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Eltern wehren sich gegen Schließung in Eschershausen und sammeln 600 Unterschriften

„Hier wird Familie gelebt wie es sein soll“

Eschershausen (nig). Das Familienzentrum in Eschershausen, das vor zwei Jahren im Gebäude des Kindergartens Eschershausen eröffnet wurde, soll zum Ende dieses Schuljahres wieder geschlossen werden.

veröffentlicht am 25.05.2009 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 28.10.2016 um 11:21 Uhr

600 Unterschriften haben Eltern gegen die Schließung gesammelt.
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Gegen diesen Beschluss des Samtgemeinderates wehren sich aber die Eltern, deren Kinder das Familienzentrum häufig besuchen. Sie haben 600 Unterschriften gesammelt, denken an ein Bürgerbegehren. Samtgemeindebürgermeister Friedrich Mönkemeyer dagegen verteidigt die Schließung: „Das Familienzentrum war von Beginn an ein befristetes Projekt, das nun ausläuft.“ Für eine Kinderbetreuung gäbe es inzwischen genügend Alternativen.

Das Familienzentrum Rabenhorst in Eschershausen, im September 2007 in nicht benötigten Räumen des Kindergartens eröffnet, wurde von Kindern und Eltern schnell gut angenommen. Mit einer fest angestellten Leiterin und vielen ehrenamtlichen Helfern werden hier Kinder vor allem nachmittags betreut. Von Hausaufgabenhilfe bis hin zu kindgerechten Freizeit- und Spielangeboten reichen die Möglichkeiten.

Mittags gibt es warme Mahlzeiten, donnerstags wird gemeinsam gekocht. Damit soll nun Schluss sein. Die Eltern aber wollen das nicht akzeptieren. „Die Kinder werden hier wertgeschätzt und bekommen viel Aufmerksamkeit“, schätzt Andrea Bauer, die sich mit Simone Sontag und Christa Mikus für den Erhalt starkmacht, das persönliche Betreuungsangebot. „Hier wird Familie gelebt, wie es sein soll“, ergänzt Christa Mikus. Das Familienzentrum habe sich etabliert und soll daher bestehen bleiben. „Die Schließung konterkariert die Konzeption ,Familienfreundliches Eschershausen‘“, klagen die Eltern. „Kinder sind unsere Zukunft und müssen starkgemacht werden.“

Samtgemeindebürgermeister Friedrich Mönkemeyer dagegen sieht keine Verschlechterung des Betreuungsangebotes in Eschershausen. Mittlerweile gäbe es die Ganztagsbetreuung an der Grundschule, ebenso werde die Einrichtung einer Nachmittagsgruppe am Kindergarten geprüft. „Wir fragen gerade bei den Eltern den Bedarf ab“, sagt Mönkemeyer. „Seit Jahren bemühen wir uns um ein Nachmittagsangebot, ich hoffe nur, dass genügend Eltern ihre Kinder anmelden.“ Das sei zwar dann nicht mehr kostenlos, manche Eltern könnten dafür aber „wirtschaftliche Jugendhilfe“ beantragen.

Das Angebot des Familienzentrums sei von Beginn an nur als eine Übergangslösung gedacht gewesen. Mönkemeyer: „Wir wussten ja damals nicht, ob wir den Zuschlag für das Mehrgenerationenhaus bekommen.“ Im ersten Jahr habe es für das Familienzentrum noch Fördermittel gegeben, „danach haben wir es ohne weitere Zuschüsse weiterlaufen lassen“. 70 000 Euro habe die Samtgemeinde dafür in die Hand genommen. Mittlerweile, so der Samtgemeindebürgermeister, hätten sich die Vorzeichen geändert, da es im kommenden Jahr wieder eine zweite Kindergartengruppe gibt.

Die hauptamtliche Leiterin des Familienzentrums wird daher wieder im Kindergarten beschäftigt, auch die Räume – die im Sommer saniert werden sollen – würden wieder vom Kindergarten benötigt. Hinzu komme eine Vorgabe des Kultusministeriums, die Nachmittagsbetreuung des Familienzentrums als „offizielle Gruppe“ anzumelden.

Zudem verweist Mönkemeyer auf die Möglichkeiten des Mehrgenerationenhauses, das im Sommer in das ehemalige e.on-Gebäude am Steinweg umzieht. „Das ist ein Familienzentrum de luxe“, findet er. Hier könnten sich die ehrenamtlichen Kräfte weiterhin für die Kinderbetreuung einsetzen. Eine Krabbelgruppe gäbe es schon, mit den erweiterten Räumlichkeiten seien neue Angebote möglich.

Samtgemeindebürgermeister Mönkemeyer: „Es ist doch abzusehen, dass wir auf Dauer nicht zwei gleichartige Angebote vorhalten können.“



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