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"Tag des offenen Denkmals" lockt 7000 Besucher nach Bückeburg / Wissenswertes über Burg Arnheim oder Herder

"Hier sind die Wurzeln der Geschichte Schaumburgs"

Bückeburg (mig). Der von der Schaumburger Landschaft veranstaltete "Tag des offenen Denkmals" hat viele Tausend Besucher nach Bückeburg gelockt. "Allein im Staatsarchiv wurden 1600 Gäste gezählt", freute sich Geschäftsführer Sigmund Graf Adelmann über das "gewaltige Interesse". Die Reise durch rund 800 Jahre Heimatgeschichte begann in Evesen (frühere Burg Arnheim, erbaut um 1200) und endete in der ehemaligen Grimmeschen Hofbuchdruckerei - einem Gewerbebau aus dem 20. Jahrhundert.

veröffentlicht am 16.09.2008 um 00:00 Uhr

Im Herderhaus, dem heutigen Landeskirchenamt: Pastor a. D. Ingo

Ganz leicht ist es nicht, zu den Wurzeln der Schaumburger Geschichte zu gelangen. Die frühere Burg Arnheim in der Bückeburger Niederung erreicht man nur mit dem Fahrrad oder zu Fuß. "Es war nicht ganz einfach zu finden", meint auch das Ehepaar Walther aus der Nähe von Minden. Die beiden Radler haben sich einer größeren Radwander-Gruppe angeschlossen und erkunden jetzt gemeinsam die frühere Lage der Burg. Von der Festung selbst ist allerdings nicht viel zu sehen. Sie wurde 1302 geschleift. "Erhalten sind nur die Haushaltsgegenstände, die normalerweise im Landesmuseum sind", sagt Andreas Schmeiche, Mitglied des Arbeitskreises Archäologie des Heimatbundes der Grafschaft Schaumburg. Dann deutet er auf eine kleine Krug-Scherbe, die er gerade auf einem Acker gefunden hat. "Diese Teile erzählen eine Geschichte. Hier sind die Wurzeln der Geschichte Schaumburgs." Luftlinie zwei Kilometer entfernt in Berenbusch liegt das Vierständer-Fachwerkhaus von Jens-Uwe Korn. Es ist zwar lange nicht so alt wie Burg Arnheim, dafür befindet es sich aber in bestem Zustand. Korn hat das Gebäude aus dem Jahr 1870 selbst restauriert und wieder in den Urzustand versetzt. "Ich möchte den Leuten zeigen, wie das Haus restauriert wurde", sagt er und führt gemeinsam mit Daniel van't Hull und Timm Mirsch die hohe Kunst des Drechselns und des Holznägel-Schnitzens vor. Neben Informationenüber ökologische Wärmedämmung und Spiele für die Kinder gibt es für die Besucher auch zünftiges Bier vorm Fass. Auch in der Innenstadt ist richtig was los. Vor dem Rathaus spielen Caipirinha und die Bigband der Schaumburger Märchensänger. Vom Bahnhof kommen immer mehr auswärtige Besucher. Am ehemaligen Kaufhaus Wertheim an der Langen Straße geben Mitglieder der Geschichtswerkstatt der Herderschule Einblicke in ein oft verschwiegenes Kapitel Stadtgeschichte. "Hier wurde der erste Stolperstein in Bückeburg verlegt",erklärt Projektleiter Klaus Maiwald. Der Lehrer erzählt auch vom Bürgermeister Wiehe, der Opfer einer Medienkampagne wurde, weil seine Frau bei einem jüdischen Mitbürger kaufte. Auf den Spuren Herders wandelten Besucher des Herderhauses. Fünf Jahre lebte der bekannte Gelehrte in dem Fachwerkhaus von 1745. Heute ist das Gebäude Sitz des Landeskirchenamtes. Trotz der Spaziergänge im Harrl - besonders begeistert war Herder von Bückeburg nicht. "Er fand es garstig und kotig", erzählt Ingo Röder in der Kluft des Hofpredigers. Nach der Besichtigung des Dienstzimmers des Präsidenten gab es in "Herders Garten" Bratwürste mit Apfelstückchen. Zum Schluss der Mammutveranstaltung zog Sigmund Graf Adelmann, Geschäftsführer der Schaumburger Landschaft, ein rundum positives Fazit. "Wir sind sehr zufrieden mit der Beteiligung, es waren fünf- bis siebentausend Besucher hier." Waren zur letzten Veranstaltung vor sieben Jahren vergleichsweise wenige Besucher nach Bückeburg gekommen, wurden diesmal allein im Staatsarchiv 1600 Gäste gezählt. "Wir hatten besseres Wetter als vor sieben Jahren", freute sich Graf Adelmann über das "gewaltige Interesse". Einen Grund für die guten Besucherzahlen sieht er auch in der Werbung für das Großereignis. Rund 20 000 Prospekte hat die Schaumburger Landschaft beispielsweise in Minden, Hannover und Bielefeld verteilt. Graf Adelmann: "Man hat gesehen, es waren auch sehr viele Besucher von auswärts dabei." Ein großes Lob richtete der Vorsitzende an die vielen Ehrenamtlichen und Eigentümer. "Das Engagement war groß.

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