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"Nöte der Altstadtbewohner interessieren nicht!" / Skepsis auch bei CDU und SPD

Hoppe gegen 10 km/h-Zone: Besser Exter Weg sperren und Flüsterasphalt

Rinteln (wm). In CDU wie SPD gibt es Stimmen, die Tempo 10 vom Ostertor bis zur Brücke - wie vom Ortsrat vorgeschlagen - nicht gerade für eine gute Idee halten. Ratsvorsitzender Dr. Dietmar Nolting wie Extens Ortsbürgermeister Thorsten Kretzer, beide Rechtsanwälte, halten eine Tempo-10-Zone - das wäre eine durchgehende Beschränkung in mehreren Straßen - für rechtlich "bedenklich". Hintergrund: Die Straßenverkehrsordnung sieht das Aufstellen von Schildern vor, um Unfallgefahren (die sind in der Brennerstraße nicht gegeben) oder Lärm und Abgase zu mindern (dazu ist eine erweiterte Geschwindigkeitsbeschränkung kaum geeignet).

veröffentlicht am 22.11.2007 um 00:00 Uhr

Blitzer im Altstadt-Look: Werden die Brennerstraßen-Schweine kün

Am deutlichsten wird Altbürgermeister und Brennerstraßen-Anwohner Friedrich-Wilhelm Hoppe: "Tempo zehn würde bedeuten, dass für die knapp 1000 Meter von der Weserbrücke bis zum Ende der Ostertorstraße Autofahrer nicht mehr zwei, sondern sechs Minuten benötigen, vorausgesetzt, es gibt keinen Stau durch Lastwagen, Schulbusse oder die Müllabfuhr. Rein rechnerisch bedeutet das die dreifache Zeit, in der Anwohner mit Abgasen vollgepumpt werden und keine Fenster öffnen können." SPD-Fraktionschef Klaus Wißmann erklärt, die Fraktion habe sich noch nicht abschließend eine Meinung gebildet, er persönlich halte aber 10 Stundenkilometer nicht für die Lösung. Auch Dieter Horn mag seinen Kollegen im Ortsrat nicht folgen: Tempo 10 führe nicht zu einer Entlastung der Anwohner in der Brenner- und Mühlenstraße. Wißmann wie Horn stimmen vor allem dafür, die Situation an der Exter Kreuzung zu verbessern - mit Blick auf den zu erwartenden Mehrverkehr durch das Hochregallager. Die Lösung sieht Friedrich-Wilhelm Hoppe allerdings auch nicht in einer Sperrung mit Pollern, auch nicht in den Abendstunden. Dann sei der Verkehr erträglich, und notorische Raser bekomme erfahrungsgemäß weder die Polizei noch das Ordnungsamt in den Griff. Als einzige wirkliche Lösung kann sich Hoppe einen geräuscharmen Straßenbelag vorstellen (wie von der SPD im Ortsrat vorgeschlagen), dazu eine Sperrung des Exter Weges in Richtung Exten. Während dies Extens Ortsbürgermeister Kretzer kategorisch ablehnt ("nicht verhandelbar") sieht Hohenrodes Ortsbürgermeister Helmut Dörjes die Situation differenzierter: Das Problem sei für Anwohner südlich der Weser vor allem, morgens in die Stadt zu kommen, wenn Behrenstraße und Exter Kreuzung dicht sind. Optimal wäre es, eine weitere Auffahrt auf die Umgehungsstraße in Exten zu schaffen. Eine 10-Stundenkilometer-Zone lehnt Dörjes ab. Dann sollte man lieber den status quo beibehalten. Auch Dr. Dietmar Nolting wünscht sich statt eines Pflasters eine andere Lösung, etwa Asphalt, um den Lärmpegel zu senken. Für Ursula Helmhold (Grüne) ist eine Sperrung des Exter Weges keine Frage, denn das habe der Verkehrsgutachter als sinnvolle wie wirkungsvolle Maßnahme vorgeschlagen. Helmhold: "Wir haben kein Erkenntnisdefizit, sondern ein Handlungsdefizit, ein Defizit an politischem Mut." Hoppe bleibt da skeptisch: "Die Lobby der Ratsherren aus den südlichen Ortsteilen wird dem wohl nie zustimmen. Die wollen ja selber ruhig und fast autofrei wohnen, und die Nöte der Altstadtbewohner interessieren nicht!"



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