen können, wegzuwerfen. Auch das Parken von Autos am Waldrand sollte vermieden werden, weil die Katalysatoren die Gefahr einer Entzündung mit sich bringen würden. Erhöhte Waldbrandgefahr bestehe nicht nur durch den permanenten Wind, der das Austrocknen begünstigt, sondern vor allem wegen der Hinterlassenschaften des Orkans Kyrill. "Es liegt immer noch viel brennfähiges Material am Boden, so dass ein Feuer optimale Ausbreitungsbedingungen hat", erklärt Behrndt und fügt hinzu, dass die Mitarbeiter des Forstamtes daher an diesem Wochenende verstärkt im Einsatz sein werden. Künstlich bewässert werden müssen schon jetzt junge und neu angepflanzte Bäume sowie Kübelbepflanzungen und Blumenrabatten - was normalerweise erst im Hochsommer üblich ist, wie Klaus-Ulrich Hartmann, Landschaftsgärtner des Rintelner Bauhofes erklärt. In den letzten 25 Jahren habe er eine sofrühe Bewässerung noch nie erlebt. Außergewöhnlich niedrig sind auch die Pegelstände der Weser, die in dieser Woche in Rinteln zwischen 169 und 183 Zentimeter lagen. Die April-Werte der vergangenen Jahre lagen hingegen bei 566 (2006), 358 (2005) und 223 Zentimetern (2004). Für die Fahrt der Schiffe bestehe in unserer Region jedoch noch keine Gefahr, erklärt Monika Tiegel, gewässerkundliche Mitarbeiterin des Wasser- und Schifffahrtsamtes in Minden. Im Bereich Hann. Münden, wo die Pegelstände derzeit bei 120 Zentimetern liegen, sei die Lage hingegen schon kritischer. Das Wasser werde von der Edertalsperre zunächst in die Eder und dann in die Weser geleitet, damit die Binnenschiffe weiterhin problemlos fahren können, erklärt Monika Tiegel. "Absolut unproblematisch" sei hingegen die Trinkwasserversorgung im Landkreis Schaumburg, wie Jürgen Peterson und Michael Sokoll von den Stadtwerken Rinteln und Schaumburg-Lippe erklären. "Wir haben umfangreiche Kapazitäten, so dass eine sichere Versorgung für alle Kunden garantiert ist", versichert Sokoll. Ärgerlich für Wasserratten: Die Freibäder in Bückeburg und Rinteln behalten ihre ursprünglichen Öffnungstermine am 11. und 12. Mai bei. "Trotz der warmen Tageswitterung wäre das Verschleudern der Energie zu teuer und unter ökologischen Gesichtspunkten nicht vertretbar", erklärt Siegfried Demjanenko, Geschäftsführer der Bückeburger Bäder GmbH. Im Rintelner Weserangerbad hingegen müssten noch einige Baumaßnahmen vorgenommen werden, so dass sich der Eröffnungstermin nicht vorverlegen lasse, erläutert Jürgen Perterson. Übrigens: Laut www.wetter.com bleiben die Temperaturen auch in der nächsten Woche sommerlich warm - zwischen 18 und 27 Grad, mit viel Sonne und ohne Niederschlag.

Im Sonnenbrinkbad tummelte sich gestern dieses fröhliche Trio. V
  • Im Sonnenbrinkbad tummelte sich gestern dieses fröhliche Trio. Ve rena (l.) feierte ihren elften Geburtstag mit ihren Freundinnen Alina und Fiona im Schwimmring. Foto: tol


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