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Agiert Kulturvereinsvorstand ohne Not?

Hof Gümmer: Mieter uneins

Lindhorst. Die Betreiber des Museums und des Cafés „Zum Pferdestall“ im Hof Gümmer sind offensichtlich unterschiedlicher Ansicht über die Einschätzung der Finanzlage. Beide Objekte hat der Förderverein Schaumburger Bergbau gemietet und, wie berichtet, vergeblich um Minderung der Zahlungen bei der Gemeinde angefragt. Vorsitzender Gunter Ludewig hat die Entscheidung des Lindhorster Rates bedauert, während der Café-Betreiber Reinhard Falke den Vorstoß nicht versteht.

veröffentlicht am 18.12.2014 um 18:33 Uhr
aktualisiert am 18.12.2014 um 20:13 Uhr

„Der Antrag war völlig unnötig“, sagt Falke, der selbst Vereinsmitglied und sogar Kassenprüfer ist. „Da ich Kassenprüfer bin, kann ich sagen, dass ich nicht erkennen kann, dass der Verein nicht zurechtkommt“, hält Falke die Lage für völlig stabil. Außerdem wundert sich der Gastronom, dass der Vorstand im Alleingang gehandelt hat. „Der Vorstand ist nie an mich herangetreten.“ Ludewig bestätigt dies. Man habe zwar schon überlegt, den Kostenbeitrag des Cafés zu erhöhen, die Verträge, die 2006 auf 20 Jahre abgeschlossen worden seien, ließen dies aber nicht zu. So sehe er nun nur die Möglichkeit, sich an die Schaumburger Landschaft zu wenden, um von dort vielleicht Unterstützung zu bekommen.

„Man hätte ja mal gemeinsam sprechen können“, reagiert Falke mit Unverständnis darauf, dass der Vorstand die finanzielle Situation des Vereins so schwarz malt. Ludewig hingegen sieht die Felle davonschwimmen. „Dieses Jahr hatten wir nur fünf oder sechs Gruppen, die das Museum besucht haben“, klagt er. „Die Jahre davor hatten wir Stress ohne Ende.“ Es sei „lächerlich“, was in den Spendendosen zu finden sei, wenn einzelne Gäste sich einmal ins Museum verirren. Ludewig macht auch die reduzierten Öffnungszeiten des Cafés dafür verantwortlich. Früher sei nahezu die ganze Woche geöffnet gewesen, jetzt sei nur noch Donnerstag bis Sonntag Betrieb. Darunter leide auch die Frequenz im Museum.

„Da gibt es doch andere Möglichkeiten, Geld zu erwirtschaften“, wenn es wirklich irgendwo mangele, meint Falke, dem es zudem nicht passt, dass immer nur der Vorstand agiert. Er habe mehrmals vorgeschlagen, Mitgliederversammlungen zusätzlich zur Jahresversammlung einzuberufen. Da hätten die Mitglieder solche Dinge klären können. Zumal sich Verein und Cafébetreiber die monatlichen Kosten von rund 300 Euro teilen.

Die geringe Miete für das Café ergebe sich daraus, dass Verpflichtungen den Lindhorster Vereinen gegenüber bestehen, sagt Falke. Moderate Preise, unentgeltliche Überlassung der Räume und der Verzehr von mitgebrachten Speisen, dies alles sei zur Unterstützung der Vereinspflege vereinbart worden. Zudem gibt Falke an, in den Ausbau nicht nur ehrenamtliche Arbeit sondern auch eigenes Geld investiert zu haben. „Das Museum ist mein Herzblut“, sagt Falke. bab

Der Kultur-Förderverein Schaumburger Bergbau kann seine Miete für die Ausstellungsräume im „Hof Gümmer“ kaum noch aufbringen. Darum hat der Verein bereits im Mai dieses Jahres einen Antrag auf Mietminderung oder sogar -erlass bei der Gemeinde Lindhorst gestellt. Denn diese ist Eigentümer des Gebäudes. Auf die tagesordnung des Rates kommt das Thema aber jetzt erst, genauer gesagt am 15. Dezember. Warum????

darum!!

Die aktuelle Miete beträgt 220 Euro zuzüglich 70 Euro Nebenkosten im Monat. Im Antrag des Fördervereins heißt es: „Wir sind nur ein kleiner Verein (circa 50 Mitglieder) und können von unsereren Mitgliedsbeiträgen – jährlich 24 Euro - die Miete auf Dauer so nicht mehr in voller Höhe zahlen.“ Auch die Einnahmen aus Spenden, Kartoffelfest, Bockbieranstich und Silvesterfeier seien jedes Jahr rückläufig. „Ebenso schmerzlich sind die enormen Kosten für die Gema.“

Nähere Angaben zur wirtschaftlcihen Situation und der Entwicklung des Museus wollte der Förderverein nicht geben. Der Vorstand wolle erst den Ratsbeschluss abwarten, heißt es vom Vorsitzenden Gunter Ludewig.

Schon bei einer Ausstellungseröffnung im März 2013 wurde deutlich, dass der finanzielle Schuh drückt. Schon damals betonte der Vorstand, dass sie es sehr begrüßen würden, wenn neben den stets gut besuchten Festen auch die eigentliche Ausstellungsarbeit des Museums gewürdigt würde. Denn, wenn das Museum weiterhin bestehen soll, müsse weiterhin die Miete bezahlt werden können.

Bei der Jahresversammlung 2011 zählte der Verein 2010 etwa 1500 Besucher im Bergbaumuseum. Für April 2011 wurde die geplante Mineralienbörse im Hof Gümmer abgesagt. Der Grund: Mangelndes Interesse der Aussteller.

Und im August 2012 suchte das Museumsteam händeringend ehrenamtliche Helfer und Aufsichtskräfte. Argument: Die Vorstandsmitglieder des Kulturvereins seien mittlerweile alle über 70 und verfügen selber nicht über genügend Zeit.

Oktober 2010: Das Bergbau-Museum im Hof Gümmer hat derzeit mit extrem niedrigen Besucherzahlen zu kämpfen.

„Am Eintritt kann es nicht liegen.“ Denn der ist frei, lediglich um eine kleine Spende wird gebeten



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