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Oberstes Geschoss sinnvoll nutzen: Ausbau oder Aufstocken

Hoch hinaus: Mit einem ausgebauten Dachstuhl

Auf dem Abstellgleis: Rund 30 Prozent der Dachgeschosse in deutschen Häusern werden laut einer Studie der Zeitschrift „Althaus modernisieren (2/3/2009) nur als Abstellraum genutzt. Viele dieser Dächer dürften auch energetisch nicht auf dem neuesten Stand sein – keine oder mangelhafte Abdichtung nach oben bedeutet aber große Wärmeverluste und damit steigende Energiekosten. Denn Wärme steigt nach oben und kann bei fehlender Dämmung einfach nach außen entweichen. In aller Regel lohnt es sich da, Wohnraumgewinn durch den Ausbau des obersten Geschosses und die Verbesserung des Energiestandards unterm Dach gleich in einem Aufwasch anzupacken.

veröffentlicht am 14.04.2010 um 14:07 Uhr

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Grundsätzlich zum Ausbau geeignet sind laut Ludger Weidemüller, Diplom-Architekt und Bauherrenberater beim Verbraucherschutzverein Bauherren-Schutzbund e.V. (BSB) Dächer ab einem Neigungswinkel von mindestens 20 Grad. Zwischen 20 und 35 Grad kann ein Hobbyraum, ein Gästezimmer oder eine Spielzone für die Kinder untergebracht werden. Ab 50 Grad Dachneigung findet oft sogar eine zweite Wohnebene etwa als Galerie Platz – dann sind allerdings besondere Anforderungen an Statik und Brandschutz zu beachten.

Reicht der Raum unterm Dach nicht für einen Ausbau, kann eine Aufstockung des Dachstuhls in Frage kommen. Der vorhandene Dachstuhl kann dafür normalerweise weitergenutzt werden. Er wird einfach komplett angehoben, und darunter setzt man zwischen dem alten Gebäudekörper und der neuen gewünschten Dachhöhe eine Wand ein. Am einfachsten ist sie meist in Holzständerbauweise zu realisieren. Mehr Wohnraum schaffen lässt sich auch mit großen Dachgauben. Sie sorgen nicht nur für deutlich mehr Kopffreiheit im Oberstübchen, sondern lassen etwa durch große bodentiefe Fenster viel Licht einfallen.

In den meisten Bundesländern ist der Ausbau eines einzelnen Raums im Dach oder eines Dachliegefensters genehmigungsfrei möglich. Für zusätzliche Dachgauben oder den Ausbau einer kompletten Wohnung sieht das anders aus – hier geht ohne Genehmigung in der Regel nichts. Hinzu kommt, dass ein Haus die energetischen Vorschriften aus der Energieeinsparverordnung (EnEV) in der Novelle vom Herbst 2009 erfüllen muss, wenn 10 Prozent oder mehr der Gebäudefläche von Sanierungs- oder Modernisierungsmaßnahmen betroffen sind. Grundsätzlich sinnvoll ist es, schon zu Beginn der Ausbauplanung unabhängigen Rat etwa eines Bauherren- oder Energieberaters hinzuzuziehen. Der Sachverständige hilft bei der Planung und kann auch den Gebäudezustand auf Schädlingsbefall, Wärmedämmung oder gesundheitlich bedenkliche Stoffe untersuchen.

Wo das Dach unzureichend gedämmt ist, sollte nachgebessert werden. Zum einen sind die Energieverluste durchs Dach riesig. Zum anderen lassen sich die Räume ohne Wärmeschutz nur bedingt nutzen.

Hier stehen und sitzen Sie ganz oben: Im Dachgeschoss. Denn grundsätzlich zum Ausbau geeignet sind Dächer ab einem Neigungswinkel von mindestens 20 Grad.

Foto: djd/isocell



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