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Brückendurchlässe sind das Problem / Trockene Füße für Extertalstraßen-Anwohner

Hochwasser muss abfließen können

Krankenhagen (who). Auf den Grundstücken der Anwohner der Extertalstraße südlich der Extertalbahntrasse beim Jibi-Markt stand beim Orkan Kyrill am 18. Januar das Hochwasser: Nicht zum ersten Mal. Wie seine Nachbarn ist auch Rolf Kummerow der Meinung: "Daran, dass wir bei so extremen Regenfällen immer wieder mal mit Hochwasser bekommen, kann niemand etwas ändern, nur es müsste endlich dafür gesorgt werden, dass es auch wieder gut abfließen kann."

veröffentlicht am 06.02.2007 um 00:00 Uhr

Angeschwemmte Zweige vom letzten Hochwasser zeigen, der Brückend

Die näheren Betrachtungen des Umfeldes deuten darauf hin, dass etliche der Probleme hausgemacht sind und relativ leicht beseitigt werden könnten. Für Rolf Kummerow ist dabei der Trassendamm der Extertalbahn das Haupthindernis, das es zu entschärfen gilt. Zusammen mit seinem Elternhaus hat er neben den Hochwasserproblemen auch einen umfangreichen Schriftwechsel zum Thema geerbt. "Mein Großvater hat das Haus im Jahr 1923 gebaut und schon zurzeit der Planung des Bahnbaus deshalb immer wieder Eingaben an die Extertalbahn und an die zuständigen Behörden gerichtet." Ziel sei es gewesen, frühzeitig den Hochwasserschutz in die Planungen für den Bau des Bahndamms und der benachbarten Brücke über die Exter einfließen zu lassen. Kummerows Großvater Wilhelm hatte sich von Beginn an unter anderem dafür eingesetzt, dass Brücke und Damm mit ausreichenden Wasserdurchlässen ausgestattet werden sollten. Als Folge der Einwände sei schließlich ein vier Meter breiter Durchlass im Bahndamm berücksichtigt worden sowie die lichte Brückenhöhe von mindestens zwei Metern. Die Extertalbahn sei gleichzeitig verpflichtet worden, beide Durchlässe auf dem vorgegebenen Maß zu halten. Doch angeschwemmter Unrat unter der Brücke und von der Exter abgesetztes Treibholz auf ihrer Nordseite zeigen, dass gemäß der Vorgabe offenbar häufiger geräumt werden müsste, als es bisher der Fall ist. Die Brückendurchlass liegt auf einer Höhe mit dem umliegenden Gelände, zeigt Rolf Kummerow. "Deshalb staut sich die Exter an der Stelle bei Hochwasser und überschwemmt unsere Grundstücke, wie zuletzt am 18. Januar. Der Zufluss der Wemke mit ihrem Einzugsbereich um Silixen sorgt für ein weiteres Problem, ist auch Ortsbürgermeister Gerhard Werner mit Kummerow und den Anliegern links der Extertalstraße einig. Der harmlos erscheinende Bach könne, wie in der Kyrill-Nacht plötzlich über die Ufer treten und den Exter-Rückstau vor der Bahnbrücke zusätzlich verstärken. Insgesamt müsse den Gegebenheiten durch die Wemke besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden, ist sich Krankenhagens Ortsbürgermeister sicher als Fazit eigener Beobachtungen. So sei deren Bachbett besonders im Bereich der Höfe Eikermann und Kuhlmann stark eingeengt durch Uferbewuchs mit erhöhter Fließgeschwindigkeit und Überflutungsgefahr bei Hochwasser als Folge. Ein Planungsvorschlag zu dem Bereich enthalte darüber hinaus die Möglichkeit, die Wemke durch eine Art Bypass im größeren Abstand um die beiden Höfe herumzuleiten. Darüber hinaus hatte Werner bei seiner Nachschau festgestellt und mit einer Skizze festgehalten, dass ein verschlossener Entwässerungsgraben auf der Ostseite der Extertalstraßeam Grundstück Kummerow endet und für weitere Staufluten sorgt. Für den Ortsbürgermeister bieten die Untersuchungen zum Verlauf der Exter im Rahmen eines Leader-Plus-Projektes Hoffnung auf Hochwasser-Entschärfung: Bei der Begehung im Juni 2006 seien die Probleme angesprochen worden und könnten in diesem Zusammenhang angepackt werden. Rolf Kummerow wünscht sich dazu mit seinen Nachbarn, "dass man uns Anlieger vorher dazu eingehend anhört, denn wir sehen das Wasser ja von unseren Wohnzimmerfenstern aus, wenn es kommt und wissen genau, wie es fließt". Auf die Planer allein möchte er sich lieber nicht mehr verlassen.



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