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Auf Spurensuche: Familie Bollmeyer aus Hameln / Hinweise gesucht

Historischer Rückblick auf eine Hamelner Familie

Die Familie Bollmeyer (zuerst als Bolmeier belegt) gehört zu den alteingesessenen Bürgerfamilien der Stadt Hameln und lässt sich bis in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts und somit bis kurz vor Einführung der Reformation in Hameln im Jahr 1540 zurückverfolgen.

veröffentlicht am 25.09.2009 um 23:00 Uhr
aktualisiert am 09.11.2009 um 11:40 Uhr

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Autor:

Matthias Bollmeyer

Die Familie Bollmeyer (zuerst als Bolmeier belegt) gehört zu den alteingesessenen Bürgerfamilien der Stadt Hameln und lässt sich bis in die erste Hälfte des 16. Jahrhunderts und somit bis kurz vor Einführung der Reformation in Hameln im Jahr 1540 zurückverfolgen. Als früheste Person des Namens ist der Brauer Anton/Tönnies Bollmeyer belegt, dessen einer Sohn Anton nach dem Studium in Wittenberg als Pastor im Kloster St. Marienberg in Helmstedt und ab dem Jahr 1576 in Eddesse-Dedenhausen bei Peine wirkte. Diverse seiner Schriften wurden gedruckt, und auch einige Bücher aus seinem persönlichen Besitz befinden sich heute in der Herzog-August-Bibliothek in Wolfenbüttel. Er hatte wiederum mindestens zwei Söhne, Anton und Ernst, die beide an der früheren Universität Helmstedt studierten.

Verheiratet mit berühmtem Komponisten

Ernst war nach weiteren Studien in Frankfurt/Oder später Statthalter und Richter in Harburg bei Hamburg. Eine seiner Töchter, Maria Catharina, heiratete im Jahr 1663 Johann Georg Ebeling, den berühmten Kirchenliedkomponisten (zum Beispiel „Du meine Seele singe“). Diese genannten Personen sind aufgrund ihres akademischen Hintergrunds genealogisch relativ gut verfolgbar. Allerdings ist anzunehmen, dass aus dieser Linie diverse Nachkommen des Namens noch unbekannt sind und ihr Auffinden eventuell Bezüge aus Hameln in den sonstigen nord- und mitteldeutschen Raum erklären könnte, da der Familienname mit gewisser Häufigkeit besonders auch in Bremen, Hoya, Nienburg und Hamburg sowie in Magdeburg belegt ist.

In Hameln selbst ist die Familie erst wieder mit dem im Jahr 1654 geborenen Kaufmann und Brauer Johann Bollmeyer im Haus Bäckerstraße 2 bis in die Gegenwart nachweisbar. Sein Sohn Johann Anton war Mitglied des Bäcker- und Krameramtes und wurde im Jahr 1726 zum Notar bestellt. Er war nacheinander mit Margarethe Elisabeth Walthausen, Eva Juliane Ripkogel und Marie Sophie Faustmann verheiratet. Die Nachkommen aus diesen drei Ehen gingen ihrerseits in Hameln Ehen unter anderem mit Angehörigen der Familien Bredemeyer, Dannemann, Fleige, Hake, Kather, Lücke, Matthias, Neelen, Rettig, Schräger und Vietmeyer ein. Matthias Bollmeyer und sein Vater, beide nicht wohnhaft in Hameln, sind die derzeit letzten bekannten männlichen Nachkommen des Johann Bollmeyer, die den Namen führen. Derzeit ist allerdings noch nicht geklärt, in welchem genauen Verwandtschaftsverhältnis Johann Bollmeyer zur eingangs beschriebenen Familie des Brauers Anton Bollmeyer steht. Außerdem sind diverse weitere Personen des Nachnamens in Hameln belegt, die ebenfalls noch nicht genealogisch eingebunden werden können, so besonders der im Türkensteuerregister von 1596 genannte Carl Bollmeyer, der in Archivalien mehrfach genannte Bäcker Berendt Bollmeyer, der im Dreißigjährigen Krieg bei der Belagerung Hamelns an einer Verschwörung gegen Tilly beteiligte und später zum Tode verurteilte Rottmeister Bollmeyer, der am Haus Wendenstraße 17 gemeinsam mit seiner Frau inschriftlich genannte Heinrich Bollmeyer (alle drei 17. Jahrhundert), Anton Ludwig Bollmeyer, dessen Bruder Johann Friedrich Bollmeyer sowie der im Hamelner Kirchenbuch mehrfach als Pate belegte Franz Christoph Bollmeyer (alle drei 18. Jahrhundert).

Zur Erstellung einer wissenschaftlich fundierten Familiengeschichte und zur Zusammenführung der beschriebenen Zweige der Familie werden alle Leser, die Personen der genannten Namen zu ihren Vorfahren zählen oder sonstige Auskünfte zur Familie Bollmeyer geben können, gebeten, sich beim Verfasser zu melden. Ein Kontakt ist möglich über die Post (Kompartsweg 15, 37083 Göttingen), Email (matthias.bollmeyer@phil.uni-goettingen.de) oder Telefon (0551-4893879).

Das Bollmeyer-Haus in der Ritterstraße, Ecke Baustraße.

Foto: bar

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