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Älteste und größte Süntelbuche der Welt führt ein Schattendasein

Highlight hinter Maschendrahtzaun

Lauenau (nah). In jedem Sommer putzt sich der Flecken Lauenau mächtig heraus. Zahllose Blüten säumen die Ortseinfahrten, Blumenkästen setzen Akzente rund um die St.-Lukas-Kirche, und auch am "Rundteil". Zudem ist die Gemeinde stolz auf den zum Teil alten Baumbestand in der Ortsmitte. Wer aber zur größten botanischen Besonderheit möchte, muss sich den Weg mühsam suchen und sich ihn zuletzt durch Gestrüpp oder Brennnesseln bahnen.

veröffentlicht am 27.02.2009 um 14:39 Uhr

Der Zaun muss sein: Die weltgrößte Süntelbuche ist nur aus der D

In der Tat führt die Süntelbuche im Volkspark, die nach dem Zusammenbruch eines noch stattlicheren Baums bei Bad Gandersheim jetzt als älteste und größte auf der Erde gilt, ein Schattendasein. Kein Wegweiser, kein Schild macht auf den Riesen aufmerksam, der sich hinter anderem dichten Bewuchs in eine Eckeder parkähnlichen Grünfläche duckt. Zwar hat die "Lauenauer Runde" vor Jahren eine Hinweistafel an einer nahen Gebäudefassade anbringen lassen, doch der flüchtige Passant könnte die aus der Distanz kaum lesbare Information glatt übersehen - und wüsste nach dem zufälligen Lesen immer noch nicht, wo denn genau sich der interessante Baum befindet. Ortsunkundige dürften am Volkspark-Eingang gar nicht erst ankommen. Nur eine verwitterte Holztafel markiert kaum lesbar den Zugang zu diesem Gelände an der Rodenberger Straße. Und noch mehr verwittert oder gar verfallen sind die einzigen beiden Bänke, die mitten auf der großen Wiese neben zwei hässlichen Abfalleimern dahinmodern. Dass der Volkspark von Spaziergängern gemieden wird, liegt an gelegentlichen Begleitumständen. Zeugen haben sich wiederholt über Trinkgelage beklagt. Auch ignorieren manche Benutzer offenbar die Aufforderung, Hunde nicht frei herumlaufen zu lassen. Eine Anwohnerin, die namentlich nicht genannt werden möchte, macht nach eigenen Angaben inzwischen "einen großen Bogen um den Park". Nur der Rasen wird regelmäßig mustergültig gemäht. Das schöne Podest, das vor Jahren für größere Veranstaltungen angelegt worden ist und doch nur höchst selten genutzt wird, macht ebenfalls einen ordentlichen Eindruck. Doch zurück zur Süntelbuche. Dass diese von einem hohen Maschendrahtzaun geschützt wird, muss von Besuchern schon hingenommen werden. Denn von dem Riesen gehen durchaus Gefahren wie herabstürzendes Totholz aus. Zudem schützt das Gitter vor möglichen Kletterern, die den mächtigen Stamm besteigen und dabei beschädigen könnten. Dass aber die beiden kleinen Pfade zum besten Blickpunkt auf die Süntelbuche entweder durch Gestrüpp oder durch Brennnesseln führen müssen, ließe sich gewiss durch Pflege vermeiden. Noch ist es bis zum "Tag des offenen Denkmals", an dem auch in Lauenau etliche Besucher erwartet werden, eine Weile hin. Bis dahin könnte der Baum ein wenig mehr Aufmerksamkeit gebrauchen. Schließlich ist die Süntelbuche eine mindestens ebenso sehenswerte Attraktion wie Eissporthalle oder Fleckenmuseum.

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