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Motorschaden bei gebrauchtem Mitsubishi - unsachgemäße Diagnose? / Jetzt muss Gericht entscheiden

Hesper wirft Werkstatt fehlerhafte Reparatur vor

Hespe (gus). Die Zeit mit seinem Mitsubishi L 200 hatte sich Lutz Jendryschik anders vorgestellt, als er den fast zwei Tonnen schweren Gebrauchtwagen im Herbst 2004 kaufte. Nach wenigen Wochen stellten sich Probleme beim Anlassen und bei der Motorleistung ein. Nach rund einem Jahr war das Fahrzeug völlig lahm gelegt. Den Verkäufer wollte Jendryschik nicht mit der Reparatur beauftragen und wählte eine andere Werkstatt. Dieser wirft er nun unsachgemäße Diagnose und Reparatur vor.

veröffentlicht am 04.04.2007 um 00:00 Uhr

Anfangs hatte das Auto Startschwierigkeiten. Mit der Zeit stellten sich immer größere Probleme ein - bis zu einer deutlichen Einbuße an Leistungsstärke. "Der Wagen lief bei durchgetretenem Gaspedal gerade mal 100 km/h", erzählt der Hesper. Höchstgeschwindigkeit seien eigentlich 160 Stundenkilometer. Der Besuch einer Werkstatt ergab einen Schaden an der Schraube, die die Rotation des Zahnriemens auf die Kurbelwelle überträgt. Für die Schraube wurde ein neues Gewinde geschnitten. Das war im Herbst 2005. Doch bereits im Frühjahr 2006 tauchten die Symptome erneut und noch massiver auf. Der große Wagen blieb stehen. Die zu Hilfe gerufenen Mechaniker versuchten, den Wagen in die Montagehalle zu fahren. Nach wenigen Metern habe es einen Knall gegeben und weißer Rauch sei aus dem Auspuff gedrungen. "Da sind wohl die Ventile und die Kolben zusammengestoßen", vermutet Jendryschik - so wie bei einem Zahnriemenriss. Folge: Motorschaden. Dem vorläufigen Höhepunkt folgte eine Zeit des Stillstands. Für das Verfahren genauso wie für das Fahrzeug. Jendryschik forderte die Werkstatt auf, den Schaden gemäß des Gewährleistungsrechts kostenlos zu beheben. Das Autohaus weigerte sich. Am Ende wurde dem Kunden eine Standgebühr in Höhe von rund 1000 Euro in Rechnung gestellt. Dann geschah monatelang nichts. Außer, dass Jendryschik einen Experten in Hannover und einen Anwalt einschaltete. Der Mitsubishi-Experte teilte Jendryschik nach dessen Aussage mit, dass die erste Reparatur nicht sachgemäß war. Stattdessen hätte die Kurbelwelle ausgewechselt werden müssen. Die Diagnose, dass eine getauschte Kurbelwelle den erneuten und totalen Motorschaden verhindert hätte, bestätigt ein unabhängiges Gutachten, das Jendryschiks Stadthäger Anwalt veranlasst hat. Nach Angaben des Rechtsbeistands der Werkstatt haben die Mechaniker Jendryschik seinerzeit den Wechsel empfohlen. Der L 200-Besitzer bestreitet dies. Der Anwalt der Werkstatt beruft sich auf die Aussagen der Mechaniker, diese hätten Jendryschik auf sachgemäßere Reparatur durch Kurbelwellen-Austausch hingewiesen. "Die Werkstatt hätte daran ja mehr verdient", unterstreicht der Jurist. Dietmar Wissgott, Rechtsbeistand des Hespers, fragt sich, warum dann eine andere Reparatur vollzogen wurde. Nach Auffassung Wissgotts ist die Aussage der Mechaniker ohne Belang für das Verfahren - ob diese nun gemacht worden ist oder nicht. Der Stadthäger Anwalt nennt das von ihm eingeholte Gutachten "vernichtend". Er sei erstaunt, dass die Gegenseite nicht eingelenkt habe. Der Jurist der Gegenseite bleibt gelassen. Das Gutachten komme keineswegs einem Schuldspruch gegenseine Mandanten gleich. Die Frist, den Motorschaden auf eigene Rechnung zu beheben, hat die Mitsubishi-Werkstatt verstreichen lassen. Jetzt wird ein Gericht entscheiden, wer zahlen muss. Zur Disposition steht der Einbau eines neuen Motors. Das würde 5800 Euro kosten, wovon Jendryschik 1800 Euro selbst tragen müsste. Dieser klagt außerdem die Standgebühr und die Kosten der ersten Reparatur ein.



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