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Hitler-Vergleiche: Immer wieder die Nazi-Keule

Berlin/Istanbul (dpa) - Wie jetzt vom türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan ist die jüngere deutsche Politik immer wieder in einem Atemzug mit Anspielungen auf Adolf Hitler oder im Zusammenhang mit dem Nationalsozialismus genannt worden. Eine Auswahl:

Juli 2003: Auf scharfe Fragen des damaligen Europaabgeordneten und heutigen SPD-Kanzlerkandidaten Martin Schulz antwortet Italiens Ministerpräsident Silvio Berlusconi: «Herr Schulz, ich weiß, dass ein Produzent in Italien gerade einen Film über die Konzentrationslager der Nazis dreht. Ich werde Sie für die Rolle des Kapo vorschlagen. Sie wären perfekt.» Kapos waren Häftlinge in NS-Konzentrationslagern, die zur Aufsicht über andere Gefangene eingesetzt wurden.

September 2003: Wegen des Streits um ein Vertriebenenzentrum zeigt das polnische Magazin «Wprost» auf seinem Titel die umstrittene Präsidentin des Vertriebenen-Bundes, Erika Steinbach (CDU), in Nazi-Uniform auf dem Rücken von Kanzler Gerhard Schröder (SPD).

März 2007: Während der deutschen EU-Ratspräsidentschaft druckt das polnische Wochenblatt «Najwyzszy Czas!» Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Hitler-Bärtchen.

September 2007: Nach Verabschiedung des neuen Zuwanderungsrechts prangt auf einer in der Türkei erscheinenden islamistischen Tageszeitung in großen Lettern «Merkel ist der zweite Hitler» über einem Bild der Kanzlerin mit Hakenkreuz-Binde.

Mai 2008: Für Venezuelas Präsident Hugo Chávez gehört Merkel der politischen Rechten an, «derselben Rechten, die (Adolf) Hitler, die den Faschismus unterstützt hat». Die Kanzlerin hatte zuvor gesagt, der Linksnationalist spreche nicht für Lateinamerika insgesamt.

März 2009: Im Steuerstreit zwischen Bundesfinanzminister Peer Steinbrück (SPD) und der Schweiz sagt der Bundeshaus-Abgeordnete Thomas Müller: «Er erinnert mich an jene Generation von Deutschen, die vor sechzig Jahren mit Ledermantel, Stiefel und Armbinde durch die Gassen gegangen sind.» Zuvor hatte Steinbrück bildlich mit Peitsche und Kavallerie gedroht, falls das Nachbarland sein Bankgeheimnis nicht lockere.

Februar 2015: Mit Anspielungen auf deutsche Verbrechen während des Holocaust legt die Parteizeitung der griechischen Regierungspartei «Syriza» Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) in einer Karikatur, auf der er eine Wehrmachtsuniform trägt, die Worte in den Mund: «Wir bestehen darauf, Seife aus Eurem Fett zu machen.» Und: «Wir diskutieren nur über Düngemittel aus Eurer Asche.» Wegen deutscher Forderungen in der griechischen Schuldenkrise erscheinen mehrmals Zeitungen mit Merkel oder Schäuble mit Nazi-Vergleichen.

Juni 2016: Nach der Völkermord-Resolution zu den Massakern an den Armeniern im Bundestag druckt die türkische Zeitung «Sözcü» ein Bild von Merkel mit Hitlerbart und Nazi-Uniform vor einer Hakenkreuzfahne.

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