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Gesucht wird ein Konzept für Rolfshagen / Schützenhaus und Freibad: Regenrückhaltebecken?

Hochwasser: Jetzt sollen die Fachleute ran

Rolfshagen (rnk). Nur ein durchdachtes Hochwasserkonzept kann nach den Vorstellungen der Gemeinde Auetal Rolfshagen künftig vor den Wassermassen wirksam schützen. Vorgestern hat daher der Umwelt- und Bauausschuss empfohlen, ein Ingenieurbüro mit der Planung zu beauftragen. Gesucht wird dabei aber kein Konzept für den ganzen Ort, sondern ein eher punktuelles: Jeder Schwachpunkt soll für sich betrachtet und gelöst werden.

veröffentlicht am 12.01.2008 um 00:00 Uhr

Unterhalb des Rinne-Hofes beginnt das Hochwasser-Problem: Die Wa

Das Problem ist spätestens seit dem letzten Jahr bekannt: Das Wasser nimmt auf den Feldern oberhalb des Schützenhauses Fahrt auf und schießt mit vehementer Wucht durch Karlstraße und Horstsiek, durch Asternweg und Schützenstraße. Und nimmt dabei viel, viel Schlamm von den Feldern mit, der in den Kellern der Anlieger landet - vorwiegend an der Rolfshagener Straße. Oberhalb des Schützenhauses kann sich Friedhelm Liwack als Bauamtsleiter gut eine große Lösung vorstellen: zwei Becken, von denen eines das Wasser und das andere den Schlamm zurückhält. Bürgermeister Thomas Priemer sah oberhalb des Schießstandes grundsätzlich kein Problem: Bäume fällen, Weg anlegen, Becken bauen - fertig; schließlich sei das Grundstück in Gemeindeeigentum. Weiter nach Osten könne, so Liwack, zwar ebenfalls ein Becken gebaut werden, aber hier sei die Gemeinde nicht Eigentümer. Priemer sah unterhalb des Rinne-Hofes auch die Landwirte in der Pflicht: Wenn hochgepflügt werde und nicht rechtwinklig, dann vergrößere sich das Hochwasserproblem, weil schon auf den Feldern dem Wasser zu wenig Widerstand entgegengesetzt werde. Die Feldstraße hinunter, so sagte Liwack, liege auf Gemeindeseite ein verrohrter Bach, denn man wieder öffnen könne. Eine Sicht der Dinge, die im Ausschuss konsensfähig war: Bäche sollen offen liegen, weil dann die Geschwindigkeit kontrolliert werden kann, ganz abgesehen davon, dass sie mehr Wasser fassenkönnen als mit zu kleinen Rohren ausgestattete unterirdische Bäche. Innerhalb der Verwaltung wird vermutet, dass es einen verrohrten Bach gibt, der vom Schützenhaus bis direkt zum "Kühlen Grund" führt - und im unteren Teil überwiegend unter privaten Grund und Boden verläuft. Verschärft wird die Problem durch das Wasser vom Westernholz, das das von der Karlstraße herunterstürzende Wasser noch verstärkt; zentraler Sammelpunkt ist dann das HausRolfshagener Straße 1, wo sich die Schlammmischung dann seinen Weg nach unten sucht. Priemer plädierte im Ausschuss nicht nur für mehrere Planungsvarianten, sondern auch für ein großzügiges Denken: Er könne sich auch vorstellen, nördlich des Schützenhauses Flächen aufzukaufen, "um das Problem an einem Punkt zu lösen". Dringender Handlungsbedarf besteht auch oberhalb des Beachvolleyball-Feldes im Freibad. Hier sammelt sich das von den Feldern kommende Wasser, umüber den Horstsiek in Richtung Aue zu stürzen. Die kleinen Mulden, die die Gemeinde rund um den Acker angelegt hat, halten größere Massen nicht auf. Im Gespräch ist jetzt eine Sicherheitszone von rund sechs Metern. Am sinnvollsten, so Liwack, sei auch hier ein weiteres Regenrückhaltebecken. Auch über einen Wall könne gerne nachgedacht werden. Priemer im Klartext: "Zumindest der Schlamm muss gestoppt werden." Ein Konzept für alle separaten Projekte, so nannte Priemer im Ausschuss seinen Lösungsweg, dem die Politiker später folgten. Einige Hochwasser-Brennpunkte wie etwa am Hülsenbrink werden im Rahmen der Dorferneuerung angegangen, andere, wie etwa die Reihe, müssen von Experten gelöst werden. Von einer "Dauerbaustelle Reihe" sprach Priemer, weil hier das Wasser den Dreck von den Feldern auf die Straße spült - und der Landwirt ihn anschließend einsammelt und wieder hochbringt. Die vom Landkreis angelegten kleinen Gossen haben das Problem vielleicht entschärft, aber keineswegs beseitigt, der noch obenführende Wirtschaftsweg solle auf einer Länge von 70 Metern bis zur Kuppe versiegelt werden, damit zumindest sein Geröll nicht mehr heruntergespült wurde, schlug Liwack vor. Hier sollen die Gutachter klären, wie groß überhaupt das Einzugsgebiet des Wasser ist. In den nächsten Sitzungen des Ausschusses soll über den Stand der Dinge berichtet werden, außerdem will die Verwaltung Finanzierungsmöglichkeiten für die von den Experten vorgeschlagenen Lösungen ausarbeiten, kündigte Priemer an, der auch auf in Rehren gesammelte Erfahrungen mit einem Regenrückhaltebecken verwies. Dort könnten 5000 Kubikmeter Wasser gesammelt werden. Zwar sei das Becken in einer Stunde voll, wenn kein einziger Tropfen in die unter ihm liegenden Bäche gespeist werden, aber für die unterhalb wohnenen Anlieger mache dies durchaus einen merkbaren Unterschied: Seitdem es das Becken gibt, ist die Ortheide bei heftigen Regengüssen trocken.

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