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"Galerie Quartal" am Marktplatz eröffnet / Zwei Künstlerinnen präsentieren ihre Arbeiten

Heute malen die "Lange Nacht"-Besucher

Bückeburg (mig). Erstaunt und neugierig reagierten die Bückeburger am Sonntag auf die Eröffnung der Galerie "Quartal" in den Räumen der ehemaligen Touristinformation. Besonders interessierte die morgendlichen Flaneure ein großes Transparent, das sich bei näherem Hinsehen als Kunstwerk entpuppte.

veröffentlicht am 06.10.2006 um 00:00 Uhr

Das signalgelbe Transparent hat zur Eröffnung bereits Zaungäste

Schon von weitem konnte man die quittengelbe Stoffbahn auf dem Marktplatz ausmachen und auch die ersten Buchstaben lesen. Das Gedicht "Von Zeit zu Zeit" der Künstlerin Anka Knechtel zog mit seinen Signalfarben nicht nur etliche Besucher an, sondern passte auch thematisch zum befristeten Galerie-Projekt. Erst einmal nur bis Anfang 2007 dürfen die beiden Künstlerinnen ihre Werke in den städtischen Fachwerk-Räumen ausstellen. Die zeitliche Einschränkung gab dem "Kind" auch seinen Namen: In Anspielung auf die Dauer des Mietvertrages - drei Monate - haben Anka Knechtel und Marina Brand den neuen Kunsttempel Galerie "Quartal" getauft. Obwohl die beiden in dieser Zeit kaum Miete zahlen müssen, profitiert auch die Stadt von der Übereinkunft. Denn durch den Einzug in das bis dato leerstehende Gebäude wird dieser Teil des Marktplatzes neu belebt. Darauf wies anlässlich der Eröffnung auch Bückeburgs Bürgermeister Reiner Brombach hin: "Die Zone hier war ein wenig ruhig geworden", erläuterte er, "deshalb lassen Sie bitte die Tür immer offen stehen, damit deutlich wird: Hier ist was los." Die Meinserin Knechtel verwies auf das erste Kunstprojekt der neuen Galerie. Zur heutigen "Langen Nacht der Kultur" kann zwischen 18 und 24 Uhr jeder Besucher auf einer großen Leinwand an einem Bild mitmalen, das als "Work in Progress" entsteht. Knechtel: "Wir wollen mit allen Gästen ein Bild der Langen Nacht der Kultur zeichnen, das später zugunsten der Jugendarbeit versteigert werden soll." Die Veranstaltung bietet zudem die Möglichkeit, sich mit den Werken - Lyrik, Malerei und Skulpturen - der Künstlerinnen vertraut zu machen. Besonders beliebt am Tag der Eröffnung: die Fundstücke von Anka Knechtel. Die Meinserin bearbeitet Objekte, die sie bei Wanderungen in der Region gesammelt hat. Demgegenüber stehen die eher formalen Bilder Marina Brands, die bei näherem Hinsehen auch einen materialen Charakter haben. Die Rodenbergerin legt viel Wert auf Komposition und eine räumlich-sinnliche Wirkung. Durch mehrere Farbschichten und eingearbeiteten Sand entsteht eine Dreidimensionalität der Oberfläche.

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