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Kirchenkreistag Grafschaft Schaumburg stellt Weichen für die Zukunft / Einsparsummen niedriger als von vielen zuvor befürchtet

Hesse macht Mut: "Wir sind ja auch irgendwie ein Unternehmen"

Bad Nenndorf (tes). Sparkurs im Kirchenkreistag Grafschaft Schaumburg: Nachdem die Vorsitzende Elisabeth Hesse die Mitglieder im Haus der Begegnung begrüßt hatte, ist schnell deutlich geworden: Das Landeskirchenamt kürzt die Zuweisungen nicht so stark wie befürchtet. Dennoch besteht Handlungsbedarf. Im Rahmen einer Neuausrichtung kommt vieles auf den Prüfstand.

veröffentlicht am 23.11.2007 um 00:00 Uhr

Die Gemeinden in den vier Regionen müssen Finanzen und Stellen gemeinsam organisieren. Der Kirchenkreis will Weichen stellen und mehr Profil zeigen, um langfristig die flächendeckende personelle Versorgung zu erhalten. Anders als befürchtet sei bei Bekanntgabe der Einsparsummen ein "fast hörbares Aufatmen" durch fast alle Gemeinden gegangen, so Superintendent Andreas Kühne-Glaser. Mit Ausnahme der Region Auetal-Obernkirchen, die eine halbe Pfarrstelle verlieren könnte, blieben alle Regionen von größeren Einschnitten verschont. Der Entwurf des Finanz- und Stellenplans passierte mit einer Gegenstimme und fünf Enthaltungen den Kirchenkreistag. Dennoch sah Kühne-Glaser keinen Grund zur Entwarnung: Um das Weiterbestehen der einzelnen Gemeinden und eine flächendeckende Versorgung zu sichern, müssten die Gemeinden vor allem in Personalfragen auf Dauer zusammenarbeiten. Als Beispiel nannte Kühne-Glaser die Region Wesertal, in der vier Gemeinden ihre Pastorenstellen unter einem gemeinsamen Pfarramt vereinen wollen. Die Weiterbeschäftigung von Pastorin Gundula Sievert in der Kapellengemeinde Todenmann muss ab Juli 2008 aus Spenden finanziert werden. Als Vorbild nannte der Superintendent die Kirchengemeinde Hohnhorst, der es gelungen sei, durch Spenden und Eigenmittel "Gemeindereferent" Jürgen Wiegel einzustellen. Generell müsse jede Region ihre Konturen schärfen und einen eigenen Weg in die Zukunftsfähigkeit finden. Wenn das Schiff der "Regionalisierung" auf einen nachhaltigen Kurs gebracht worden sei, bietet sich laut Kühne-Glaser die Chance, nicht mehr nur auf die Zahlen aus Hannover zu reagieren. Vielmehr könne der Kirchenkreis agieren und Angebote gezielt auf den Bedarf ausrichten. "Manches werden wir verbessern wollen, anderes wird vielleicht verschwinden müssen, weil es nicht unseren Kernkompetenzen und Alleinstellungsmerkmalen entspricht", erklärte der Superintendent. Entsprechende Maßnahmen werden im Frühjahr vom Visionsausschuss - einer "Zukunfts-AG" - vorgestellt. Ausschüsse und Mitarbeiter sind aufgerufen, bei der Neuausrichtung des Kirchenkreises mitzuwirken. So wird Jugenddiakonin Martina Brose durch Besuche in den Gemeinden eine Bestandsaufnahme erstellen, welche Angebote für Jugendliche bestehen. Neu gewählt wurden: Pastorin Astrid Bunselmeier in den Kindergartenausschuss und Axel Bödeker in den Bauausschuss. In Bad Nenndorf und Obernkirchen wird Pastor Christoph Girke seelsorgerische Aufgaben in Seniorenheimen übernnehmen, um die Stellvertreter des Superintendenten Pastorin Sabine Lambrecht und Pastor Wilhelm Meinberg zu entlasten. Umstritten blieb, ob eine neue Viertelstelle für Öffentlichkeitsarbeit das richtige Signal ist, wenn zugleich die Pastoren mit Streichungen kämpfen. Kühne-Glaser verteidigte diese Entscheidung: "Um neue Gemeindemitglieder zu erreichen, müssen wir in der Öffentlichkeit klarmachen, wofür wir stehen." Weniger Geld könne auch eine Chance für neue Ideen sein, präsentierte die Vorsitzende das Buch "Die zehn Gebote für ein gesundes Unternehmen" und machte Mut: "Wir sind ja auch irgendwie ein Unternehmen." Der angekündigte Bericht von Landessuperintendentin Ingrid Spieckermann musste ausfallen. Eine Folge der Zuordnung des Kirchenkreises an den Sprengel Hannover: Angesichts von 240 Kirchengemeinden in Spiekermanns Zuständigkeitsbereich dürften Besuche in Schaumburg selten bleiben.



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