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Einweihungsfeier in Exten: Eigenleistung für 87 000 Euro / Generationenprojekt verwirklicht

Himmlischer Segen fürs neue Gerätehaus

Exten (who). Nur zufriedene Gesichter, als am Sonnabend die Ortsfeuerwehr Exten offiziell den Einzug in ihr neues Gerätehaus feierte. Damit ist die jahrelange Raumnot der Stützpunktfeuerwehr nach langer Anlaufphase beendet.

veröffentlicht am 23.10.2006 um 00:00 Uhr

Jens Grote (v.l.), Otto Wedler und Christian Voß waren die fleiß

"Wir alle sind wohl Eigentümer des gelungenen Neubaus", erklärte Rintelns Bürgermeister Karl-Heinz Buchholz. Denn: Die Stadt Rinteln hat sich die neue Fahrzeughalle mit Umkleide-, Sanitär- und Nebenräumen auf 17,36 mal 10,99 Metern Grundfläche 160 000 Euro kosten lassen. Und die Ortsfeuerwehr hat geholfen, durch 2485 Stunden Eigenleistung für Installationen und Ausbauten an die 87 000 Euro Kosten zu sparen. Mit Jens Grote, Christian Voß und Otto Wedler stellte Extens Ortsbrandmeister die fleißigsten ehrenamtlichen Handwerker vor. Eine lange Anlaufphase mit zahlreichen Diskussionenüber Sinn und Zweck einer Gerätehaus-Erweiterung sowie über Größe und Ausführung habe schließlich doch zu einem Neubau geführt, blickte Buchholz zurück. Schon vor über zehn Jahren unter dem inzwischen verstorbenen Ortsbrandmeister Heinz Quante war die Dringlichkeit einer Erweiterung zum Dauerthema geworden. Dass das neue Haus jetzt übergeben werden könne, sei am Ende "ein wunderschönes Geschenk zum heutigen Geburtstag", so Buchholz mit der Anspielung auf das 80-jährige Bestehen der Extener Feuerwehr, die darüber hinaus seit 40 Jahren über eine eigene Jugendfeuerwehr verfüge. "Verschiedene Alternativen waren im Gespräch und viele Details mussten in die Planungen einbezogen werden", resümierte Stadtbrandmeister Helmut Meier und begrüßte, dass die Unterbringung der Stützpunktfeuerwehr sicherer geworden sei, die damit "unseren Mitbürgern schnellste und sachgerechte Hilfe leisten kann". Im Sinne der eigenen Sicherheit scheinen die Rintelner Feuerwehren wieder mehr auf himmlischen Schutz und kirchlichen Segen zu setzen. Nachdem das neue Einsatzleitfahrzeug der Stadtfeuerwehr und eine Woche zuvor das neue Gerätehaus in Steinbergen feierlich gesegnet worden waren, ergab sich jetzt ein ähnliches Bild in Exten. Dazu hielt Pastor Wolfgang Wiemer mit Begleitung des Posaunenchores der Kirchengemeinde eine kurze Andacht. Zum abschließenden Segensgebet ließ er sich selber im Korb der Drehleiter um einige Meter gen Himmel liften. Fast wie im Himmel fühlten sich der langjährige stellvertretende Ortsbrandmeister Heinrich Feldmann und der frühere Gruppenführer Norbert Kirstein. Beide hatten zusammen mit dem verstorbenen Quante als ausdauerndes Trio auf den Neubau hingearbeitet und als "interne Bauleitung" der Ortsfeuerwehr die Arbeiten koordiniert. Während die Ex-Bauleiter auf das vollendete Werk anstießen, feierte Oliver Kirstein mit seinem Amtskollegen Detlef Korf aus Steinbergen freundschaftlich den glücklichen Ausgang einer anderen kleinen Geschichte. Die habe man ihnen allerdings mehr oder weniger angedichtet, versicherten beide, "dennuns war nicht bekannt, dass wir gewettet haben sollen, welches Gerätehaus zuerst fertig werden würde", so Korf. Obwohl das neue Haus in Exten inoffiziell ebenfalls schon fertig gewesen ist, waren Extens Ortsbrandmeister und seine Leute auf den Spaß eingegangen und gaben Korf ein Fässchen Bier als Einweihungsgeschenk mit auf den Heimweg. "Weil ja heute auch alle Gewinner sind", brachte Bürgermeister Buchholz abseits der großen Feier die angebliche Wette zum glücklichen Abschluss.

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