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Der Juli im Schaumburger Land: zu warm, extrem nass, aber sonnig

Hochsommer auf Sparflamme

Landkreis. Durchwachsen geht es mit dem Sommer in dieser Woche weiter, denn statt eines stabilen Hochdruckgebiets, haben wir es mit atlantischen Tiefausläufern zu tun. Dabei fließt aus Westen meist nur mäßig warme Meeresluft ein. Und weil diese gelegentlich recht feucht ist, sind Schauer und Gewitter keine Seltenheit.

veröffentlicht am 05.08.2008 um 00:00 Uhr

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Autor:

Reinhard Zakrzewski

Zum Trost kommt aber auch immer mal wieder die Sonne zum Zuge. Bei einemüberwiegend mäßigen bis frischen Wind aus westlichen Richtungen pendeln die Temperaturen bis zum Wochenende zwischen 22 und 24 Grad am Tag und 14 bis 18 Grad in der Nacht. Besonders am Donnerstag sind durch Warmluftzufuhr aus Süden vorübergehend über 25 Grad drin. Das Juliwetter war von Langeweile weit entfernt. Fast alles, was einen normalen norddeutschen Sommermonat auszeichnet, war im Angebot:üppige Niederschläge, heftige Gewitter, hochsommerliche Hitze, aber auch ein langer Durchhänger mit dem Absturz der Tagestemperaturen auf das niedrigste mögliche Niveau zu dieser Jahreszeit (Höchsttemperatur Bückeburg am 21. Juli 13,9 Grad). Doch als der Sommer schon fast verloren zu sein schien, tauchte rechtzeitig zu Beginn der Hundstage das standfeste Skandinavienhoch "Volker" auf, mit praller Sonne und Hitze bis in den August hinein. Bis dahin präsentierte sich der Juli eher von seiner mäßigen Seite. Der Grund: Schwache Zwischenhochs mit kurzen Warmluftschüben aus Südwest wurden von atlantische Fronten mit frischer Meeresluft rasch wieder verdrängt. Das ließ nicht nur die Temperaturen purzeln, sondern führte auch immer wieder zu teilweise sintflutartigen Gewittergüssen (Bückeburg am 29. Juli, 37,1 Liter/Quadratmeter) bis hin zu Dauerregen. So am 3. und 4. Juli, als eine Gewitterfront und nachfolgend eine nur sehr langsam nach Nordosten abziehende Kaltfront örtlich neue Tagesrekorde für die erste Julidekade brachten (Bückeburg 40 Liter/Quadratmeter in 22 Stunden). Trotz der Hitzewelle am Monatsanfang war es im Wesentlichen dem Hoch "Volker" mit fünf heißen Tagen (30 Grad und mehr), darunter sogar drei Tropentage (Tagesmittel nicht unter 25 Grad), zu verdanken, dass der Juli am Ende noch so versöhnlich und um 1,7 Grad zu warm ausfiel. Positiv auf die Wärmebilanz wirkten sich die insgesamt elf Sommertage (über 25 Grad) aus, darunter sechs heiße Tage (Maximum Bückeburg am 3. Juli, 32,7 Grad), negativ die zeitweise niedrigen Nachttemperaturen bis unter zehn Grad (Monatsminimum Bückeburg am 17. Juli 8,5 Grad). Extrem reichlich gab es vom Regen. 146 Liter/Quadratmeter meldete Bückeburg. Das waren sage und schreibe 229 Prozent der normalen Monatsmenge (64 Liter/Quadratmeter). Überstunden machte im Schaumburger Land die Sonne, des es trotz einiger herbstlich trüber Tage auf 203 Stunden brachte (plus zwölf Prozent). Auch wenn es momentan nicht danach aussieht: Wir haben es immer noch mit den Hundstagen zu tun. Darunter versteht man die Kalendertage vom 23. Juli bis zum 23. August, wenn die Sonne zusammen mit dem Sirius (Hundsstern) im Tierkreiszeichen des Löwen aufgeht. Die alten Griechen machten diese Gestirnkonstellation für die dann einsetzende große Sommerhitze verantwortlich. Auch in Mitteleuropa sind die Hundstage gewöhnlich die heißeste Zeit des Jahres. Sie konzentrieren sich aber hauptsächlich auf die erste Hälfte dieser Zeitspanne biszum 11. August.

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