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Winona Ryder über das Leben als Promi und ihr Comeback

„Heute haben alle Paparazzi GPS-Systeme“

Winona Ryder wurde mit 18 Jahren zum Weltstar. Mit Filmen wie „Edward mit den Scherenhänden“ und „Voll das Leben“ entwickelte sie sich zum Gesicht einer ganzen Generation. Rollen in großen Blockbustern folgten, bis es um die Jahrtausendwende ruhig um die amerikanische Schauspielerin wurde. 2002 erreichte ihre Karriere den Tiefpunkt, als sie beim Stehlen mehrerer Designer-Kleider ertappt wurde. Mit „Dickste Freunde“ feiert die heute 39-Jährige nun ihr Comeback. Zum Gespräch kam die ehemalige Prinzessin Hollywoods nun nach Berlin.

veröffentlicht am 04.02.2011 um 11:10 Uhr

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Autor:

Sven Schumann

Mrs. Ryder, stimmt es, dass Sie sich Ihren neuen Film „Dickste Freunde“ in New York während einer regulären Vorstellung angeschaut haben?

Das stimmt, allerdings hat mich zum Glück niemand erkannt. Wir sind sogar erst ins falsche Kino gegangen und mussten dann ein paar Blocks zum nächsten laufen. Zum Glück hat den Leuten der Film gefallen und alle haben sich amüsiert.

Wie reagieren die Menschen normalerweise, wenn sie Winona Ryder erkennen?

In San Francisco, wo ich versuche, die meiste Zeit zu verbringen, werde ich eher als Einheimische betrachtet und in Ruhe gelassen. In Los Angeles hingegen laufe ich meist mit gesenktem Kopf durch die Gegend, weil man nie weiß, ob sich nicht irgendwo jemand mit einem Zoomobjektiv versteckt und einen fotografiert.

Sie sind nun bereits seit über 20 Jahren in der Filmbranche tätig. Würden Sie sagen, dieser Aspekt Ihrer Arbeit hat sich verschlimmert?

Auf jeden Fall, das Internet hat definitiv großen Einfluss auf die Celebrity-Kultur. Heutzutage sind es nicht nur Fotografen, die einem auflauern, sondern es filmt auch immer jemand mit einer Videokamera. Es ist schon schlimm genug, ständig fotografiert zu werden, aber gefilmt zu werden, ist noch mal eine andere Sache. Trotzdem habe ich von der Filmerei auch einmal profitiert.

Inwiefern?

Ich kam gerade aus dem Gebäude meines Zahnarztes, mein ganzer Mund war so taub, dass ich fast gesabbert habe und überall waren Fotografen, die mir den Weg zu meinem Auto versperrt haben. Beim Vorbeigehen habe ich einen der Fotografen mit meiner Tasche gestreift und auf einmal wurde ich beschuldigt, ich hätte ihn angegriffen. Zum Glück gab es ein Video von der Szene, das meine Unschuld bewiesen hat.

Haben Sie sich also nach San Francisco zurückgezogen, um diesem Wirbel aus dem Weg zu gehen?

Ich habe seit circa 20 Jahren ein Haus dort. Ich hatte irgendwann einfach die Schnauze voll von Los Angeles, denn schließlich will ich mich nicht jeden Tag verstecken, wenn ich mein Haus verlasse. Ich will nicht den Eindruck hinterlassen, dass ich mich selbst als oberstes Ziel der Paparazzi sehe, aber in den letzten Jahren hat sich deren Vorgangsweise nun einmal verändert. Heute haben sie alle GPS-Systeme und geben sich gegenseitig Tipps, welcher Star gerade in welche Richtung fährt.

Haben Sie jemals darüber nachgedacht, dem Business den Rücken zu kehren?

Ich habe bereits sehr früh Rollen gespielt, die heute als ikonisch betrachtet werden und mir schon damals Gedanken gemacht, ob ich diesen Job wohl ewig machen kann. Aber ich liebe die Schauspielerei nun einmal und schätze es sehr, mit so wundervollen Leuten zusammenzuarbeiten. Selbst wenn der Dreh eines Filmes anstrengend ist und am Schluss nichts Gutes dabei herauskommt, gibt es doch immer Momente, die all dies wert sind.

Sie haben gerade Ihre frühen Rollen erwähnt. Wie stehen Sie heute zu Filmen wie „Heathers“ und „Voll das Leben“?

Ich bin sehr stolz darauf und liebe diese Filme sehr. „Voll das Leben“ war Ben Stillers erster Film und keiner konnte erwarten, dass ihm im Nachhinein eine derartige Bedeutung zugesprochen wird. Der Film war nicht einmal besonders erfolgreich, und als wir ihn gedreht haben, hat noch keiner von der Generation X geredet. Diese Bezeichnung haben wir erst bekommen, als Douglas Couplands Buch mit diesem Titel erschien.

Müssen Sie heute mehr für Ihre Rollen kämpfen, als es früher der Fall war?

Ich wusste zum Beispiel, dass viele hervorragende Schauspielerinnen, die in den letzten Jahren an den Kinokassen erfolgreicher waren als ich, meine Rolle in „Dickste Freunde“ haben wollten, und es hat mir Angst gemacht, dass ich das erste Mal in zehn Jahren für einen Part vorsprechen musste. Während des Termins haben Vince Vaughn und Ron Howard es aber sofort geschafft, dass ich mich wohlfühlte. Als ich später die Zusage bekam, bin ich vor Glück auf und ab gesprungen. Es ist heute auf jeden Fall schwieriger, gute Rollen zu bekommen.

Dieses Jahr feiern Sie Ihren 40. Geburtstag. Würden Sie nicht viel lieber wieder 20 Jahre alt werden?

Nein, ich würde es hassen. Natürlich hatte ich eine lustige Zeit, aber trotzdem bin ich froh über die Fehler, aus denen ich die letzten Jahre gelernt habe. Es macht mir Spaß, älter zu werden. Der einzige negative Aspekt ist, dass ich heute zunehme, wenn ich zu viel esse. Das war früher anders.

„Es macht mir Spaß, älter zu werden“: Die fast 40 Jahre alte Winona Ryder ist mit sich und ihrem Alter im Reinen. Foto: afp



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