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CO2-Bilanz liegt vor / Stadt schnürt mit den Bürgern ein Klimaschutzpaket / Teilnahme noch möglich

Hoher Energieverbrauch in Hamelns Häusern

Hameln (wul). Die Hamelner verbrauchen mehr Energie pro Kopf (etwa 32 Megawattstunden) als der Rest der Einwohner im Landkreis und auch im Vergleich zum Bundesdurchschnitt (rund 29 MWh). Außerdem fällt der hohe Anteil der privaten Haushalte am CO2-Ausstoß der Stadt ins Auge, als Miguel Morcillo vom Klima-Bündnis die CO2-Bilanz präsentiert. Im Forum der Elisabeth-Selbert-Schule am Münsterkirchhof hören ihm rund 70 Männer und Frauen zu, um zu erfahren, wie Hameln es mit dem Klimaschutz halten will.

veröffentlicht am 14.10.2009 um 15:54 Uhr

Am Klimaschutz interessiert: Teilnehmer aus Politik, Verwaltung,

Als erste Stadt des Landkreises hat Hameln Bürger mit ins Boot geholt, um bis März 2010 in drei gemischten und zwei verwaltungsinternen Arbeitsgruppen ein Klimaschutzkonzept zu erstellen. Gefördert wird das Vorhaben mit 35 000 Euro vom Bundesministerium für Umwelt. Ziele: die Energieeffizienz und den Anteil der erneuerbaren Energien zu erhöhen (von jetzt 10 auf 20 Prozent), wie Susanne Treptow von den Stadtwerken Hameln erklärte, und letztlich die Emissionen zu senken. Während der Landkreis von 20 Prozent weniger Kohlendioxidausstoß bis 2020 spricht, hält Hameln sich mit Zahlen diesbezüglich bedeckt. Der Erste Stadtrat Eckhard Koss spricht dagegen von einer mittelfristig „erheblichen“ und „prägnanten“ Reduzierung. Im Laufe des Prozesses sollen die Ziele konkretisiert werden.

Hameln habe sich als moderne Stadt hinsichtlich Klimaschutzaktivitäten schon einen Namen gemacht, so Koss und listet Bausteine auf: Soltec, Solarförderprogramm, zahlreiche Photovoltaikanlagen auf öffentlichen Gebäuden, die Entscheidung der Stadtwerke für Wasserkraft sowie deren geplante Beteiligung am Windpark, die Heizspiegelkampagne und auch die Einstellung einer Klimabeauftragten bei der Stadt. Doch ausruhen wolle man sich darauf nicht.

In 50 Minuten stimmten Oberbürgermeisterin Susanne Lippmann und Stadtwerke-Geschäftsführerin Susanne Treptow die Anwesenden aus Wirtschaft, Politik, Verbänden und die Männer und Frauen, die als Privatpersonen gekommen waren, auf die Arbeit ein: „Ein sehr ehrgeiziges Projekt“ sei das, so Lippmann, und Treptow, die das Projekt mit dem städtischen Tochterunternehmen maßgeblich unterstützt: „Ziel ist es, die Weichen zu stellen zum Wohle unserer Umwelt und aller Lebewesen auf dieser Erde.“ Eckhard Koss und Fachbereichsleiter Ralf Wilde luden zum Mitmachen ein: „Arbeiten Sie mit uns an einem tragfähigen Konzept“ und „Wir brauchen Ihre Ideen!“

Die Resonanz hinterher war gemischt. Einige waren verhalten – es müsse abgewartet werden, wie sehr sich die Bürger tatsächlich einbringen können. Andere honorierten das Vorgehen der Stadt: „Schön, dass erkannt ist, dass etwas geschehen muss“, so Marita Vahlbruch vom Biolandhof Harderode. Sie hat sich entschieden, bei der Arbeitsgruppe „Klimafreundliche Mobilität“ mitzuwirken, bei der sich bislang zehn Teilnehmer eingetragen haben und für die drei Termine angesetzt sind. Ebenfalls zehn sind es bei der AG „Energiesparen, erneuerbare Energien, Energieeffizienz“, die sich fünfmal treffen wird, und 24 wollen bei der AG „Information und Bildung“ an drei Terminen mitwirken. Letztere ist deshalb so relevant, weil „es schnell an die Frage geht, was die Haushalte und die Wirtschaft unternehmen“, so Lippmann. „Da können wir ja keine Vorgaben machen“, erklärt die Oberbürgermeisterin, sondern eben hauptsächlich auf die Beratung und Sensibilisierung setzen. Ganz wichtig sei es daher, an den Kitas und Schulen – bei den Energienutzern von morgen also – anzusetzen.

Wer sich an den AGs beteiligen möchte, kann sich unter 05151/2021268 melden.

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