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Sommerträume auf den ostfriesischen Inseln (5): Juist

Hier geht man baden

Wenn der Sommer naht, fahren die Menschen ans Meer. Und wo, wenn nicht auf den ostfriesischen Inseln, erleben sie mehr Meer? Die Dewezet-Serie „Sommerträume auf den ostfriesischen Inseln“ ist eine siebenteilige Liebeserklärung – heute an Juist, das schmale, aber lange „Töwerland“.

veröffentlicht am 21.07.2012 um 02:25 Uhr

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Von Jean LeGrand

Juist. Zu Fuß. Mit dem Fahrrad. Mit der Pferdekutsche. Die autofreie Insel Juist ist aufregend gemächlich. Kein Lärm stört, keine Abgase, und wenn man von A nach B will, dann nimmt man sich Zeit, obgleich A von B auf der ostfriesischen Perle ja auch nicht so weit entfernt ist und man dementsprechend gar nicht viel Zeit benötigt. Darin liegt gerade der Reiz dieses Eilandes, an dem die Wellen so hübsch zerschellen und im Watt die Muscheln kuscheln. Ach, wie herrlich ist doch ein Urlaub auf Juist.

Autofrei bleibt Juist auch in Zukunft, und das hat sehr nachvollziehbare Gründe: Gemeinsam möchte man die schöne Insel mit ihrer gesunden Luft bewahren und verstärkt den Folgen des Klimawandels entgegenwirken. Hierbei spielen Nachhaltigkeit und Klimaschutz eine große Rolle. Der gesamte Transport von Waren und Gütern erfolgt auf Juist mit Kutschen. Selbst die Polizei ist mit dem Rad und die Müllabfuhr mit dem Pferdefuhrwerk unterwegs. Dadurch hält man die CO2-Emissionen so gering wie möglich und trägt dazu bei, dass Juist eine klimaneutrale Insel wird.

„Es ist ganz klar: Wir wollten umdenken und Verantwortung für unsere schöne Insel übernehmen“, sagt Marketingleiter Thomas Vodde von der Kurverwaltung. Geglückt, vollends! Das Meerwasser-Erlebnisbad ist mit einer Photovoltaikanlage auf dem Dach ausgerüstet und die Stromversorgung der Inselgemeinde ist „grün“. Plastiktüten gibt’s nicht, und der CO2-Ausstoß von ohnehin nur noch 19 500 Tonnen jährlich soll auf null reduziert werden. Fürs Durchatmen perfekt.

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  • Strandkörbe, nicht sortiert – auf Juist ist man herrlich entspannt.
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Aber wo bitte geht’s jetzt endlich zum Strand? Ach, dort entlang, na dann ... oh Vorsicht, Pferdeäpfel … mal los. Ist das herrlich! 17 Kilometer lang ist der Sandstrand, so lang wie die schmale Insel. Hier kann man richtig schön baden gehen. Eine Wonne. Gut, das Wasser könnte zurzeit ruhig etwas wärmer sein, aber was nicht ist, kann ja noch werden. Und außerdem ist so ein Inselurlaub auch nichts für Warmduscher und Laternenparker. ’Ne steife Brise darf ruhig mal wehen, die geht auch vorüber. Und wenn dann die Sonne wieder scheint und Schäfchenwolken erfolglos fangen spielen, ist alles okay auf Juist. Die Gäste – und das sind Hunderttausende pro Jahr – lieben den weiten Strand ihrer Nordseeinsel. Das Meer bietet eine angenehme Erfrischung an einem heißen Sommertag. Und wer in der kühleren Nebensaison bucht, kann ja erstmal am Strand spazieren gehen und schließlich die Juister Klimatherapie „Vom Luftbad zum Seebad“ für eine schrittweise Gewöhnung an das Reizklima nutzen. Teilnehmer berichten jedenfalls begeistert: „Dass ich mich in die neun Grad kalte Nordsee traue, hätte ich nie gedacht. Es ist herrlich und ich kann es nur weiterempfehlen.“

Wohlan, hinein in die Fluten. Und später köstlich speisen in einem der vielen guten Restaurants. Zum Beispiel im Strandhotel Kurhaus Juist. Das 4-Sterne-Haus liegt direkt am Meer mit einer atemberaubenden Aussicht auf Strand und Wellen. Und danach ein Verdauungsspaziergang zum Wasserturm, dem Wahrzeichen der Insel. Er, selbst 13 Meter hoch, steht auf der höchsten Düne, die es hier gibt und 22 Meter in den Himmel ragt… Danach noch nach Loog. Nach was? Nach Loog. Das ist der zweite Ortsteil auf Juist. Hier siedelten die Insulaner, nachdem die ersten Dörfer durch Sturmfluten zerstört wurden. Heute liegt Loog 2,5 Kilometer vom Hauptort in Richtung Westen entfernt. Wie es heißt, verläuft hier das Leben noch gemächlicher als im Zentrum. Was, noch gemächlicher…?

Nein, das ist kein Grund, ironisch zu werden. Juist ist ruhig. Juist ist aber auch voller Leben und fröhlich und feiert gerne. Es gibt Konzerte, von Pop bis Klassik. Im Friends- und Youngster-Club kommt bei Kindern und Jugendlichen keine Langeweile auf. Und Kabarettsommer und Krimifestival gibt’s auch. Also: Immer was los im sogenannten „Töwerland“ – das ist insulanisch, stammt vom friesischen Wort „Töwer“ und bedeutet „Zauber“.

Die erste Vokabel wäre also schon mal gelernt. Dann kann’s ja losgehen in den Urlaub auf Juist.

Wer auf der Insel Juist seinen Urlaub verbringen möchte, muss sein Auto am Festland stehen lassen, denn Insel ist autofrei. Die Fähre der Reederei Norden-Frisia setzt nach Juist ab Norddeich über. Mehr Informationen zur Insel und zur Überfahrt sowie zu Buchungen und Extras gibt es im Internet unter www.juist.de

Das Strandhotel Kurhaus Juist lädt zum lukullischen Genießen ein (links). Von dort hat man auch den besten Blick auf den Strand (rechts).

Fotos: Kurverwaltung Juist

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