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Anwohner fordern Spielstraßen-Schild / Landkreis sieht keinen Handlungsbedarf für Tempolimit

Hessenweg: Freie Fahrt für "Verkehrsrowdies"?

Bernser Landwehr (la). Die Anwohner des Hessenwegs an der Berner Landwehr sind genervt. Durch die Bauarbeiten auf der A 2 gibt es dort häufig Staus. Der Verkehr weicht auf den "Auetal-Highway", die L 443, aus, und auch dort bilden sich lange Lkw- und Pkw-Schlangen. "Das Einfädeln der Fahrzeuge von der L 433 auf die B 83 dauert ewig, und so haben wir in der Bernser Landwehr wiederholt Rückstaus, die oft bis spät in die Nacht andauern", sagt einer der Anwohner des Hessenwegs, Peter Passon. Was ihn und seine Nachbarn noch mehr stört ist, dass einige "Verkehrsrowdies" den Hessenweg, einen kleinen Parallelweg zur L 443, alsÜberholspur benutzen, nur um ein paar Meter weiter wieder zwischen die stehenden Lkw zu drängeln. "Das ist für die Anwohner, besonders die Kinder, lebensgefährlich", so Passon.

veröffentlicht am 10.03.2007 um 00:00 Uhr

Häufig rasen Fahrzeuge mit zu hohem Tempo in die Kurve und fahre

Auf dem Hessenweg wohnen zwölf Familien mit rund einem Dutzend Kindern, die auf der Straße spielen, dort Rad und Roller fahren. Die Anwohner treffen sich bei Spaziergängen zu Gesprächen auf der Straße. Zum Glück sei noch niemand zu Schaden gekommen, es seien aber schon mehrere kleine Haustiere überfahren worden. "Wir brauchen eine drastische Geschwindigkeitsbegrenzung für den Hessenweg, ehe ein Kind zu Schaden kommt", fordert Passon. Die Anwohner wünschen sich ein auffallendes "Spielstraßen-Schild", ein "Anlieger-Schild" oder einen "Tempo 10"-Hinweis. Ein zweiter Punkt, der die Anwohnern der Bernser Landwehr stört, ist die Bushaltestelle auf der Seite aus Richtung Bernsen nach Rinteln. "Zwischen dem Hessenweg und der Bushaltestelle gibt es keinen Fußweg. Der Fahrbahnrand wurde lediglich mit Schotter aufgefüllt", sagt Passon. Dies sei unzumutbar, weil ältere Einwohner mit Gehhilfen und Mütter mit Kinderwagen diesen Weg nicht benutzen können. Außerdem würde der Seitenstreifen häufig von Lkw befahren, da er sich farblich nicht von der Fahrbahndecke unterscheidet. "Hier muss dringend für die Sicherheit der Einwohner gesorgt werden", fordert Passon. Außerdem bemängelt er, dass für Eltern, die ihre Kinder vom Bus abholen, keine Parkmöglichkeiten bestehen. Da die Bernser Landwehr keine geschlossene Ortschaft ist, ist das Parken auf der Rintelner Straße verboten. Trotzdem würden häufig Autos zur Hälfte auf dem neuen Gehweg auf der Südseite der Rintelner Straße parken. Dadurch sei es schon zu Unfällen gekommen. "Für Ortsfremde, die über die K 74 in die Bernser Landwehr einfahren, ist nicht ersichtlich, ob es sich um eine geschlossene Ortschaft handelt oder nicht. Da fehlt das grüne Schild", stellt Passon fest. Und noch ein Problem beschäftigt die Anwohner der L 443. "Auf der Landesstraße ist fast überall eine Geschwindigkeit von 70 km/h vorgeschrieben, und das ist gut. Nur auf den 700 Metern zwischen der Bernser Landwehr und Bernsen darf schneller gefahren werden", sagt Passon und fragt: "Warum?" Es hätten sich auf der Strecke schon einige schwere und sogar tödliche Unfälleereignet. Außerdem würden regelmäßig Lkw wegen zu hoher Geschwindigkeit in der ersten Kurve in Bernsen geradeaus durch eine Mauer fahren. "Anstatt die Geschwindigkeit vor der Ortschaft zu reduzieren, wurden Warnpfeile aufgestellt", sagt Passon kopfschüttelnd. Als störend empfinden es die Anwohner zudem, dass sonntägliche Motorradfahrer bereits in der Landwehr ihre Maschinen beschleunigen, um dann bis Bernsen zu rasen. "Das ist reichlich laut", findet Passon. Peter Passon hat dem Landkreis Schaumburg alle Probleme schriftlich geschildert. Doch der Landkreis sieht, nach einer Prüfung vor Ort, keinen Handlungsbedarf. Lediglich an der Kreuzung unterhalb der Arensburg soll demnächst eine Ampelanlage mit Stauschleife aufgestellt werden, damit bei einem Stau ein besserer Abfluss des Verkehrs ermöglicht wird. Bürgermeister Thomas Priemer versteht die Sorgen der Anwohner des eigentlich ruhigen und beschaulichen Hessenwegs. "Ich respektiere die Wünsche, aber fachlich und rechtlich habe ich Zweifel, ob im Hessenweg die Einrichtung einer Spiel- oder Anliegerstraße möglich ist. Das müssen die Fachleute des Landkreises prüfen." Unterstützen will der Auetaler Bürgermeister das geforderte Tempolimit zwischen der Bernser Landwehr und Bernsen auf 70 km/h.

Anwohner Peter Passon fordert für den Hessenweg Schilder, die ve
  • Anwohner Peter Passon fordert für den Hessenweg Schilder, die verhindern, dass Unbefugte die Straße als Ausweichstrecke benutzen. Fotos: la


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