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Mitglieder der Hamelner Esperanto-Gruppe „Ratkapista Bando“ pflegen eine neutrale Weltsprache

„Hoffende“ sind auf der ganzen Welt zu Hause

Hameln. Sie sind Idealisten, die Mitglieder der Hamelner Esperanto-Gruppe „Ratkapista Bando“. Quer durch alle Altersgruppen sind Menschen verschiedenster Couleur dabei, und sie alle eint der Gedanke an eine wirklich neutrale Weltsprache, die niemanden bevorzugt oder benachteiligt. Dabei wollen sie sich keineswegs als Weltverbesserer verstanden wissen: „Esperanto soll ein Beitrag zur Völkerverständigung und zum Kennenlernen anderer Kulturen sein“, erläutert Heinz Wilhelm Sprick, 1. Vorsitzender des Hamelner Vereins. Die Plansprache verteidigt die Ideale des Humanismus: Völkerverständigung, Gleichberechtigung und Respekt vor dem anderen. Und ist auf internationaler Ebene durchaus anerkanntes Mittel zur Verständigung: sogar Google® spricht Esperanto.

veröffentlicht am 08.04.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 03.11.2016 um 19:21 Uhr

Musikalisch ging es bei einem Treffen der Treffen der Esperantis

Autor:

Inken Philippi

„Überhaupt“, so Sprick, „ist das Internet natürlich für alle Esperantisten eine großartige Möglichkeit zur Kommunikation.“ Auf allen Kontinenten wird von Menschen an den verschiedensten Orten Esperanto gesprochen, und der größte Teil von ihnen zeichnet sich durch besondere Reisefreudigkeit aus. Bewährtes Hilfsmittel für die Reisenden ist hier der „Pasporta Servo“. In dem kleinen blauen Buch finden sich die Adressen von Esperantisten aus aller Welt, die bereit sind, Gäste für eine oder auch mehr Nächte bei sich aufzunehmen – kostenlos versteht sich – einzige Voraussetzung: der Gast muss Esperanto sprechen.

Erfinder stammt aus Bialystok

„Ist auch ganz einfach zu lernen“, ist Sprick optimistisch. Basierend auf dem Baukastenprinzip und einem regelmäßigen Verbsystem wird der Lernaufwand für die Plansprache so gering wie möglich gehalten. Ihr Entwurf stammt von Dr. Lazarus Ludwig Zamenhof, einem Augenarzt jüdischer Abstammung aus Warschau, der sie 1887 unter dem Pseudonym „Esperanto“ (ein Hoffender) mit einem Lehrbuch vorstellte.

Bialystok im heutigen Polen, der Ort, in dem Zamenhof aufwuchs, wird in diesem Jahr auch der Ort des wichtigsten Treffens der Esperantisten sein: des Weltkongresses.

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Schüler des Hamelner Schiller-Gymnasiums erlebten Projekttage zum Thema Esperanto.

Gesellig sind auch die Hamelner Mitglieder des weltumspannenden Sprachnetzwerks. Und getreu dem Motto „Wer besucht, der muss auch einladen“ verzeichnet Sprick eine illustre Schar an Gästen, die ihm und seiner Esperanto-Gruppe bereits ihren Besuch abstatteten. Neben Veranstaltungen wie dem alljährlichen „Rata-Rendevuo“, zu dem die Hamelner benachbarte Vereine einladen und ihnen ihre Stadt und die Umgebung zeigen, kommen auch einzelne Besucher, beispielsweise aus Brasilien, Belgien und Nepal in die Rattenfängerstadt und werden natürlich immer von Mitgliedern des Vereins beherbergt.

Beeindruckt von soviel Internationalität waren auch die Schüler des Hamelner Schiller-Gymnasiums. Im Rahmen ihrer Projekttage bot Sprick hier Informationen zum Thema Esperanto an und stieß auf großes Interesse. Eine Esperanto-AG entwickelte sich, die der erste Vorsitzende in seiner wenigen Freizeit betreut. Zudem bietet der Verein natürlich auch die Gelegenheit, die Sprache in Kursen zu erlernen - zum Selbstkostenpreis, lediglich die Lehrmittel müssen selbst finanziert werden.

Hauptpunkt ist „Verschiedenes“

Den Esperantisten in Hameln geht es insgesamt ohnehin weniger um Formalitäten, sondern vielmehr um Inhalte. Ihre Jahreshauptversammlung schaffen sie aus diesem Grund auch in Rekordzeit, und im Gegensatz zu anderen Vereinen benötigen sie für den Programmpunkt „Verschiedenes“ am meisten Zeit: Alle Anwesenden erzählen, was sie in diesem Jahr vorhaben, welche Treffen, Länder oder Menschen sie besuchen wollen. Sprick selbst fährt im Frühsommer nach Dänemark: „Ich fahre auf das Rockfestival in Roskilde. Da werde ich mit der dänischen Esperanto-Jugend zeitweise einen Info-Stand betreuen und kostenlos die Veranstaltung besuchen dürfen. Für meine Unterkunft ist dort auch gesorgt, vielleicht im Zelt oder so.“ Idealismus hin oder her, da bleibt dem ersten Vorsitzenden nur ganz profan eins zu wünschen: Gutes Wetter!



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