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"Park& Ride"-Anlage soll wachsen

Hohe Spritkosten: 290 000 Euro für Pendlerparkplätze

Haste (tes). Der Rat der Gemeinde Haste hat sich einstimmig dafür ausgesprochen, die "Park and Ride"-Anlage am Bahnhof um 67 Stellplätze zu erweitern. Geschätzte 290 000 Euro soll das Projekt kosten. Wenn die in Aussicht gestellten Fördermittel fließen, könnte im Frühjahr 2009 Baustart sein.

veröffentlicht am 22.05.2008 um 00:00 Uhr

Die steigenden Treibstoffpreise schlagen sich nach den Worten von Bürgermeister Sigmar Sandmann in einer höheren Attraktivität des Standorts Haste nieder. Immer mehr Pendler aus Nenndorf und Rodenberg steigen hier am Bahnhof vom Auto in den Zug um. Die Folge: Die Parkplätze werden knapp. Der Rat will Abhilfe schaffen mit 67 zusätzlichen Stellplätzen in zwei Teilbereichen. Auf dem stillgelegten Bahngleis 32 und dem angrenzenden Bahnsteig sollen 42 Parkgelegenheiten entstehen. Weitere 25 Plätze sind auf der Grundstücksfläche entlang der Straße "Am Forsthaus" geplant. Zudem plädierte CDU-Fraktionsvorsitzender Horst Gümmer dafür, in die vorgesehene Fahrbahn neben dem Gleis 31 (bisher Bahnsteig) einen farblich abgesetzten Fußweg zu integrieren. 1995 ist die Parkplatzanlage mit zunächst 204 Stellplätzen für Autos sowie einer Unterstellmöglichkeit für 300 Fahrräder entstanden. Im Vorfeld der Expo folgten in den Jahren 1999 und 2000 weitere 84 Pkw-Stellplätze. Jetzt ist wieder ein Ausbau nötig, waren sich die Fraktionen einig. Ein für den zweiten Bauabschnitt "Am Forsthaus" geplanter Grunderwerb von 1230 Quadratmetern ist im Moment nicht möglich. Die Bahn AG wäre grundsätzlich verkaufsbereit, erklärte Gemeindedirektor Heinrich Bremer. "Betriebsnotwendige Einrichtungen" wie Oberleitungsmasten stünden dem jedoch entgegen. Folglich strebt die Gemeinde einen Gestattungsvertrag mit einer Mindestlaufzeit von 25 Jahren an. "Zudem haben wir ein Vorkaufsrecht", betonte Bremer. Die Gesamtkosten für das Projekt werden auf 290 000 Euro geschätzt. In die Finanzierung sollen 79 000 Euro aus Regionalisierungsmitteln des Bundes "ÖPNV" einfließen, die der Landkreis verteilt. Die entsprechende Empfehlung des Kreisentwicklungsausschusses liegt bereits vor. Einen Zuschuss von 181 000 Euro verspricht sich die Gemeinde von der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG). Bleiben 30 000 Euro, die Haste aus Eigenmitteln bestreiten muss. Bei einer Zusage wären also nur zehn Prozent der Kosten von der Gemeinde zu tragen. "Das ist für Haste eine attraktive Sache", so Sandmann. Den Förderantrag an die LNVG reicht Bremer in dieser Woche ein. Eine Entscheidung des Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sei im Januar 2009 zu erwarten. Bei optimalem Verlauf könnten im Frühjahr 2009 die Bauarbeiten starten. Der Rat veranlasste, eine Verpflichtungsermächtigung über 290 000 Euro zu Lasten des Haushaltsjahres 2009 in den Nachtragshaushalt für 2008 aufzunehmen. Die Realisierung der gesamten Maßnahme steht unter dem Vorbehalt, dass beantragte Fördermittel verbindlich zugesagt und somit die Finanzierung als gesichert anzusehen ist. SPD-Fraktionsvorsitzender Heinz-Joachim Gresel forderte, dies mit einer Rücktrittsklausel vertraglich zu dokumentieren.

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