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Helmhold kritisiert Fehler des Ministers / Aufsichtsrats-Chef Butte will "bis zur letzten Sekunde kämpfen"

"Hirche trägt Mitschuld an EWR-Desaster"

Landkreis (ssr/ni). Eine Mitschuld des niedersächsischen Wirtschaftsministers Walter Hirche (FDP) an der drohenden Pleite der "Erlebniswelt Renaissance" sieht die Rintelner Landtagsabgeordnete der Grünen, Ursula Helmhold.

veröffentlicht am 07.09.2007 um 00:00 Uhr

"Hier steht offensichtlich ein finanzielles Desaster für die betroffenen Landkreise Schaumburg, Hameln-Pyrmont und Holzminden bevor", erklärte Helmhold, die stellvertretende Vorsitzende der Grünen-Landtagsfraktion. Hirche habe "einmal mehr eine Region mit einem Großprojekt beglückt, das sich jetzt als Bärendienst erweist", so die Abgeordnete. Die Fehler seien bereits in der Startphase des Projekts gemacht worden. Der Ministeriumsvertreter im Aufsichtsrat habe offensichtlich seine Hausaufgaben nicht gemacht, so Helmhold. "In diesem Projekt werden jetzt nicht nur Landes-, Bundes- und EU-Millionen der Steuerzahler versenkt. Die Zeche zahlen vor allem die Landkreise, die sich auf nie erreichte illusorische Besucherprognosen verlassen haben, die auch das Ministerium offenbar niemals angezweifelt oder überprüft hat", stellte Helmhold gestern in einer Presseerklärung fest. Unterdessen hat der Hamelner Verwaltungsausschuss einstimmig eine finanzielle Beteiligung der Stadt am EWR-Zentrum im Hochzeitshaus abgelehnt. Hameln-Pyrmonts Landrat Rüdiger Butte, Aufsichtsratsvorsitzender der Erlebniswelt Renaissance GmbH, geht dennoch fest davon aus, dass sich die Hamelner ihrer Verantwortung für das Hochzeitshaus bewusst seien: Er will "bis zur letzten Sekunde kämpfen", um eine Insolvenz von der EWR "und damit Schaden von der gesamten Region Weserbergland" abzuwenden. Der touristische Ruf des Weserberglandes stehe genauso auf dem Spiel wie das Vertrauen in die Verlässlichkeit des Landkreises als Vertragspartner im Rahmen interkommunaler Zusammenarbeit. Das bundesweite Echo auf die Schlagzeile, die Region habe über 20 Millionen Euro an Steuergeldern in den Sand gesetzt, möchte Butte sich gar nicht ausmalen. Und die Reaktion der beiden Gesellschafter-Landkreise Schaumburg und Holzminden auch nicht. Ihnen gegenüber habe sich Hameln-Pyrmont schließlich verpflichtet, die ab März 2007 entstehenden Defizite aus dem Betrieb des Hochzeitshauses allein zu tragen. Die in den 14 Monaten davor aufgelaufenen Fehlbeträge im EWR-Zentrum seien von Holzminden undSchaumburg als Vorlaufkosten akzeptiert und mitfinanziert worden. Den Flurschaden und die Blamage, die eine Insolvenz anrichten würde, "machen wir in den nächsten Jahren nicht wieder gut", ist Rüdiger Butte überzeugt - und hofft, davon auch eine Mehrheit im Kreistag überzeugen zu können.



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