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Ortsrat: Hafenanlage am Kieswerk ja - doch nur mit Weser-Zugang für Spaziergänger und Sportler

Horn: "Strikt gegen das Wegbaggern des Weges "

Engern (clb). Die Planung des Binnenhafens in Engern schreitet immer weiter voran. Die wasserrechtliche Genehmigung sei bereits beim Landkreis beantragt worden, berichtet Klaus Heimann, Pressesprecher des Landkreises. Wahrscheinlich könne im Frühjahr bereits mit der Auskiesung begonnen werden, kalkuliert Bernd Hugo vom Wasserwirtschaftsamt. Zum Bau des Hafens werde es 2007 jedoch nicht mehr kommen.

veröffentlicht am 22.11.2006 um 00:00 Uhr

Mit dem Bau des Binnenhafens werde ein aktiver Beitrag zum Umweltschutz geleistet, da die Frachtenüber die Weser statt über die Autobahn transportiert werden, meint Dr. Frank Büthe, technischer Leiter des Kieswerks "Ahe Schaumburger Weserkies". Zusätzlich seien die Lieferungen terminierbarer und zuverlässiger. Alle naturschutzrechtlichen Bedenken seien ausgeräumt worden. Problempunkt für den Ortsrat Ahe-Engern-Kohlenstädt bleibt jedoch der ehemalige Treidelpfad entlang der Weser. Beim Bau des Hafens müsste dieser gesperrt, eventuell sogar komplett zerstört werden, die Erreichbarkeit des Weserufers für Spaziergänger und Sportler wäre nicht mehr gegeben. In der letzten Ortsratssitzung wurde dieses Thema aufgegriffen. Ortsbürgermeister Dieter Horn äußerte sich zunächst kritisch: "Prinzipiell habe ich nichts gegen die Errichtung einer Hafenanlage, allerdings bin ich strikt gegen das Wegbaggern des Weges." Denn der Treidelpfad habe Qualität, er sei ideal für Hundebesitzer, Wanderer und Reiter, so Horn. Er wolle sich in jedem Fall für die Erhaltung dieser Strecke einsetzen. Horn zeigte sich jedoch zugleich kompromissbereit. Er könne die Interessen der Firma Eggersmann verstehen und halte auch das Abtransportieren von Kies auf der Weser für ökologisch sinnvoll. Denkbar sei für ihn jedoch auch die Schaffung eines Alternativweges, den die Bürger anstelle des Treidelpfads nutzen könnten. Die Ortsratsmitglieder unterstützten Horns Vorschlag mit einstimmiger Mehrheit: Hafenanlage ja - doch nur wenn dem Dorf ein Weg erhalten bleibe. Auch Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz schloss sich der Meinung des Ortsrats an. Problematisch sei die Situation nur, weil der Weg Privateigentum sei und die Besitzerin einer Sperrung und Zerstörung bereits zugestimmt habe. In den nächsten Wochen wird zunächst eine Ortsbegehung stattfinden, bei der Ortsbürgermeister, Antragsteller sowie Vertreter des Landkreises anwesend sein werden. Erst dann kann entschieden werden, ob es eine geeignete Ausweichmöglichkeit für Spaziergänger geben wird. Doch auch der Bau eines Alternativweges sei nicht ohne weiteres möglich. "Denn dieser würde mehrere Grundstücke durchziehen", erläutert Buchholz gegenüber unserer Zeitung. "Und dazu müssten sich erst die betroffenen Besitzer bereit erklären." Vorerst könne man nur abwarten. Erst nach der Ortsbegehung, bei der auch die Beschaffenheit des Treidelpfads überprüft werde, könne entschieden werden, wie mit dem Weg verfahren werde, sagt auch Buchholz.

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