weather-image
24°
Tier seit drei Jahren nicht geschoren

Hobby-Schäfer lässt Heidschnucke leiden

Feggendorf (bab). Ein Schaf, das vor Schwäche nicht mehr aufstehen konnte, hat der Tierschutzverein in Zusammenarbeit mit dem Veterinäramt vor dem Tod gerettet. Es komme im Landreis immer wieder vor, das Hobby-Schafhalter Tiere nicht richtig behandeln, wie der stellvertretende Leiter des Amtes, Ulf Güber, bedauerlicherweise feststellenmuss. In diesem Fall wurde das Tier seit drei Jahren nicht geschoren.

veröffentlicht am 30.05.2008 um 00:00 Uhr

In Feggendorf hat die Heidschnucke ein neues Zuhause gefunden. Silke Hafenrichter, die sich bereits anderer hilfsbedürftiger Tiere angenommen hat, hat das Schaf in ihre Obhut genommen. Die Heidschnucke, die mit rund zehn Jahren ein relativ hohes Alter erreicht hat, stammt aus der Herde eines offenbar überforderten Tierhalters. Während die anderen, jüngeren Tiere aus dessen Herde noch fit gewesen seien, sei die Heidschnucke in einem erbarmungswürdigen Zustand gewesen. "Das Tier konnte vor Schwäche gar nicht mehr aufstehen", beschreibt Güber den Zustand der Heidschnucke. Drei Kilogramm verfilztes Fell trug das Schaf mit sich herum, was für das arthrosekranke Tier eine ungeheure Last gewesen sein muss. "Ein Schaf, das nicht geschoren wird, hat keine Möglichkeit zur Wärmeregulation", erklärt der Veterinär. Zudem litt es unter einer Hungeratrophie. Der Zustand des Tieres sei so schlecht gewesen, dass erwogen worden sei, es zu töten, so Güber. Inzwischen hat sich die Heidschnucke aber wieder etwas erholt. Wenn sich der Gesundheitszustand stabilisiert, wird sie bei Hafenrichterin Feggendorf ihr Gnadenbrot bekommen. Die Herde, aus der das Schaf stammt, ist vom Tierschutzverein Rodenberg/ Bad Nenndorf und Umgegend durch einen Hinweis in Lauenau entdeckt worden. Der Verein hat nach einer Vorkontrolle dann Kontakt mit dem Veterinäramt aufgenommen. Wie Güber sagt, gibt es im Landkreis rund 3700 Schafe. Der größte Teil sei im Besitz von Hobby-Haltern Es gebe nur noch wenige Erwerbshalter. Der artgerechte Umgang mit den Vierbeinern sei aber nicht jedem geläufig. "Probleme haben wir nicht mit Erwerbsschäfern, sondern mit Hobbyschäfern", sagt Güber. Geschoren werden muss in jedem Jahr im Mai oder Juni, sonst kann das Schaf keine Feuchtigkeitsregulation vornehmen. Erfolgt die Schur nicht, "ist das tierschutzrelevant", so Güber. Das Land Niedersachsen habe eine Broschüre "Empfehlungen für die ganzjährige Weidehaltung von Schafen" herausgegeben, an der sich Schafhalter orientieren können. Diese ist auch im Internet als PDF-Datei herunterzuladen. Kontakt: Wer Fragen hat, kann sich auch beim Kreisveterinäramt in Bückeburg unter der Telefonnummer (05722) 96 68 00 melden. Güber: "Da braucht keiner Berührungsängste zu haben."

Copyright © Deister- und Weserzeitung 2018
Texte und Fotos von dewezet.de sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Mehr Artikel zum Thema
Weiterführende Artikel
    Anzeige
    Anzeige
    Kommentare