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Uwe Pfaff kauft und renoviert alten Bahnhof / Jetzt Firmensitz

"Hier ist viel Schweiß geflossen"

Niedernwöhren (sk). Wo früher Fahrkarten verkauft wurden, Reisende auf den Zug warteten und Bahnbedienstete wohnten, betreibt ein Niedernwöhrener heute ein Unternehmen. Uwe Pfaff hat den alten Niedernwöhrener Bahnhof - in Betrieb bis in den 1960-er Jahren - vor drei Jahren gekauft und grundlegend restauriert mit dem Ziel "so viel wie möglich von der Atmosphäre zu erhalten."

veröffentlicht am 20.03.2008 um 00:00 Uhr

Uwe Pfaff fühlt sich wohl als "Bahnhofsvorsteher". Foto: sk

Ein schmuckes Gebäude mit hellgelbem Anstrich strahlt dem Firmenbesucher heute entgegen. Der Bau aus dem Jahr 1921 - damals eröffnete die ehemalige Reichsbahn eine Nebenstrecke von Seelze-Stolzenau nach Stadthagen - ist in seiner Substanz erhalten geblieben, musste aber besonders im Innenausbau grundlegend saniert werden. "Hier ist viel Schweiß geflossen", erinnert sich Pfaff, bereut den Einsatz jedoch nicht. Eigentlich habe er für seine Firma "Alpha-Ver packungen" einen Neubau auf einem anderen Grundstück errichten wollen. Dann jedoch führte Pfaff ein Gespräch mit dem Insolvenzverwalter des alten Bahnhofsgeländes. Dieses hatte bis zu deren Betriebsaufgabe der Firma Nistac gehört. Die Lage des alten Bahnhofs im Gewerbemischgebiet am Ortsrand reizte Pfaff. Lkw können hier problemlos vorfahren, und das Grundstück bietet mit 13 000 Quadratmetern reichlich Platz. Das gesamte ehemalige Bahngelände ist weitaus größer. Dessen südlichen Teil erwarb das Unternehmen Nico Schweer Metallbau. Über die Nachbarschaft ist Pfaff sehr glücklich. Lockte die Lage des Grundstücks, war der Kauf des dreistöckigen Gebäudes mit 250 Quadratmetern Wohnfläche ein Risiko. Seitdem die Nistac "rausge gangen" war, begann das alte Bahnhofsgebäude zu verwahrlosen. Zwar sei es bewohnt gewesen, allerdings, so Pfaff, von "Mietnomaden". Der Fußboden des Hauses sei abgesackt, und mit einem Pferdeanhänger habe er "kubik meterweise" stinkenden Müll abtransportiert. Gekauft hatte der Unternehmer das Haus, ohne es vorher betreten zu können. Dies sei erst in Begleitung der Polizei möglich gewesen. Das ist Geschichte. Pfaff ist heute zufrieden. "Wir haben es uns so hergerichtet, das wir uns wohlfühlen."



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