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VA: Stadt moderiert ab Mai Lokales Bündnis für Familie

Hindernisse beseitigen, die Familien im Weg stehen

Bückeburg (thm). Das "Lokale Bündnis für Familie" wird noch schneller auf den Weg gebracht, als es der Familienausschuss des Stadtrates Ende März gefordert hat (wir berichteten). Dieser Tage hat der Verwaltungsausschuss des Stadtrates (VA) beschlossen, an einem solchen Bündnis als Moderator mitzuwirken. Dazu Bürgermeister Reiner Brombach: "Nicht die Politiker werden die Hauptrolle spielen, sondern die vielen Initiativen." Und genau die sollen noch im Mai zu einem ersten Gespräch am runden Tisch eingeladen werden.

veröffentlicht am 19.04.2006 um 00:00 Uhr

Brombach und Siegfried Demjanenko, in der Stadtverwaltung Leiter des Fachgebietes "Soziales", erläuterten im Pressegespräch noch einmal, worum es bei derartigen Lokalen Bündnissen für Familie geht, von denen es bundesweit immerhin schon über 200 gibt. "Sie sollen all die Initiativen bündeln, die sich vor Ort um Belange von Jugendlichen, Familien und alten Menschen kümmern - auf welche Weise auch immer." Der potenzielle Teilnehmerkreis spannt also einen weiten Bogen und soll die Bandbreite aller in Frage kommenden Aktivitäten widerspiegeln: Unternehmen, Kammern, Gewerkschaften, freie Träger, soziale Einrichtungen, Kirchengemeinden, Initiativen, Verwaltung, Politik und viele andere mehr können ein solches Bündnis nutzen. Die Stadt wird Erfahrungen aus dem Jahr 1997 beisteuern, als sie sich am Bundeswettbewerb "Kinderfreundliche Stadt" beteiligt hat. "Damals haben wir gesehen, dass die Vernetzung der in diesem Bereich tätigen Gruppen untereinander nur wenig entwickelt ist", berichtet Demjanenko. Genau an diesem Punkt wolle man nun im Rahmen des Lokalen Bündnisses ansetzen. Erster Schritt: Alle zusammenholen. Zweiter Schritt: Sehen, was wir machen können. Dritter Schritt: Umsetzen der Ideen. Mithin ist das Lokale Bündnis für Familie nicht nur eine Kontaktplattform und ein Diskussionsforum, sondern auch Ideenschmiede, Lobby für Familien und Ansatzpunkt für Vereinbarungen und Maßnahmen. Bei all dem bringt sich die Stadtverwaltung als Moderator bei den Gesprächsrunden am runden Tisch ein und macht - zumindest in der Startphase - "das Büro", koordiniert also Termine, erledigt die unvermeidliche Post und dergleichen mehr. Aus dem Hintergedanken der Stadt - sprich: dem Nutzen, den sie aus dem Bündnis ziehen kann - macht Brombach kein Geheimnis: "Die Entwicklung Bückeburgs als Stadt hängt direkt von der stabilen oder steigenden Zahl ihrer Einwohner ab; ein wesentlicher ,weicher Standortfaktor' ist daher eine fortschrittliche Familienpolitik." Und Demjanenko assistiert erläuternd, im Grunde würden im Lokalen Bündnis alle Fragestellungen Thema sein können, die den Alltag von Familien berührten. "Natürlich auch bis hin in die Arbeitswelt", setzt der Fachmann in sozialen Fragen eine Marke. Denn selbstverständlich könnten unter dem Dach des Lokalen Bündnisses für Familie Verabredungen getroffen werden, die sowohl dem Menschen und zugleich auch den Betrieben nutzen. "So haben beide Seiten ihren Vorteil", sagt Demjanenko und verweist auf viele Beispiele, die sich Tag für Tag mit großem Erfolg bewährten. Neben der Balance von Familie und Beruf sieht Demjanenko weitere Handlungsfelder des Lokalen Bündnisses für Familie in der Kinderbetreuung, in Fragen von Verkehr und Wohnen, bei Bildung und Erziehung, im Verbessern von Information und Beratung, in Fragen der Rolle, die Väter und Mütter in den Familien spielen, und beim Thema Gesundheit. Demjanenko: "Grundsätzlich müssen wir strukturelle Hindernisse beseitigen, die dem Alltag von Familien im Weg stehen."

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