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Geteilte Meinungen in Rintelner Gastronomie / Was kommt nach der Kehrtwende für "R-Kneipen"?

Hickhack um Nichtraucherschutz geht weiter

Rinteln (ur). Ernst Brand vom "Hotel Stadt Kassel" ist als erfolgsgewohntes Urgestein der Rintelner Gastronomie durchaus dem Genuss verpflichtet und fühlt sich auch keineswegs als gesundheitlicher Schulmeister seiner Gäste. Aber in Sachen Rauchverbot in Gaststätten bezieht er ganz klar Position für eine einheitliche Regelung zum Nichtraucherschutz: "Angesichts der Entwicklung innerhalb der EU können wir uns auf Dauer doch sowieso keine isolierte deutsche Lösung leisten." Und so beurteilt er dann die niedersächsische Variante des Gesetzes auch als ausgesprochen negativ: "Da hat sich Ministerpräsident Wulff durch konzentriert vorgetragene Positionen der Tabak-Lobby ins Bockshorn jagen lassen und trägt mit dieser Regelung eher zur Verwirrung als zur Klärung bei. Der Rummel in den letzen Wochen war doch nur noch eine letzte Mobilisierung der Kettenraucher."

veröffentlicht am 07.04.2007 um 00:00 Uhr

Heiner Stock: "90 Prozent meiner Gäste sind Raucher - und dürfen

Schon jetzt seien ausländische Gäste seines Hauses verwundert, wie diese Angelegenheit in Deutschland behandelt werde - und wenn man beobachte, wie schwierig es gerade im Restaurantbereich sei, die Wünsche der speisenden Gäste gegen die Raucher zu wahren, sei die jetzt angedachte Lösung sehr problematisch: "Und wenn man das dann auch noch mit der Zukunftssicherung der Eckkneipen begründet, ist das ganz daneben: Die werden durch ganz andere Trends gefährdet!" Diese Worte, die im Zusammenhang mit einer Umfrage zu den betrieblichen Regelungen nach dem Stichtag 1. Juli fielen, müssen dem Ministerpräsidenten wohl in den Ohren geklungen haben, denn jetzt kündigte Wulff an, seine Regierung wolle die im Gesetz vorgesehene freizügige Umwidmung vonKneipen in Raucherlokale noch einmal überarbeiten - offenbar zeichnete sich frühzeitig ab, dass eine Vielzahl gerade von kleinen Betrieben beabsichtigte, das "R-Schild" aufzuhängen, was den Nichtraucherschutz zumindest in diesem Bereich wohl bis zur Unkenntlichkeit durchlöchern würde. Bleibt die Frage offen, wie nunmehr die Rintelner Wirte reagieren werden, die sich wie etwa Heiner Stock vom "Bierhaus 100" schon klipp und klar für den Status "Raucherlokal" ausgesprochen hatten, während gutbürgerliche Speiselokale überwiegend für Rauchfreiheit plädieren und allenfalls Extrazimmer anbieten wollen. Arif Sanal von der "Bodega" jedenfalls will sich mit dem Nichtraucherschutz positiv arrangieren: "Wir haben ja auch noch den Außenbereich auf dem Marktplatz." Und außerdem verfügt er ab heute auch noch über einige hundert Bodega-Plätze unter freiem Himmel mehr, denn um 11 Uhr eröffnet der umtriebige Gastronom im Kalletaler Freizeitzentrum am See in Varenholz ein "Bodega-Strandcafé" mit allem Drum und Dran als Dependance (siehe auch "Stadt - Land - Leute" auf Seite 21). Neben Imbiss- und Restaurantbereich wird auch eine Cocktailbar direkt am Wasser geboten. Der blaue Dunst wird dann schon von der nächsten frischen Brise verweht - noch ehe sich darüber ein ernsthafter Konflikt entzünden kann...

Für Ernst Brand ist klar: "Auf Dauer kann man nicht von Niedersa
  • Für Ernst Brand ist klar: "Auf Dauer kann man nicht von Niedersachsen aus gegen den internationalen Trend anstrampeln: Wulff muss für klare Verhältnisse sorgen und darf nicht die Verantwortung auf die Wirte abschieben!" Fotos: tol


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