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Buchholzer: Zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein / 573 Fotografen aus 26 Ländern beim Wettbewerb

Holldack schießt eines der Top-Tierfotos Europas

Buchholz (tw). Glückwunsch. Der Naturfotograf Claus Holldack (41) aus Buchholz hat es mit seinem Foto "Falkenduo im Flug" in der Kategorie Vögel unter die ersten 50 Plätze bei dem Wettbewerb "Europäischer Naturfotograf des Jahres 2007" der "Gesellschaft Deutscher Tierfotografen" (GDT) geschafft. In diesem Jahr haben nicht weniger als 573 Fotografen aus 26 europäischen Ländern fast 9000 Fotos zum Wettbewerb eingereicht! Allein in der Königskategorie Vögel musste die Jury gut 1000 Fotos bewerten.

veröffentlicht am 22.09.2007 um 00:00 Uhr

"Turmfalkenduo im Flug": Diese Aufnahme ist eine der besten 50 T

Es war der erste Wettbewerb, an dem Holldack jemals teilgenommen und dabei zwei Bilder eingereicht hat. Sein zweites Foto, gleichfalls mit einer digitalen Spiegelreflexkamera gemacht, zeigt einen Rehbock auf einer Sommerwiese in Schaumburg. "Ich habe die Aufnahme des Falkenduos Ende April mit einer lichtstarken Festbrennweite aus einer Entfernung von 20 bis 25 Metern gemacht", sagt Holldack, der dafür - natürlich - ein Karbonstativ einsetzte; dessen Spezialkopf wurde für Holldack eigens in Berlin gefertigt. Bis der Rehatechniker, im Nebenberuf Werbe- und Hochzeits-Fotograf, zum "Schuss" kam, vergingen etwa vier Stunden. Dabei musste sich der Buchholzer vor den Tieren, von deren Eigenarten er sich zuvor durch die Lektüre von Fachbüchern ein Bild gemacht hatte, nicht mal verstecken: "Ich habe mich dem Horst, den ich Mitte April entdeckt habe, oft genähert, habe aber immer an der selben Stelle Halt gemacht." So merkten die Falken, dass der Fotograf keine Gefahr für sie darstellte. Kurios: Als die Jungen des Duos flügge wurden, flogen Schwalben zum Schein "Kamikaze"-Angriffe auf sie. Wo genau das Bild entstanden ist, mag Holldack indes nicht sagen: "Im Landkreis Schaumburg." Die Zurückhaltung des Fotografen, der selbst - ganz wichtig - nur mit Zustimmung der Förster in die Reviere geht, hat einen Grund. Mehrmals musste es Holldack bereits erleben, dass, wenn er den Ort preisgegeben hatte, anderen Tags Neugierige auf der Bildfläche erschienen und den Erfolg der Foto-Pirsch durch ihr Auftreten zunichte machten. Auch bei der Frage, mit welcher Kamera das Falken-Foto gelang, hält sich der in Hannover/Gehrden Geborene, der seit zwei Jahren in Buchholz lebt, zurück: "Es ist nicht die tolle Kamera, welche das tolle Foto macht. Es ist vielmehr der Fotograf, der draußen und zur rechten Zeit am rechten Ort ist." Ob Nikon, Canon oder Leica sei nebensächlich. Wichtig sei nur, dass die Kamera ein Gehäuse aus Magnesium hat, das stabiler als Plastik ist. Dabei ist die "Wildlife"- oder Tierfotografie so ziemlich die schwerste Gattung der Fotografie: "Man muss immer schussbereit sein, hat zum Auslösen nur Augenblicke. Und man muss in der Lage sein, das Bild, das sich demAuge bietet, sofort mit der Kamera technisch umzusetzen", sagt Holldack. Viele Menschen könnten viele Tiere auf ihren Spaziergängen im Wald viel öfter beobachten - wenn sie sich nur an eine Grundregel hielten: "Wer überraschend ein Tier sieht, darf nicht stehen bleiben oder sich gar zur Beobachtung ducken." Dann nämlich sähen die Tiere in dem Spaziergänger eine potenzielle Gefahr. "Richtig ist: Einfach weiter gehen und am besten ein Selbstgespräch führen", sagt Holldack. Dann nämlich fühle sich das Tier sicher. Wen der Buchholzer, der auch schon atemberaubende Bilder von Füchsen, Dachsen und Hirschen gemacht hat, noch mal vor die Linse bekommen möchte? "Kaiserpinguine, Eisbären und Polarfüchse - aber dafür müsste ich in die Arktis reisen." Doch der Charme der Sache sei, die noch neugierigen weil den Menschen nicht gewohnten Tiere vor dem Hintergrund einer weitgehend unberührten Natur zu erleben. Übrigens: Holldacküberlegt derzeit, gemeinsam mit dem Kreisforstamt Seminare für alle die Menschen zu geben, die an der Tierfotografie Interesse haben. Einen der vielen Tricks aus seiner "Kiste" verrät er schon jetzt: "Fotografen haben in der Regel das Problem, dass sie nicht zum ,Schuss' kommen, weil die Tiere sie vorher wittern. Ich zaubere Seifenblasen in die Luft, wenn ich mir einen Standort aussuche. Dann beobachte ich genau, wohin die Blasen getrieben werden. Und dann weiß ich, wie derWind geht."

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