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Andreas-Gärtner-Stiftung unterstützt geistig behinderte Menschen mit mehr als 600 000 Euro

Hilfe für rund 140 Familien - Wer hilft mit?

Porta Westfalica (la). Erstmalig hat die Andreas-Gärtner-Stiftung in diesem Jahr mehr als 600 000 Euro an geistig behinderte Menschen ausgeschüttet. "Dabei sind die Einnahmen durch Spenden zurückgegangen", bedauert der Vorsitzende der Stiftung, Hermann Gärtner. Rund 465 000 Euro seien in diesem Jahr durch das Golfturnier um den "porta-cup", durch einige wenige Großspender, den Erlös der Weihnachts-CD des Mindener Kinderchors und vor allem durch die Unterstützung von Porta Möbel und den Boss-Möbelhäusern zusammengekommen. "Ohne Porta Möbel sähe es düster um die Stiftung aus", sagt Gärtner und bittet Menschen, die auf der Sonnenseite des Lebens stehen, anderen zu helfen.

veröffentlicht am 13.12.2007 um 00:00 Uhr

Hermann Gärtner, Stiftungsvorsitzender: "Wir können so schlecht

"Bei uns versickert kein einziger Cent, denn die Stiftung wird ehrenamtlich geführt und verwaltet. Die Spenden kommen zu 100 Prozent den Hilfsbedürftigen zugute", unterstreicht Gärtner, der - selber Vater eines schwerstbehinderten Sohnes - die Stiftung 1993 gegründet hat. Unterstützt werden ausschließlich Menschen mit geistiger Behinderung - die großen Einrichtungen ebenso wie Familien mit Einzelschicksalen. Etwa 400 bis 500 Anfragen aus ganz Deutschland seien in diesem Jahr bei der Stiftung eingegangen. "Natürlich können wir nicht allen Menschen helfen, aber wir versuchen es", sagt Hermann Gärtner. Gemeinsam mit den Beiratsmitgliedern Reiner Heekeren, dem ehemaligen stellvertretenden Vorsitzenden der Bodelschwinghschen Anstalten in Bielefeld-Bethel, Joachim Hoeft, dem ehemaligen Mitglied der Geschäftsleitung der Diakonischen Anstalt Wittekindshof in Bad Oeynhausen und Pastor Frank Stefan, Vorsitzender des Vorstands Diakonisches Werk Minden, hat Hermann Gärtner am Dienstagabend beschlossen, wer in diesem Jahr finanzielle Unterstützung bekommt. Einen Schwerpunkt setzt die Stiftung in ihrer Heimat Ostwestfalen, aber auch nach Berlin, München und Hannover fließt Geld. Insgesamt etwa 20 Institutionen und 140 Familien werden in diesem Jahr von der Andreas-Gärtner-Stiftung bedacht. Mit je 25 000 Euro erhalten der Wittekindshof in Bad Oeynhausen und die Bodelschwinghschen Anstalten in Bielefeld den größten Anteil. Einige Familien mit geistig behinderten Kindern erhalten zwischen 1000 und 5000 Euro für Therapien, etwa die Delphin- oder Reittherapie. Andere bekommen Unterstützung beim Kauf eines behindertengerechten Autos, für Hilfsmittel für die Pflege oder Medikamente, die nicht von den Krankenkassen gezahlt werden. "Einen besonders erschütternden Fall möchte ich Ihnen heute noch schildern", sagte Hermann Gärtner während einer Pressekonferenz und erzählte von einer Familie mit einem geistig behinderten Kind, das aufgrund seiner Behinderung sehr viel schreit: "Die Dorfbewohner haben die Familie regelrecht aus ihrem Haus gemobbt. Was ist das bloß für eine Welt?" Für den notwendigen Umzug erhielt die Familie Unterstützung. Zwei Familien aus Springe erhalten je 5000 Euro für ein behindertengerechtes Auto, eine Familie aus dem Auetal wurde mit 2500 Euro bedacht, und die Paritätische Gesellschaft Behindertenhilfe, Werkstatt Rinteln, sowie die Paritätische Gesellschaft Behindertenhilfe Stadthagen können sich auch in diesem Jahr wieder über je 2500 Euro für die Urlaubskasse der von ihnen betreuten geistig behinderten Menschen freuen. "Auch das unterstützen wir gern, denn warum sollen behinderte Menschen nicht auch mal Urlaub machen", sagte Hermann Gärtner. Um möglichst vielen Menschen helfen zu können ("Wir können immer so schlecht nein sagen") wurden in diesem Jahr genau 609 897,82 Euro ausgeschüttet. Um die Differenz zwischen Spendeneinnahmen und Ausgaben von etwa 150 000 Euro ausgleichen zu können, musste die Andreas-Gärtner-Stiftung erstmals an die Reserven gehen. "Ich hoffe, dass im nächsten Jahr wieder mehr Menschen für unsere Stiftung spenden", appellierte Hermann Gärtner noch einmal an die Öffentlichkeit.



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