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Geschäftsführer erhält bei wichtigen Personalentscheidungen keine Zustimmung des Aufsichtsrates

Heute Krisensitzung: Streit bei den Stadtwerken

Bückeburg/Stadthagen. Erneut streitet der Aufsichtsrat der Stadtwerke Schaumburg-Lippeüber wichtige Personalfragen. Heute spitzt sich der Konflikt zu, der Aufsichtsrat kommt zur außerordentlichen Krisensitzung zusammen. Geschäftsführer Karl Schleef ist in die Offensive gegangen und hat in einem Brief an den Vorsitzenden Bernd Hellmann die doch eher prinzipielle Frage aufgeworfen, wie Geschäftsführung und Aufsichtsrat künftig zusammenarbeiten wollen.

veröffentlicht am 22.05.2007 um 00:00 Uhr

Autor:

Frank Werner

Vorangegangen sind zwei Aufsichtsrats-Sitzungen im Februar und April, in denen Schleef bei Vorschlägen zu Personalentscheidungen keine Mehrheit gefunden hatte. Im Februar stand auf der Tagesordnung, ob Stadtwerke-Vertriebsleiter Helmut Feldkötter Geschäftsführer der "Energieversorgung Bergkrug" bleiben darf. Nach Informationen unserer Zeitung soll Schleef die Ablösung Feldkötters vorgeschlagen haben - aus rechtlichen Gründen. Das Energiewirtschaftsgesetz schreibt die Entkopplung von Vertrieb und Netz vor. Vor allem Aufsichtsratsmitglieder aus Bückeburg sollen damals gegen Schleef gestimmt haben - oder besser gesagt: für Feldkötter. Der ehemalige Stadtwerke-Geschäftsführer, dessen Vertrag auf Initiative des ehemaligen Stadthäger Aufsichtsrats-Vorsitzenden Jürgen Hoffmann Ende 2004 nicht verlängert worden war, genießt bei den Bückeburgern und den Arbeitnehmer-Vertretern im Aufsichtsrat nach wie vor große Sympathien. So kam es auch, dass Schleef am 26. April im Aufsichtsrat mit einer zweiten Vorlage scheiterte. Der Geschäftsführer hatte vorgeschlagen, den technischen Leiter Michael Sokoll zum Prokuristen zu bestellen. De facto gab es dafür eine Stimmenmehrheit, die beiden schriftlichen Voten von nicht anwesenden Aufsichtsrats-Mitgliedern mitgezählt. Die Sitzung verlief jedoch anders als geplant: Nach Informationen unserer Zeitung hatte Bückeburgs Bürgermeister Reiner Brombach den Vorschlag unterbreitet, nicht nur Sokoll, sondern auch Feldkötter zum Prokuristen zu bestellen. Da über diese Variante die abwesenden Mitglieder nicht abstimmen konnten, wurde das Thema kurzerhand von der Tagesordnung genommen. Schleef hat vorige Woche mit einem Brief an den amtierenden Aufsichtsrats-Vorsitzenden Bernd Hellmann reagiert. In dem Schreibenäußert sich der Geschäftsführer unzufrieden über den internen Umgang und will im Tenor eine Klärung der weiteren Zusammenarbeit zwischen Geschäftsführung und Aufsichtsrat. Von Insidern wird der Brief als Vertrauensfrage gewertet. Schleefübernahm die Geschäftsführung am 1. Januar 2005. "Sie haben eine ganz breite Basis, auf der Sie arbeiten können", hatte ihm zur Amtseinführung der damalige Aufsichtsrats-Chef Reiner Brombach mit auf den Weg gegeben. Jetzt fordert Schleef diese Basis ein. Zu kämpfen hatte der Geschäftsführer bislang vor allem mit Betriebsratschef Dieter Everding, gestritten wurde um Überstunden oder einen vom Betriebsrat engagierten Rechtsanwalt, der Auswirkungen des Energiewirtschaftsgesetzes auf das Unternehmen prüfen sollte. Dass sich der Streit jetzt an der Bestellung eines Prokuristen entzündet und die Arbeitnehmer-Vertreter nicht allein agieren, hat eine neue Qualität. Allerdings ziehen auch die Bückeburger Mitglieder im Aufsichtsrat keineswegs alle an einem Strang, und intern wird bezweifelt, ob es wirklich zur Machtprobe kommt. Eine Mehrheit für Sokoll als alleinigen Prokuristen ist auf einer der nächsten Aufsichtsrats-Sitzungen ohnehin wahrscheinlich.



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