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Pollhäger Storchennest mit Gestell wieder auf dem Schornstein fixiert / Bau und Landkreis tragen die Kosten

Hoffen auf die Rückkehr des „alten Hasen“

Pollhagen (gus). Das vor anderthalb Monaten in Pollhagen abmontierte Storchennest ist wieder zurück an Ort und Stelle – genauer: auf dem Schornstein der Gärtnerei von Frank Pietsch. Mit einem Unterschied: Zwischen Nest und Schornstein befindet sich jetzt ein Edelstahlkonstrukt.

veröffentlicht am 21.11.2011 um 18:48 Uhr

Als sich der männliche Vogel im März dieses Jahres bei Pietsch einnistete und wenig später eine weibliche Begleitung auftauchte, war das Pollhäger Storchenglück fast vollkommen. Im Juni folgte der letzte Schritt: Es schlüpften Junge. Doch es gab ein Problem: Das Nest hatte der Storchenmann auf dem Schornstein der Gewächshaus-Heizung geflochten, und ab Herbst muss der Unternehmer die Heizung wieder anwerfen.

Also galt es, etwas zu erfinden, damit das Gebilde zwar an seinem Platz bleiben kann, aber nicht den Betrieb stört. Der Storchenexperte Reinhard Löhmer aus Hannover hatte die Idee, ein Gestell bauen zu lassen, sodass der Rauch unter dem Nest abziehen kann, ohne die Störche zu stören.

Nachdem die Vögel zu ihrem Winterquartier in Afrika aufgebrochen waren, traten Mitarbeiter der Gärtnerei, des Naturschutzbunds (Nabu) und des Naturschutzamts des Landkreises in Aktion. Die Firma Neitz aus Sachsenhagen erhielt den Auftrag, das Gestell zu bauen.

Björn Möller, Frank Pietsch und Eckhard Seidel bereiten das Storchennest für die Kranfahrt vor.

Jetzt wurde es vom Nabu nach Pollhagen transportiert, und Heinrich Abel bugsierte es per Kran auf die Spitze des Schornsteins – und zwar kostenlos. Dort montierten es Pietsch, dessen Mitarbeiter Björn Möller und Eckhard Seidel vom Nabu mit Schrauben. Annett Buchholz dokumentierte die Aktion per Kamera. Die Kosten von 2700 Euro teilen sich Nabu und Landkreis.

Nach rund einer Stunde war es geschafft. Jetzt hoffen die Beteiligten, dass das Storchenpaar im Frühjahr nach der Rückkehr aus Afrika wieder zur Pollhäger Gärtnerei zurückkehrt. Eine Garantie gebe es aber nicht. „Es war die erste Brut, und der Afrikaflug ist nicht ungefährlich“, sagt Seidel. Andererseits gelten Störche als standorttreu.

Auch Pietsch ist optimistisch: Der männliche Pollhäger Storch sei mit 19 Jahren ein „alter Hase“ und bereits mehrfach heil aus Afrika zurückgekehrt. Löhmer sieht ebenfalls gute Chancen auf weiteren Storch-Nachwuchs in Pollhagen. „Aus Sicht des Storchenschutzes ist die Sanierung und dauerhafte Sicherung des Neststandortes Pollhagen ausdrücklich zu begrüßen“, schreibt der Experte in einem Gutachten.

Bilder auf sn-online.de



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