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Heute geht’s zum Hexentanz

Bibi Blocksberg ist eine Hexe, die mit ihren Kräften immer nur Gutes zaubert. Dass es auch gute Hexen gibt, glaubten die Menschen früher allerdings nicht. Damals dachte man, Hexen haben böse Zauberkräfte und sind mit dem Teufel verbündet.

veröffentlicht am 29.04.2010 um 19:00 Uhr
aktualisiert am 03.05.2010 um 10:15 Uhr

Heute ist Walpurgisnacht: Manche Leute verkleiden sich dann als

Jedes Jahres gab es ein Fest, zudem sich angeblich alle Hexen getroffen haben. Die Leute glaubten, dass die Hexen auf fliegenden Besen, Mistgabeln oder Tieren zu einem Berg flogen und ritten, um dort den Teufel zu verehren: Zum Beispiel auf dem Brocken im Harz, der damals „Blocksberg“ genannt wurde, sollen sie dann wilde Tänze und böse Zaubereien veranstaltet haben. All dies passierte angeblich in der Walpurgisnacht, der Nacht des 30. April.

Doch eigentlich war die Walpurgisnacht gar kein Hexenfest. Früher feierte man damit das Ende des Winters. Dafür zündete man Feuer an und sang Lieder, um böse Geister zu vertreiben. Erst als der christliche Glaube entstand, nannte man dieses Fest ein Hexenfest. Die Menschen im Mittelalter fürchteten sich sehr vor Hexen.

Viele Dinge, wie zum Beispiel Gewitter, konnten sie sich nicht wissenschaftlich erklären wie wir heute. Sie dachten, dass böse Hexen Gewitter und andere Naturkatastrophen beschwören und Schaden anrichten. Wenn jemand krank wurde und starb, gab man dafür den Hexen die Schuld. Deshalb versuchten sich die Menschen, vor ihnen zu schützen. Zum Beispiel malten sie weiße Kreuze auf ihre Häuser, streuten Salz auf die Türschwelle und stellten die Besen mit dem Reisig nach oben auf. Das sollte die Hexen von ihnen fernhalten.

Die Walpurgisnacht wurde übrigens nach einer Frau aus einem Nonnenkloster benannt: Walburga. Weil der 1. Mai Walburgas Namenstag ist, wird die Hexennacht in der Nacht vor dem 1. Mai gefeiert.

Heute glauben die meisten Menschen nicht mehr an Zauberei. Trotzdem wird an manchen Orten die Walpurgisnacht oder Hexennacht noch gefeiert. Am Brocken kommen einmal im Jahr Menschen von überall her, um den Brauch der Hexennacht fortzuführen. Auch in Bessingen tanzen heute Abend die Hexen (mehr dazu auf Seite 22).

Doch nicht nur die Walpurgisnacht ist ein Brauch, der jedes Jahr den Mai einläutet. Es gibt noch eine ganze Menge anderer. So findet in vielen Orten ein „Tanz in den Mai“ statt. Dabei wird dann zu Musik getanzt und gefeiert. Es gibt auch den Brauch des Maistrichs. Das ist eine Kalkspur, die von Haustür zu Haustür zweier sich liebender Menschen gezogen wird. An die Enden wird dann ein Herz mit den Anfangsbuchstaben der beiden gemalt. Das soll die beiden endgültig zusammenzubringen und alle anderen Leute auf ihre Liebe aufmerksam machen. Ein Brauch, den ihr vielleicht aus eurem Ort kennt, ist das Aufstellen eines Maibaums. Dabei wird ein geschmückter Baumstamm durchs Dorf getragen und dann bei Musik, Getränken und Bratwurst aufgestellt. beb/vv

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