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Warum man einjährige Katzen unbedingt spätestens jetzt kastrieren sollte

Hilfe, die Maikätzchen kommen!

Hattendorf (cok). Katzenkinder werden so schnell erwachsen. Im letzten Mai geboren, können sie genau ein Jahr später selber schon wieder "Maikätzchen" in die Welt setzen. Bereits im März beginnt die Zeit der Katzen-Rolligkeit. Wer nicht plötzlich bis zu sechs Junge im Haus haben will, sollte sein Tier unbedingt in den nächsten zwei Wochen kastrieren lassen.

veröffentlicht am 17.02.2007 um 00:00 Uhr

Wer keine Mai-Kätzchen bekommen will, sollte seine Katze jetzt k

"Die Tierheime quellenüber von Katzen, die keiner haben will", mahnt die Auetaler Tierärztin Claudia Daum. "Und Katzen, die einfach ausgesetzt werden, haben ein elendes Schicksal." Vor allem in ländlichen Praxen wie der ihrigen in Hattendorf werden immer wieder verwahrloste und kranke Streuner von mitleidigen Findernzur Behandlung gebracht. Und manchmal stehen bei ihr Kinder vor der Tür, die in der Aue ertränkte Neugeborene gefunden haben und wollen, dass sie wieder zum Leben erweckt werden. "Es ist eine Sache der moralischen Verantwortung, für eine zuverlässige Verhütung zu sorgen." Fast alle Tierärzte sehen die Kastration als einzig sinnvolle Verhütungsmethode an. (Kastration bedeutet die operative Entfernung der Keimdrüsen, d.h., der Eierstöcke beim Weibchen, der Hoden beim Männchen.) "Man kann natürlich versuchen, seine Katze in den rolligen Tagen im Haus zu halten. Man kann auch versuchen, ihr regelmäßig die Pille ins Futter zu mischen oder ihr 5-Monats-Spritzen zu geben", meint Claudia Daum. "Aber nur die Kastration bedeutet eine wirklich sichere Empfängnisverhütung. Und darüber hinaus bietet sie Schutz vor lebensgefährlichen Krankheiten." Zum einen ist da die Gefahr der Gebärmutterentzündung bei unkastrierten Katzen, die auf andere Weise an der Fortpflanzung gehindert werden. "Die Natur hat sie nun mal darauf angelegt, zwei Mal im Jahr trächtig zu werden. Passiert das nicht, dann sind hormonell bedingte Gebärmuttererkrankungen beinah vorprogrammiert." Zum anderen - und hier wird es auch für die Besitzer von Katern interessant - können sich die Tiere zum Beispiel mit Katzen-Aids infizieren, einer häufigen Immunschwächekrankheit, die bei der Kopulation übertragen wird und ebenso auch bei blutigen Kater-Kämpfen. Allein kastrierte Katzen und Kater haben nicht das Bedürfnis, sich auf die gefährliche Suche nach einem Sexualpartner zu machen. Auf dem Lande überleben streunende Kater kaum ihr erstes Lebensjahr: Kein Förster wird es dulden, dass sie in seinem Revier wildern. "Manche Leute glauben, kastrierte Tiere hätten weniger vom Leben, und es wäre besser, ihnen durch eine hormonelle Verhütung den Geschlechtstrieb zu erhalten. Das ist aber Unsinn", erklärt die Tierärztin. "Das Geschlechtsleben bedeutet für die Katzen einen riesengroßen Stress und läuft ins Leere, wenn es keinen Nachwuchs geben darf. Nicht umsonst haben kastrierte Katzen eine wesentlich höhere Lebenserwartung."

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