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Arbeitskreis Denkmalschutz: Klosterkarree als Chance / "Erhalt der charakteristischen Altstadt unabdingbar"

"Historische Städte für ihre Zukunft stärken"

Rinteln (rd). Auf ein an Aktivitäten reiches Jahr blickt der Heimatbund-Arbeitskreis Denkmalschutz zurück. Durchgehendes Schwerpunkt-Thema waren Situation und Perspektiven der historischen Altstadt. Dem hat sich der Arbeitskreis unter verschiedenen Aspekten gewidmet, angefangen im Februar mit der Präsentation einer Fotodokumentation des Kunsterziehers Theo Feldmann vom Gymnasium Ernestinum.

veröffentlicht am 24.01.2008 um 00:00 Uhr

Es folgte Besuch aus der Landeshauptstadt: Dr. Thomas Kellmann und Joachim Gomolka vom Niedersächsischen Landesamt für Denkmalpflege. Kellmann ist dort zuständig für den städtebaulichen Denkmalschutz und hat sich mit seinen Untersuchungen zu den Perspektiven historischer Altstädte einen Namen gemacht. Die dabei gewonnenen Informationen waren Auslöser für eine Exkursion mit Rintelns Baudezernent Reinhold Koch in die historische Altstadt von Einbeck. Wichtige gefestigte Erkenntnis aus alledem: Denkmalschutz kann und darf nicht nur das jeweilige Einzelobjekt im Auge haben. Auf Dauer zu erhalten sind sie alle letzten Endes nur durch ihre sinnvolle Nutzung, nicht durch Paragraphen. Konsequenz: Speziell historische Altstädte müssen um ihrer Zukunft willen in ihren Leitfunktionen gezielt gestärkt werden. Höhepunkt des Jahres war der öffentliche Vortrag des Architekten Professor Martin Thumm aus Hildesheim zum Thema "Neues Bauen in der alten Stadt?". Er bescherte dem Arbeitskreis bei dieser Premiere einen bis auf den letzten Platz besetzten großen Rathaus-Sitzungssaal. Motivation genug, 2008 eine Fortsetzung zu einem anderen aktuellen Thema zu planen. Seine Wächteraufgabe hat der Arbeitskreis auch in der Form von Stellungnahmen wahrgenommen. Dabei wissen die Denkmalschützer aus Erfahrung: Schnelle Erfolge sind die Ausnahme. Zu dieser Erfahrung gehört aber auch die, dass es darauf ankommt, stets am Ball zu bleiben. Aktuelles Beispiel dafür: Zu einerWiederaufnahme ihrer aufgekündigten Mitgliedschaft in der bundesweiten "Arbeitsgemeinschaft Deutsche Fachwerkstraße" hat sich die Stadt bisher immer noch nicht durchringen können, allen Gegenargumenten des Arbeitskreises zum Trotz. Nach wie vor macht also die beliebte "Deutsche Fachwerkstraße" ausgerechnet um Rinteln einen weiten Bogen. Position Stellung bezogen hat der Arbeitskreis in Sachen Klosterkarree und Altes Museum. Das geplante Klosterkarree bietet auf einem ohnehin sanierungsbedürftigen Areal die Chance, die Altstadt nachhaltig zu stärken. Der Erhalt der charakteristischen kleinteiligen Altstadtstruktur sei jedoch unabdingbar. Schon im Anschluss an einenöffentlichen Vortrag des deutschen "Fachwerkpapstes" Prof. Manfred Gerner im Mai hat der Arbeitskreis die Stadt gebeten, im Interesse der Bestandssicherheit des seit Jahren ungenutzten Alten Museums am Kirchplatz schnell aktiv zu werden. Froh ist der Arbeitskreis jetzt, dass der Eigentümer noch rechtzeitig die Kurve bekommen hat und in diesen Tagen die Bestandssicherung anläuft. Erfreut sind die Denkmalschützer auch darüber, im Ausschuss für Bau und Stadtentwicklung vertreten zu sein. Dr. Alexander Lattermann bzw. sein Vertreter Hermann Bünte sitzen als Sachverständige mit in diesem Gremium. Am "Tag des offenen Denkmals" präsentierte sich der Arbeitskreis mit einem von Dr. Friederike Kästing und Dagmar Giesecke konzipierten Stand im Schlosshof des Rittergutes von Hammerstein in Apelern. Die dazu erstellten Fotos mit bisher weitgehend unbekannten Kirchenschätzen in Schaumburg fanden eine große Resonanz, so dass sie 2008 auch in Rinteln gezeigt werden sollen.



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