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Kultfigur wird Ehrenmitglied des "Blauen Sterns zu Schaumburg" / Besuch löst großen Jubel aus

Hermann Rieger: Der HSV wird sich noch retten

Obernkirchen (sig). "Bei euch fühle ich mich sehr wohl, und ich verspreche euch: Ich komme bald wieder!" Im überschäumenden Jubel der anwesenden gut hundert Mitglieder des HSV-Fanclubs "Blauer Stern zu Schaumburg" ging diese Aussage der Hamburger Kultfigur Hermann Rieger unter. Die meisten standen auf, schwenkten ihre Schals oder zückten die Kamera, um ein Bild für das Familienalbum zu schießen.

veröffentlicht am 08.01.2007 um 00:00 Uhr

In den letzten Monaten gab es nicht viel Anlass zur Freude auf d

Das war deutlich bei seinem Besuch - sowohl beim Hallenmasters in der Kreissporthalle als auch bei der Jahreshauptversammlung im "Lindenhof": Der Bayer, der 27 Jahre lang als Chefmasseur beim Hamburger Fußballdino tätig war, ist der absolute Liebling der HSV-Fans. Diese Liebesbeziehung leidet auch nicht unter dem spektakulären Leistungsabfall der Rautenträger. Unvergesslich ist jener Tag, an dem Zehntausende in der AOL-Arena den Abschied der Kultfigur feierten, darunter über hundert Mitgliederder Obernkirchener Fangemeinschaft. Seit jenem Tag ist der "Blaue Stern zu Schaumburg" zum zweitgrößten Fanclub des HSV in der Bundesrepublik geworden. Und sein Vorsitzender Uwe Rennekamp stieg damit in der Hierarchie zum Fanbeauftragten des Hamburger SV für die Region das südlichen Niedersachsens empor. Eigentlich gab es ja für die Anhänger der früheren "Rothosen" bei der Jahreshauptversammlung nicht viel zu feiern. Die Entwicklung der Obernkirchener Fangemeinschaft ist deutlich besser als die des norddeutschen Spitzenclubs, der bei seiner Jahreshauptversammlung Presse und Fernsehen ausschloss und dafür böse Schlagzeilen erhielt. Auch Hermann Rieger hatte dafür kein Verständnis. Aber er ist auch längst nicht mit allem zufrieden, was da im vergangenen Jahr so alles beim HSV geschah. Auch er hätte weder Barbarez noch van Buyten abgegeben. "Mit dieser Transferpolitik haben wir den Erfolg verkauft, und dafür gab es keine Veranlassung", lautete das Resümee des Mannes, der zurzeit in Misburg wohnt, in Mittenwald ein Haus baut und doch immer wieder in die Hansestadt zurückkehrt, weil er dort mit dem Herzen zu Hause ist. "Ich habe erlebt, wie Barbarez in der Kabine seine Mitspieler motiviert hat und vor allem den Jüngeren Tips gab; wenn ich den heute in dem Bayer-Trikot spielen sehe, bekomme ich Magenkrämpfe", ließ Rieger beim Gespräch mit Obernkirchener Fans Luft ab. "Es ist schon eigenartig, dass es zurzeit so viele Verletzungen, auch muskulärer Art, beim HSV gibt", rätselte der Therapeutikexperte. In jedem Fall würde er darauf drängen, dass die notwendigen Behandlungen in Hamburg erfolgen und nicht irgendwo im Ausland, wie zum Beispiel in Holland. "Wenn es erforderlich war, habe ich einen Spieler auch dreimal am Tag behandelt, unter Umständen sogar noch um Mitternacht", erinnert sich Rieger. Eigentlich sei der HSV mit seinen fünf Therapeuten und der dazu gehörenden Ausrüstung medizinisch sogar besser ausgestattet als der FC Bayern. Lediglich bei Inter Mailand habe er etwas Ähnliches gesehen, bekräftigte der langjährige Chefmasseur. Er erwartet für die Rückserie noch die notwendige Steigerung, die den Klassenerhalt bedeutet. Das dafür erforderliche Spielerpotenzial sei vorhanden. Mit dieser Aussage löste er natürlich viel Zustimmung und großen Jubel bei den Obernkirchener Fans aus. Der Beifall steigerte sich nur noch, als Uwe Rennekamp anschließend Hermann Rieger zum ersten Ehrenmitglied des Fanclub "Blauer Stern zu Schaumburg" ernannte.

Hermann Rieger (l.) mit dem Vorsitzenden Uwe Rennekamp und desse
  • Hermann Rieger (l.) mit dem Vorsitzenden Uwe Rennekamp und dessen Stellvertreter, Dieter Knigge (r.). Foto: sig


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